Nicht nur Fische und Mädchen werden vergewaltigt! Erzählungen und anderes, jedenfalls ein kleines Manuskript. von Malen Radi Je mehr Menschen Deine Schwächen und tragischen Geheimnisse kennen, umso mehr schaden Dir, und umso stärker musst Du sein. Darum gebe niemals Deine Geheimnisse preis. Erzähle schon gar nicht, wenn Du im Gefängnis gewesen bist. Keiner darf das wissen. Sie werden mit Steinen nach Dir werfen und irgendwann wird Dir die Kraft ausgehen und Du fühlst Dich nur noch gesteinigt. Es scheint so, als wenn Menschen gerne verletzen und anderen weh tun. Ich schlage aber die Zeitung auf und wundere mich, wieder wird von Genmanipulationen gesprochen, wieder von Missbrauch und Vergewaltigungen. Aber in Indien zum Beispiel wird doch behauptet, dass wir Frauen das Mögen und förmlich anziehen. Ich erinnere mich mit entsetzen an die Vergewaltigung im Bus mit Eisenstange, bis zum Tod. Und nun? Die Islamisten wollen uns verschleiern, damit man nicht unsere Reize sieht. Haben sie doch nur ein im Kopf? Ein Stempel für immer! Was es heißt, seinen Kindern von den dramatischen Ereignissen einer Zeit im Gefängnis zu berichten, und was es bedeutet Haftschäden zu haben, die niemals verschwinden und dadurch für den Rest des Lebens geprägt zu sein. Und die Folgen werden im Luafe des Lebens immer dramatischer und die Auswirkungen ballen sich. ich wundere mich nicht mehr. Weder über die Folgen der Schwedenkriege im Weinviertel, bis heute, noch über Menschen, die alles so still geworden sind. Weine nicht, Anuschka, auch die Zeit im Gefängnis ist irgendwann vorbei! Abgestempelt bleibst Du natürlich, auch wenn Du unschuldig bist. Sämtliche Namen, die in der Handlung eine Rolle spielen, sind geändert, ebenso alle Städtenamen und Orte, um Lebende zu schützen. Zitate und Buchtitel, die genannt werden sind alle richtig. Täglich lese ich Zeitung. Die Artikel , die besonders schön und interessant sind erlaube ich mir, in das Manuskript aufzunehmen. Als Zeitzeugenerinnerungen. Außerdem eine Idee vom Februar von Anuschka für das Ein Barockschloss, als Polydramabühne für diese und andere Geschichten: Eine Fiktion vom Barock, eine leidenschaftliche Liebeserklärung für die Frau. Ich visionierte mal wieder. Aus diesem Grund sitze ich zusammen mit Anuschka Brown im Zug von Zürich nach Prag. Ich bin in sie verliebt. Wir sind sehr zärtlich und sehr glücklich. Wir träumen davon zusammen zu arbeiten und eine Produktion zu machen und sollen sie in Prag vorstellen. aber es kommt dann alles ganz anders. Aber ich erzähle erst einmal die Idee: Ein Polydrama über Cathrine Millet, der Herausgeberin des französischen Kunstmagazins Art Press, welche mit ihren fast pornografischen Romanen im Jahr 2001 einen spannenden Literaturskandal verursachte. Als Protagonistin für ein neues Verständnis von Sexualität und Moral, als Freiheit der Selbstbestimmung von Partner- und Ortswechseln, sowie der Neugier auf die Entdeckung des eigenen Körpers durch das Praktizieren aller möglichen und unmöglichen sexuellen Spiele, nehmen wir diese Protagonistin einmal liebevoll in den Mittelpunkt! Meine Idee ist es, aus dem Schloss ein Dornröschen Schloss zu machen und es Christo mäßig und künstlerisch abstrakt in eine barocke Wolke zu verwandeln, welche sich dann polydramamäßig an einzelnen Stellen und Zugängen, die in dieser 1. Bauphase betretbar sein könnten, zu mindestens virtuelle öffnen könnte. Bzw. in den Prunkräumen und Kellern, oder in der Kirche Orte zu definieren, die nur als Kulisse filmisch nach draußen transportiert werden. Der Blick durchs Schlüsselloch, oder durchs Fenster ist erlaubt. Auch hinter einer Tür oder Säule versteckt kann, das Kameraauge, bzw. das Publikum, Dinge verfolgen, die dann wiederum multimedial auch über Facebook und andere Medien dem Publikum vorm Schloss und weltweit gezeigt werden könnten! Es sollen verschiedene Künstler eingeladen werden sich zu diesem Thema zu öffnen: Viele Männer und 20 Frauen: Die Protagonistinnen mit den Namen: Frances Decang Ilse Sommer Suzanna Zuep Marietta Brown Beatrice Bankmann Elena Licht Jacquline Hagebuch Rose-Marie Zeppelin Gisele Anders Charlotte Fink Kathrin Gruen Lilli Blau Winnie Buchbaum Angela Carlos Anuschka Gordon Valentina Philipp Zoe Hochegger Lisbeth Muni Paulina Kraus Sophia Mühlbach sind alles Frauen denen wir später im Gefängnis begegnet sind. Wir wollen ihnen und ihrem Leben hiermit ein Denkmal setzen. Haben wir später, beim niederschreiben dieses Manuskriptes beschlossen. Verschiedene Räume, vor allem offene Räume für den Liebesakt. Aspekte von geschlossenen und inneren Räumen, auch als psychoanalytische Welt der Emotionen und Gefühle von Raumeroberung und Freiheit, als Tabuüberschreitung! Objekte, Zeichnungen, Bilder und Szenen zu entwickeln, die dann im Schlosspark ausgestellt werden können und wetterfest sein müssen! Es könnte eine fiktive Zahl von 365 Schauspieler im Verhältnis zu 12 Frauen, die die Catherine Millet spielen, in Form einer Filmaufnahme, von CM beschrieben Liebesszenen und Akten spielen, ohne Einsicht zu gewähren und pornografisch zu wirken. Dazu gibt es 20 weitere Protagonistinnen mit Namen und ganz eigenen Geschichten, die hier noch nicht erzählt werden. Die Aufnahmen und daraus entstandenen Filme könnten dann als ständige Ausstellung um das Schloss herum installiert werden, sodass die Auflage, dass zurzeit keiner den Schoss betreten darf, als 100jährige Verwünschung ausgelegt werden kann. Alles wird ganz üppig im barocken Stil sehr schwülstig und prunkvoll mit viel Pracht und nebulösen Wolken vernebelt und vergoldet, so dass es wie ein Paradies und der Garten Edens wirkt. Was wäre, wenn man den Vorhang lüften würde und man die Szenen live und real als Publikum tatsächlich miterleben könnte. Würde das Publikum dann Lust bekommen auf Gruppensex und mitmachen wollen? Eine Fiktion vom Barock, eine leidenschaftliche Liebeserklärung für die Frau und die Lust und eine Provokation für die heutigen Verhältnisse und Moralvorstellungen unter denen die Frauen in Niederösterreich vereinsamen und in ihren Landhäusern eingesperrt leben. Ein politisches Manifest gegen den Mann, der die Frau und ihren Ruf ruiniert, wenn sie sich allein und frei in der Männerwelt bewegt. Ein Mahnschild zum Mut machen für die Weiterentwicklung der Emanzipation im ländlichen Raum. Nicht nur, dass die Frauen bereit sind, ihre Klitoris mit einem Spiegel selbst zu erforschen, sondern dass es auch möglich sein muss, Männer und ihre Fähigkeiten zum Liebesakt zu vergleichen und Sex von Lebensumständen und Moralvorstellungen zu trennen. Dass die Liebe auch eine Loyalitätsfrage ist, aber nicht eine Existenzgrundlage sein darf, sollte auch ein Diskussionsthema werden. Mit einem Forum für Mädchen, Frauen und Vereine, als Reflektionsplattform könnte, aus diesem Ereignis eine feste Institution werden, die dann jährlich neue Theaterproduktionen und Ausstellungen entwickelt mit einem sich langsam und stetig fixem Ensemble und eine entstehenden Polydramaleitung! Ich lese im "Okkulten Tagebuch", von August Strindberg. Es beginnt so: "Der Frühling 1900 brachte mir viel Arbeit und Erfolg." Siehe oben! Oh, der damalige bringt mir Ärger, bis heute! Und wo bleibt der Erfolg frage ich mich. Irgendwann muss der doch endlich kommen. Wäre wirklich gerne eine erfolgreiche Schriftstellerin. Dieses Buch widme ich meinem Vater als Dank für seine große Unterstützung das ich am Ende freigesprochen wurde. Ebenso all meinen Freunden, die sich um mich gekümmert haben. Ganz besonders Alexandra G., Elisabeth H., Felix D., Hans-Martin W., Sonja B., Ulla G., Julia F., Brunhilde R., Philipp G. und Christine und Frank A., sowie der Familie Nasseh, Gertrude V. und vielen anderen! Und Ingrid und Wolfram, weil sie mich so frei erzogen haben, das ich nie Angst und Sorge habe etwas nicht schaffen zu können. In der Erzählung sind die Namen alle gekürzt bzw. verändert, die betroffenen Personen können gerne nach ihren Psydonymen fragen. Die Geschichte und Rahmenhandlung: Wenn dieser Roman einmal verfilmt wird, oder ein Theaterstück daraus entsteht, dann ist es mir wichtig, dass der Zuschauer im ersten Kapitel unter einen echten Schock gesetzt wird. Musikalisch, filmisch und theatralisch. 1. Weine nicht, Anuschka auch die Zeit im Gefängnis ist irgendwann vorbei, denkste! Es stürmt, hagelt regnet und schneit, ein echtes Aprilwetter. Liebe Anuschka! Grüß Dich, ich habe gestern mehrmals Deinen Namen gerufen, aber Dein Zellenfenster blieb immer verschlossen. Hast Du mich gehört? Ich möchte dass Du immer weißt, dass ich jede Minute des Tages an Dich denke. All meine Gedanken sind immer bei Dir. Morgen bekommst Du das erste Mal Post über den Briefträger von mir. Wird das überhaupt Deine erste Post hier sein? Wie lange bist Du schon hier? Zehn Tage? Oder sind es schon mehr? Ich habe Dich, von der ersten Minute an, geliebt! Als ich Dich zum ersten Mal gesehen habe. Du hast mir so gut gefallen, bist so hübsch und irre nett anzusehen. Du bist hier in der Knasthölle angekommen und trotzdem lachst Du und schaust fröhlich aus, das ist erstaunlich und bewundernswert. Ich habe wirklich begonnen Dich dafür zu lieben. Viel Glück wünsche ich Dir, möchtest Du meine Brieffreundin sein? Dein Xaver Whiter Shade of Pale - Annie Lennox läuft nebenbei... _____________ Und so existiere ich, obwohl ich wirklich nicht begreifen kann, was hier passiert und wo ich mich jetzt eigentlich befinde. Aber eines ist sicher, ich existiere, ich werde geliebt und ich erlebe jeden Tag etwas dass mein Sein rechtfertigt. Schlimmes, gutes und reales. Innerhalb von 24 Stunden sind sicher ein paar auch gute und glückliche dabei. Deswegen kann der Mensch überall überleben, sogar Konzentrationslager, weil es immer etwas findet, was ihn auch freut. Und wenn es nur ein Grashalm ist, an den er sein Herz hängt. Aber die zweite Welt, die irreale, in der ich mich jetzt befinde, die besteht aus dem was ich denke, aus meiner Vergangenheit, die mich hier scheinbar eingeholt hat und aus meinen Träumen. Ich sollte gleichzeitig mehrere Bücher schreiben. Die Phantasien und Erzählungen des Tages, welche aus der Begegnung mit den Tragödien der Mithäftlinge besteht. Ein Traumbuch mit Reflexionen und eben ein Tagebuch. Eines, welche die Ereignisse hier ganz atmosphärisch beschreibt. Eines welches meinen Sinneseindrücke reflektiert, wie z.B. meine Erinnerungen an Goethe; "Über allen Gipfeln ist Ruh!" Ruhig ist es hier, fast den ganzen Tag lang. So viel Ruhe hatte ich noch nie. Mir käme es fast vor wie eine gute Therapie oder eine Kur, bzw. ein Sanatorium, wenn nicht diese irre Armut, der Befehlston und die Strenge wären. Dann wieder möchte ich meine Beobachtungen aufschreiben über die Gegenstände, weiterhin die anderen Mithäftlinge beschreiben, sowie, wie man mit uns umgeht. Das sollte ich ganz neutral beschreiben. Es ist ungeheuerlich und sehr schwer zu ertragen. Die Physiognomie aller Dinge, bzw. das Wesen aller Objekte hier, ist interessant. Wie der Hof aussieht, in dem wir spazieren gehen dürfen, wie die Zellen, die Gänge. Noch die Duschen, das war es bereits. Eventuell noch der öffentliche Trakt, in den man nur darf, wenn man eine Aussprache mit dem Pfarrer hat. Das war es. Größer ist ja unser Radius gar nicht und das wird jetzt vielleicht meine Realität für zehn Jahre. Wirklich, zehn Jahre Haft steht auf das, wofür ich angeklagt bin. Nun gut, wenn man schreiben darf, kann man diese Klausur ja vielleicht aushalten. Ich denke an Ulrike Meinhof und andere Berühmtheiten, die durch die Bücher, welche sie in Haft geschrieben haben, bekannt wurden. Abendbrot! Endlich. Abendrot, die Sonne geht jetzt langsam wieder später unter. Die Idee, ein Tagebuch zu schreiben, ist schon lange gegeben. Ich tue das natürlich erst recht in so einer Situation. Und Zsolt hat mir auch ein hübsches leeres Buch geschickt. Er weiß dass ich es füllen werde. Aber was ist interessant und was nicht? Und welche Struktur soll das haben, mein Buch? 31. März .Und werde ich es einmal veröffentlichen. Dann sind nicht nur meine Gedanken wichtig, sondern auch die Ereignisse in Zusammenhängen. Die Geschichte beruht ja auf einem tatsächlichen Ereignis. Die Namen der Beteiligten sind besser zu ändern, oder nicht!? Soll ich sie auf die erste Letter mit Punkt reduziert. Weitere Namen werde ich zur Poesie der Geschichte verändern, wenn die dadurch Betroffenen einverstanden sind, lasse ich einige auch real, damit es ihnen dient, als direktem Dank für die Ereignisse. Heute bin ich sehr betroffen, ob es gut ist diese Geschichte zu publizieren, oder ob sie nicht besser noch zwanzig Jahre liegen bleiben sollte, bzw. einfach nur für meine Nachkommen da ist: Die Geste, des Dankes ist mir wichtig. Denn über fünfzig Freunde und Bekannte haben mich in dieser Zeit mit dem Nötigsten und vor allem mit Literatur und Post versorgt. Aber auch ganz simple Dinge, wie Seife, Shampoo und Neskaffee waren wichtig, um diese Zeit zu überstehen. Der Mangel an Bewegung war schlimm zu ertragen. Meinen Leidensgenossinnen, die mir Ihre Geschichten erzählt haben und mit denen ich so viele Stunden und Tage zusammen gelebt habe, gilt auch mein Dank. Was sind eigentlich Bewegungsanmutungen? Ludwig Klages habe ich schlecht gelesen. Ich freue mich, wenn ich mehr von ihm lesen kann. Die Autorin, übernimmt die persönliche Verantwortung für alles Geschriebene in Bezug auf Wahrheit und Authentizität. Zusammenhänge und Lücken sind absichtlich verändert, um keine Autobiografie zu schreiben. März, ca. 15 Jahre später. "Weine nicht, Prinzessin Zuckerbrot im Abendrot!" Meine nun mehr beste Freundin meint, so solle ich da ab jetzt heißen. Mitte März, 15 Jahre früher. Xaver beginnt mich seine Prinzessin zu nennen. Er ist sehr poetisch! "Beautyful girl, vergiss die Gitter, die Vögel zwitschern, und es wird Frühling!" "Glück im Knast; oder Gefühle und Emotionen, eingesperrt und ausgeliefert!" So könnte später der Titel für diesen Roman heißen. Oder wird es ein Film, bzw. ein Theaterstück. Szenen: 1. Im Zug; 2. auf der Wache, 3.die Fahrt zum Gefängnis, 4. in Gewahrsam, 5. Isolationszelle, 6. Hofgang, 7. Duschen, 8. die gute Zelle in den Hof, 9. die Höllenzellen mit Blick auf die Hügel, 10. Arztvisite, 11.Beichte, 12. Gerichtstermin, 13. Auslieferung Liebste Anuschka, meine geliebte Brieffreundin, danke für Deine Antwort, ich habe mich sehr gefreut auch von Dir Post zu bekommen. Ich weiß, ich bin der einzige der hier deutsch spricht und daher hast Du keine Wahl, aber mir ist das recht! Ich liebe Dich! Schön, dass Du meine Freundin bist, ich werde Dir jeden Tag schreiben! Du wirst sehen, dadurch vergeht die Zeit schneller, Dein Xaver! Personen: Xaver und Alesch, sowie Jakob und Matthias, die Brieffreunde "Untertitel 5 Monate Abschiebehaft und Untersuchungshaft, prägend für das restliche Leben!" 28.März. Ein besonderer Jahreswechsel, eine besondere Fastenzeit! _____________________________________________________ Weitere Darsteller: Anuschka Brown, ich! Tanja Kirchberg, Mutter von zwei Kindern. Miriam Ludomirkovic, ebenfalls Mami, eine Tochter, aus Moldawien. Palovina Zettel, eine blondhaarige Zigeunerin, deutschsprachig. Petra und Bianca Kusic, aus Bulgarien, beide sehr schweigsam Paula Nusic, aus Polen, ganz lustig und recht jung. Nathalie Kempinski, 15 Jahre, eine Mörderin? Sowie: Frances Decang, soll eine Kreditkartenbetrügerin sein, Ilse Sommer, hat gestohlen, Suzanna Zuep, behauptet Urkunden gefälscht zu haben, Marietta Brown, ist der Geldwäsche angeklagt, Beatrice Bankmann, hat sich mit einem Gauner eingelassen, Elena Licht, hat Blüten gedruckt und ist sehr stolz darauf, Jacquline Hagebuch, fälschte Ihre Lohnzettel und betrog Ihren Arbeitgeber, Rose-Marie Zeppelin, ist wegen Mordversuch angeklagt worden, ist aber unschuldig, Gisele Anders, hat einen falschen Pass benutzt, Verstoß wegen illegalem Grenzübergang, Charlotte Fink, hat die Unterschrift Ihres Mannes gefälscht, Kathrin Gruen, hat sich falsche Pässe machen lassen, Lilli Blau,u hat versucht ein Auto zu stehlen, Winne Buchbaum, hat ebenfalls Dokumente gefälscht u,Angela Carlos, hat sich prostituiert, Anuschka Gordon, war in einer Spielhalle verdächtigt worden wegen Falschspielerin,Valentina Philipp, ist Hehlerin , Zoe Hochegger, eine Diebin, angeblich aber eher unschuldig, Lisbeth Muni, ist wegem fehlendem Visum da, Paulina Kraus, hat auch einen falschen Pass Sophia Mühlbach, ist wegen eine r Schlägerei verhaftet worden, weiter Mithäftlinge! Ich bin nun in einer Fünfer-Zelle. Es ist sehr eng und meisten sogar zu wenig Luft zum Atmen. Es sind 4 sehr gute Frauen, mit denen ich jetzt zusammen bin. Eine ganz junge, ein 15 jähriges Mädchen, welches beschuldigt wird seine Großmutter umgebracht zu haben. Zwei ganz kriminelle Brodellchefinnen. Eine ältere Lehrerin. Eine Historikerin. Verschiedene Neuzugänge und Abgänge. Eine sehr strenge Wärterin Charlotte und eine sehr gute, die anderen, ohne Namen. Ein Pfarrer. Eine Richterin, eine Staatsanwältin, ein Dolmetscher. Verschiedene Transportwärter. Aufpasser. Wächter. Verschiedene Polizisten. Wenn wir uns in einem Film befinden würden. Dann säßen wir jetzt im Zug, hätten gerade die Hauptstadt verlassen. Die letzten Stadtbilder zögen an uns vorbei. Das Abteil, recht voll, keine freien Plätze mehr. Sechs Personen. Auf dem Gang auch viele Menschen. Ein Gedränge, Polizeikontrolle. Suchen Sie jemanden? "Bitte Ihre Pässe!" Eine Deutsche wird kontrolliert, alle Pässe werden mit Blaulicht eingescannt. Wen suchen Sie? Eine ungewöhnlich scharfe Personenkontrolle. "Bitte, Sie müssen mitkommen, Ihr Pass ist nicht in Ordnung!" Das Mädchen muss mit den Polizisten aussteigen. Sie wird durch die ganze Stadt gefahren zu einer Wache. Dort geht alles ganz schnell, es wird bereits Abend. "Sie sind verhaftet! Morgen kommen Sie vor einen Richter, jetzt müssen sie erst einmal bis auf die Wäsche Ihre Kleider ausziehen und mitkommen." Alle Sachen kommen in ein Schließfach, dann geht es in den Keller. Eine Metalltür wird aufgestoßen, eine Zelle mit zwei Pritschen übereinander, ohne Decken, kein Fenster, kein Wasserhahn, kein WC. Kein Abendbrot, gar nichts. Am Leib nur noch ein T-Shirt, Unterhose, keine Socken, keine Hose, kein Pullover und schon gar nicht der Mantel. Wie schön wäre es, jetzt wenigsten diesen, zu haben. "Dort hinein!" Sie ist alleine, dunkel. Es wird kalt. Sie versucht zu schlafen. Was für ein Alptraum. Was ihr bleibt ist die Nonverbale Kommunikation mit Gott. Lieber Gott, bitte mach das das nicht wahr ist. Bitte hilf mir! Bitte beschütze mich und bitte sende mir Hilfe. Sie fühlt sich sehr nackt und sehr ausgeliefert. Das war sie, plötzlich bin ich wieder ich. Ich habe Angst. Lieber Gott, verlass mich nicht, ich verspreche, ich bete jeden Tag mindestens dreimal zu Dir und ich werde ganz fest an Dich glauben. Bitte Hilf mir, dieses Unheil von mir abzuwenden! Danke, lieber Gott! Danke! Für alles, im Voraus! Es wird immer kälter, sie klopft an der Tür. Sie bittet um Wasser und darum einmal auf eine Toilette zu dürfen. Es gibt am Gang ein Pissoir. Man muss stehen. Der Wärter schaut zu. Dann ein schlechter Tee. Sie weint sich in den Schlaf. Es wird Nacht. Sie ist bereits vor Kälte völlig verstört, kann doch nicht schlafen. Später wird eine sehr schmutzige Frau zu ihr hineingestoßen. Völlig durcheinander, irre heulend und verzweifelt. Sie tobt den Rest der Nacht. Keine Möglichkeit ein Auge zuzudrücken. Was wird sein? Was, morgen? Die Angst ins Gefängnis zu kommen, oder die Sorge vor dem Bösen, ein Kampf gegen das Gemeine? Was werden sie ihr antun? Fakten! Sie hatte einmal mit einem Amerikaner ein Geschäft, welches sie aber nach einem Jahr wieder schließen musste, weil ihr das Kapital ausgegangen ist. Die Sinnesphänomenologie hat mich schon immer begeistert. Und das der Mensch nicht nur über Wasser gehen kann, sondern auch in der Lage ist, Berge zu versetzen. So werde ich es auch schaffen hier heraus zu kommen. Wie könnte ich den fliehen? Handschellen, Polizisten und dann dieses angepackt werden. Diese Daumenschrauben, dieser harte Griff! Keine Chance zu entkommen. Immer wird man festgehalten. Ich müsste etwas Kampfsport gelernt haben. Habe ich aber nicht. Warum nicht? Ich werde das sofort beginnen, wenn ich wieder frei bin!2. Kapitel, dieses Kapitel soll der Romantik gewidmet sein und sehr poetisch. "Spürst Du, kaum ein Hauch!" Draußen ist es Windstill. Hagel, draußen stürmt es wenig später. Dann ein schöner Regenbogen, Sonne und endlich kein Wind mehr. Wie die Ruhe nach dem Sturm, war das. Bringen Sie mich erst einmal auf den Stand, was war damals eigentlich los? Warum wurden Sie verhaftet und wie ist es dazu gekommen. Fragen die aufkommen. Anuschka: "In Kürze, wegen einem Mann, den ich stehen gelassen habe. Weil ich nicht mehr wollte, wie er wollte? Oder, weil ich zu mutig war?" Anuschka versucht einen Rückblick, aber vieles hat sie schon vergessen. "Zuerst verbrachte ich einige Wochen auf dem Rücken der Pferde, dann ein Sturz der alles verändert hat." Ich konnte nicht mehr gerade gehen, alles hat sich gedreht, ein Gehirnschädeltrauma." Ein Trauma, begann damit ein großes Trauma? Also, wir befinden uns jetzt auf einem Holzstuhl in einem größeren Raum, auf der Wache, in Györ. Drei Personen sind da, außer der gerade verhafteten Frau, Anuschka Brown. Eine Story, eines Versuches das Leben zu bewältigen? Dem Leben etwas abgewinnen, aus ihm etwas Besonderes zu machen? Sie versucht dem Dolmetscher zu erklären, dass sie Angst hat in Österreich für schuldig gesprochen zu werden. Sie hat zwar keine klare Ahnung für was sie alles angeklagt wurde, aber sie hat Angst. Und sie weiß, ihr früherer Geschäftspartner hat es ihr angedroht, dass er sie ins Gefängnis bringen werde, weil sie nicht mit ihm ins Bett gehen wollte. Mit welcher Geschichte hat es angefangen? Welches Kapitel soll ich aufschlagen. Anuschka sitzt jetzt ihrer alten Schulfreundin gegenüber und möchte ihr die Geschichte erklären und die Tagebücher vorlesen. Ihre Freundin Annette ist krank und muss jetzt lange liegen. Sie hat Zeit zum Zuhören und sie wollte die Geschichte immer einmal komplett erzählt bekommen. Also, zurück zu Anuschka: Ok, Sie wollen nicht ausgeliefert werden, dann bringen wir sie erst einmal in unsere Staatsgefängnis, dort müssen sie warten, bis entschieden wird, was möglich ist. Es ist Anfang März. Sie sollte dort bis in den Juni bleiben. Die Szene: Ein Gefängnis aus Ziegelsteinen für gut tausend Häftlinge. Männer und Freuen, am Stadtrand. Man sieht von manchen Fenstern entweder über die Hügelkette oder auch über das Stadtpanorama. Eigentlich ein ganz schöner Blick hinaus. Der ständig die Lust auf Fluch auslöst. Bewölkt, kein Hauch regt sich. Totale Windstille! Lieber Gott, das ist nicht wahr. Ich bin tatsächlich im Gefängnis. Was soll das, wie lange werde ich hier bleiben. Drei Tage, oder drei Monate? Im Gefängnis angekommen, eingekleidet in die Anstaltskleidung kommt sie erst einmal für eine Woche in eine Isolierzelle im Erdgeschoss. Sie wird beobachtet, wie sie sich verhalten wird, so eingesperrt. Sie starrt die Wand an. Noch gibt es sogar eine bunte Tapete und recht viel Platz. Später sollte sie feststellen, das zwar das Alleinsein in den ersten Tagen sehr hart war, aber besser als gleich den Machtstrukturen in einer winzigen Zelle ausgeliefert zu sein, die dann nur noch halb so groß sein sollte, wie die, in der sie am Anfang war. Am Ende der ersten Woche hatten Sie dann die ersten Kontakte mit anderen Neuzugängerinnen, da war sie schon Herrin ihrer Lage und konnte trösten. Umsiedelung in das obere Stockwerk. Endlich wieder etwas Licht! Und Xaver, er schreibt wieder! Liebe Anuschka, täglich studiere ich deutsch, damit meine Briefe besser werden. Ich weiß, ich mache noch viele Fehler, aber ich liebe Dich. Ich will Dir immer schreiben und das Du immer meine Freundin bist. Ich will Dich heiraten, wenn diese Zeit hier vorbei ist. Du wirst sehen, wie glücklich ich Dich machen werde. Komm mit mir nach Moldawien, ja! Einmal werden wir uns lieben an einem Lagerfeuer im Wald. Kuss Xaver Gänge, andere Häftlinge, zum ersten Mal duschen dürfen. Ohne Seife, ohne Handtuch. Ein kleiner Lappen muss genügen, zum Abtrocknen. Auch daran kann man sich gewöhnen! Nur kein Shampoo, keine Seife zu haben, warten zu müssen bis etwas geschickt wurde, von der Familie, von Freunden, das war unglaublich hart. "Eurochild!" Und dann keine Nachrichten, keine Anwälte, keine Gespräche. Kein Stift, nicht schreiben zu können. Telefonieren schon gar nicht. Eine Person durfte sie dann anrufen. Sie rief Felix an, den Mann mit dem sie sich gerade Ihre Zukunft vorstellte. Dann endlich, die erste Briefmarke! "I want your love!" Ein Verehrer aus dem Männertrakt hat sie ihr in einem kleinen Brieflein beim Hofgang, dem VIHASIKI nach unten geworfen. Toll, diese Kameradschaft. Dann endlich Papier, ein Stift, der erste Brief konnte geschrieben werden. An wen? Was sollte sie schreiben? Jetzt brauche ich die Existenzphilosophen, wie Albert Camus, Jean-Paul Satré, Karl Jaspers, Heidegger und Soren Kierkegaard nicht zu vergessen. Wenn ich über das Sein und den Sinn des Daseins etwas besser reflektieren könnte, dann wüsste ich auch genauer wie ich das hier aushalten kann. Samstag, 2. April /Gefängnis in Györ Super Paketfeste mit Tanja, Paula und Petra Ich bekomme nun fast täglich Pakete. Oft auch mehrere. Es ist eine Ausnahme, dass ich sie auch bekomme. Normalerweise darf man nur eines pro Woche erhalten. Aber ich bin die Deutsche, die Ausländerin und ich schenke die Bücher alle der Gefängnisbibliothek, nachdem ich sie gelesen habe. Es sind viele Bücher, aber auch Kekse, Schokolade und andere schöne Dinge. Ich verteile alles und Teile alles auf in der Zelle, so dass sich alle freuen und keiner neidisch ist. Da bin ich ganz genau und so ist jedes Paket für uns alle ein Fest. Ich bin daher beliebt, weil scheinbar reich an Freunden draußen und reich an Gegenständen hier drinnen. Unsere Paketfeste sind bald Legende Anuschka schreibt in Ihr Tagebuch: "Nun entpuppt sich diese Wochenende in Bruno besonders schlimm. Wir haben eine Gypsylady in die Zelle dazubekommen. Wegen Ihr wurde uns das Fenster verriegelt, wie sind alle sehr sauer. Sonntags ist unser Hofgang, unser "Hofgang" immer schon um 7.00 Uhr. Es war herrlich draußen. Tolles Wetter, Sonnenschein und Frühlingsstimmung. Dieses Licht am Morgen liebe ich ganz besonders. Liebe Anuschka, wohnst Du jetzt mit Tanja zusammen, mein Freund Alesch möchte gerne ihr Brieffreund werden, kannst Du sie bitte fragen, ob sie auch will. Schicke Dir viele Küsse, freue mich Dich zu sehen, wenn Du mir winkst, bin ich immer der glücklichste Mann hier. Ich liebe Dich für immer! Dein Lachen ist das schönste und Deine Figur und alles an Dir! Dein Xaver Mein Plauderfreund, Xaver, hing die ganze Zeit am Fenster. Wir haben viel geflirtet. Für Tanja haben wir auch einen Brieffreund organisiert. Das hält einen hier am Leben, einen Leidensgenossen zu haben, der einem täglich schreibt und dem man ebenfalls alles schreiben kann, was man auf dem Herzen hat und toll ist es natürlich, wenn es einer ist, vom anderen Geschlecht. Alesch schreibt Tanja ab jetzt, sie freut sich. Die Briefchen fliegen wie kleine Glücksbotschaften durch die Fenster in den Hof, genau vor die Füße, wenn es gut geht. Es ist natürlich streng verboten. Deswegen muss man sich dann vorsichtig versichern, beim Bücken, das kein Wärter auf Beobachtungslauer, durch die Luke schaut. Alesch ist ein Zellengenosse von Xaver. Xaver ist der einzige in der ganzen Anstalt, der deutsch kann. Es ist ein sehr altes Gefängnis und die ganze Infrastruktur ist so, wie sie wohl schon vor fünfzig Jahren gewesen ist. Xaver kommt aus Moldawien er ist wegen einem falschen Pass und einem unangemeldetem Autobesitz hier eingesperrt. Die meisten sind Abschiebehäftlinge. Kriminelle gibt es kaum und alle sind sehr jung. Die waren süß heute Morgen, die Jungs. So ausgelassen und fröhlich! Wenn wir diese großen Emotionen nicht hätten, weil wir alle in der gleichen Situation sind, dann würden wir nicht so viel füreinander empfinden. Aber so sind wir bereits wie eine Familie zusammengewachsen! Wieder oben, hat Charlotte Dienst. Sie ist die unangenehmste Wärterin. Schreit immer bös herum und macht ständig einen irren Wirbel. Wir fürchten uns vor Ihr, weil sie uns die Tage zur Hölle macht. Maria ist dagegen unser Engel, sie ist so nett, dass wir es kaum glauben kommen. Wenn sie Dienst hat, dann sind wir besonders brav und vorsichtig. " At last I am free." Also, Charlotte hat Dienst, sie hat uns das Fenster gleich nach der ersten Verwarnung verriegelt, weil unsere neue Mitbewohnerin Palovina so traurig hinausgeschaut hat. Wir dürfen uns nicht zum Fenster lehnen und hinaussehen, nur sehr vorsichtig und heimlich, wenn wir Post von den Jungs bekommen, machen wir das, aber es muss immer einer Schmiere stehen und sofort warnen, wenn sich Schritte nähern. Palovina war traurig. Sie hatte verpasst mit hinauszukommen, heute, weil sie auf der Toilette saß, als Abmarsch war. Pech! Sie ist irre aufgedreht, nervös, albern und lästig. Ich streite oft mit ihr. Sie versteht und spricht aber deutsch. Die erste hier, mit der ich mich unterhalten kann. Glück oder Pech? Könnte sein, dass ich sie einmal zum Übersetzen brauche. Sie ist mir aber sehr unsympathisch. Meine eigenen, neu erworbenen Kenntnisse werden ja eh jeden Tag besser. Mein Wörterbuch benutze ich ständig, es ist mein praktischer Überlebenshelfer und mein zweiter Mund. Der Felix hat mir das gleich in den ersten Wochen geschickt. War ich froh! "Sometimes you win." Ich bin richtig sauer! Ausgerechnet heute bei dem schönen Wetter haben wir keine Frischluft und kein Licht. Es ist so trüb und matt eingegraut, damit man nicht hindurchsehen kann, das Fenster. Und auch mit Xaver konnte ich weder sprechen noch Brieflein austauschen. Er hat vergeblich gerufen. Ich hatte keine Chance. Liebe Anuschka, heute ist es schrecklich, kann Dich gar nicht sehen, Euer Fenster war den ganzen Tag zu. Ich will mit Dir durch Moldawien reiten. Ich kaufe Dir die Schönsten Pferde und ich werde immer für Dich arbeiten und Dir alles kaufen was Du möchtest. Bitte werde meine Frau, ich will ganz viele Kinder mit Dir haben. Dein Xaver "Happy man" In Gedanken bin ich aber bei Zsolt aus Budapest. Habe gerade die letzten Seiten von dem Roman "Mein Herz, so weiß." von Javier Marias gelesen, welchen mir die Katja aus Arad geschickt hat. Welche Emotionen und Gefühle durch meinen Körper wallen. Es ist nicht zu glauben. Durch diese Art der Bestrafung, in Untersuchungshaft gesteckt zu werden, wegen Fluchtgefahr, fühlt man sich sehr gedemütigt. Alles Antennen des eigenen Seins sind aufs überleben und durchhalten ausgerichtet. All das Wollen und Streben im Leben. All das Manipulieren, Zwingen und Nötigen. Die ganzen Machtverhältnisse, denen wir so ausgesetzt sind. Wenn ich bedenke, dass Felix aus Wien keinen Kuss von mir bekommen hätte, wenn meine Mutter nicht insistiert hätte, warum ich noch nicht verheiratet bin und keine Kinder habe. "We are the music makers" Ich habe jetzt im Moment aber wirklich keine Lust nur Hausfrau und Mutter zu werden. Freue mich sehr auf das Unterrichten. Die Stundenvorbereitung gelingt mir ja recht leicht, konnte ich bereits feststellen. Ganz genau weiß ich, was ich nicht will. Diese Abhängigkeit vom Mann, dieses sich Opfern müssen und diese irre Armut. Immer erst nachdenken zu müssen, was der andere empfindet bevor man seine eigenen Empfindungen auch nur äußert. Und dann die Empfindlichkeiten der Männer. Ihre Stimmungen, welche das auch immer sind. Immer in Reflektion zum anderen zu leben und nicht alleine hinausgehen zu können. Das nenne ich eine richtige Selbstaufgabe. Wenn das die Liebe ist und wenn nur dadurch Liebe gelebt werden kann, dann ist für mich die Liebe arm. Entwickle ziemlich viel Phantasie und hoffe sehr, dass es meinen Studenten und Schülern auch allen Spaß machen wird und sie ganz motiviert bei der Arbeit sein werden! Aus dem Radiolautsprecher im Hof: "Every breath you take, every move you make, every bond you break, every step you take, I´ll be watching you!" Police, hier in Ungarn! Super. Wie sehr wünsche ich es mir, das alles klappt und ich im April noch frei komme und ich meine Klasse übernehmen kann. Auch die Internetkurse werde ich gerne machen. Niederfladnitz, eine eigene Welt. Ein Dorf im Umbruch nach der Wende. Es könnte mir dort gefallen. Lieber Xaver, es tut mir leid, ich kann nicht mit Dir nach Moldawien gehen. Ich habe eine Stelle als Lehrerin und ich freue mich bereits sehr auf diese Arbeit. Bitte sei mir nicht böse. Ich weiß dass Du mich liebst und ich verspreche Dir, wir werden uns in Freiheit einmal treffen. Oh! Deine Anuschka "Le Freak!" Meine Angst vor dem alleine Leben habe ich aus dem Weg geräumt, in dem ich mich dazu entschlossen habe, Nathalie und ihre Familie, mit ihrem zwei Kindern aufzunehmen und mit ihnen zu leben. Für sie irgendwie auch zu sorgen. Habe sie so sehr ins Herz geschlossen. Hoffentlich ist ihr Mann nett. Aber sie ist so clever, so arbeitswütig, so sauber, dass ich mich schon sehr darauf freue. Bin gespannt, was sie mir auf meinen Brief antwortet. Unsere Paketfeste hier waren immer so super. Gründe zu suchen und immer alles sehr intellektuell zu rechtfertigen, bzw. auch wieder zu negieren, das ist hier der Versuch! 2. April; Gefängnistagebuchnotizen, Frühlingsstimmung, Vogelgezwitscher und eine laue Prise. Ich stecke meinen Kopf in mein Tagebuch, rundum all meine Bücher und Aufzeichnungen. Ich finde einen Grund die Geschichte von mir aufzuschreiben, oder doch nicht!? Die Geschichte lasse ich hier im Moment noch aus, weil sie gut durchdacht gehört! Es gibt auch so viele Gründe sie für sich zu behalten. Nur die Phantasie der meisten Menschen geht mit ihnen durch, wenn sie nicht die wahre Geschichte kennen. Ich habe Angst, alles was ich schreibe kann auch beschlagnahmt werden und gegen mich verwendet werden. Daher schreibe ich besser nichts über die Vergangenheit, dachte ich damals. Mache besser keinen Bericht über all die unglücklichen Ereignisse und Geschehnisse, warum ich nun hier in dieser Lage bin. Ich berichte es nur meinem Anwalt. Aber ich versäume nichts, aber ich sorge mich, dass auch alles in die richtigen Hände kommt und nichts kopiert wird und dann nach Wien geschickt wird. Ich fürchte mich vor der Justiz und vor dem Urteil. Antena Camino del sol. Viel denke ich an meine Eltern. Wie groß meine Distanz zu ihnen ist, ist fast erschreckend. Meine Mutter wird sich sehr schwer tun. Was wird sie sagen, wenn sie die Nachricht erfährt! Ich im Gefängnis, und schon so lange. Anna Martha Wainerwrught machte Ihren Vater zum Thema eines Songs, sie sagt im Rückblick über Ihre Eltern: "wir waren schließlich nicht die Familie Von Trapp! Aber die Probleme, die ich mit meiner Mutter und meinem Dad habe, sind wahrscheinlich bei Weitem nicht so groß wie die meiner Freunde und deren Eltern - weil wir keine Geheimnisse voreinander haben." Ich hatte immer Geheimnisse. Ich kann mir sowieso gar nicht vorstellen keine Geheimnisse, und kein eigenes Leben zu haben. Ich finde Privatheit wichtig! Aber in der Liebe sollte man sich natürlich vertrauen. "This is not amerika!" David Bowie liebe ich sehr. Die Radioberieselung aus dem Hof tut mir gut. Liebe Anuschka, ich warte immer, Dich zu sehen. Wenn Du spazieren gehst und zu mir hinaufschaust und mir winkst, dann bin ich so glücklich. So viele Briefe schreibe ich Dir jeden Tag und danke Dir auch sehr für all Deine lieben Antworten. Spüre Deine Freundschaft und Deine Nähe, sind es ja nur 5 Meter durch die Luft, die uns trennen. Liebe, liebe Dich, für immer Deine Xaver! Ich wollte immer eine Famme Fatale sein! "I am a model and she is looking good... Eine geheimnisvolle Frau, welcher die Männer in Scharen zu Füßen liegen! Diese Situation, jetzt, hier im Gefängnis, sie ist ja sowieso schlechter als in einem richtigem Spielfilm. Alles ist zu ungeheuerlich und so unglaublich schlecht. Aber ich bin schnell prominent geworden, als einzige Deutsche und schön finden mich alle. Das ist Öl für meine Haut. Fühle mich zurück gebeamt mindestens um fünfzig Jahre Weltgeschehen, wenn nicht sogar um hundert Jahre. Wie werden sie sich verhalten, was wir mein Stiefvater dazu sagen? Wie meine Ex-Freunde und Geliebten reagieren? Macht es mich spannend? Werden sie neugierig was sich alles hinter mir versteckt? Aber ich bin gut. Mit Kriminellen möchte ich gar nichts zu tun haben. Hier ist alles so, als wäre man wirklich in eine Zeitmaschine gesteckt worden, retour. Alle werden jetzt irgendwie getestet werden. Die Wahrheit über Freundschaft und Zuneigung kommt jetzt ans Licht. So wie sich meine Freundin aus Arad, die Gitti bereits als echte Freundin erweist! So tolle Post! Am Meisten schreibt mir im Moment Sonja. Abe auch von Alexandra und Ulla bekomme ich sehr liebe Briefe. Die Nasseh´s halten ebenfalls richtig zu mir. "Das Mädchen aus dem Song", ich lese es bereits seit zwei Tagen. Die Rolling Stones, die Beatles, Bob Dylan und Suze Rotolo; Paul McCartney und Elton John, The Velvet Underground und Pink Floyd,... alles die Musik meiner Jugend. Lieder und Songs die mein Herz bewegen. Die Suche nach der großen und einzigen Liebe. Anuschka, weine nicht. Bitte ich will das nicht. Was macht Deine Stimmung? Bitte ich möchte nicht, dass Du traurig bist. Hast Du schon genug vom Gefängnis, stimmt´s!? Wenn man lustig ist vergeht die Zeit schneller. Gleich werden wir spazieren gehen. Ich werde aber hier bleiben, um Dir zu schreiben und Luftküsse schicken zu können. Ich liebe Dich, Du wirst sehen, unsere Zukunft wird sehr schön. Xaver Ob ich gerne mit ihm ins Bett gehen würde? Marianne Faithfull schreibt dazu auf Seit 21 dieses poetischen Buchs, " Wenn man ein gutes Gefühl hatte, machte es man einfach; es wäre die reinste Heuchelei gewesen, nicht mit jemandem zu schlafen, nur weil er oder sie mit jemand anderem zusammen war. Das kenne ich, dieses Gefühl von Unverbindlichkeit in der Liebe. Sex ist eine Laune des Augenblickes und es verpflichtet weder, noch bringt es andere Verhältnisse durcheinander. Es ist schön, aber nicht so wichtig. Man macht es einfach aus einer Stimmung und einer Laune heraus. Hier könnte ich sogar Lust haben mit mehreren Jungs zugleich eingesperrt zu sein. Wie toll ist die Phantasie in eine Zelle von den Jungs hineingelassen zu werden. Aber ich verbiete mir diese Auswüchse der Erotik. Ich habe natürlich Rapunzel dabei im Kopf und Dornröschen. Die Prinzessin, die warten kann auf den einen, den einzigen und den richtigen, diese Prinzessin möchte ich natürlich gerne sein. Man macht nicht, was man Lust hat und ist nicht irre aufgedreht und hypersexy auf die Jungs erst recht nicht, wenn man angeklagt wird. Ein, zwei Wärter schauen auch noch zu und sind auch noch elektrisiert, so etwas Verbotenes und Verrücktes zu tun, soweit käme es noch. Aber es ist süß und sehr sexy, solche Spielereinen im Kopf zu haben, weil wir alle so irre ausgehungert sind nach Liebe und so sehr bestraft, weil eingesperrt. Diese Phantasie ist mir eine der liebsten geworden. Dieser Brief von Xaver hat mich im Hof erreicht, heute früh! Suzanne hat immer Sex mit einem Wärter in der Schleuse. Ich aber habe Sehnsucht nach den Küssen von Zsolt aus Budapest, obwohl ich davon träume Felix zu heiraten und nun diese Liebesbriefe hier, mit immer mehr Herzklopfen, fast täglich erhalte. Haben wir uns zwar nur einmal geliebt, so ist er doch tief in meinem Herzen gelandet. Wie sicher er war, dass ich ihn mit offenen Armen empfangen werde. Er hat meine erotische Zuneigung zu ihm sofort gespürt. Was ist los bei ihm? Wen liebt er? Was macht sein Herz und wie sind sein Gefühle? Will er mit mir einen Film machen? Denkt er an mich? Geht er viel spazieren? Liebt er mich ein wenig?" "You told me again ...you prefered. Some men! But for me you would make an exception." 3. April Heute ganz liebe und sehr lange Briefe aus Arad erhalten! Sehne mich so sehr nach Literatur. Klassische und alte habe ich am liebsten. Die griechischen Tragödien, die machen mich stark. Ob draußen noch ein Paket auf mich wartet. Ich habe Sorge, ob es meinem Vater gelingt eine Verteidigung für mich aufzubauen? Ich schwimme in einem großen Chaos an Emotionen. Wenn ich zurückdenke, dann ist alles wirr. Habe meinem Anwalt alles bis ins Detail genau erklärt und geschrieben. Diese Briefe sind wirklich eine große Beichte. Ob ich das jemals jemanden lesen lassen werde? Ob er sie aus der Hand gibt? Meine Freundin Gitti und Angst vor der Auslieferung Am Meisten freue ich mich über Gitti und das sie sich als so tolle Freundin entwickelt. So ein nett zusammengestelltes Paket. Mit ganz viel Neskaffee kam hier an und so viele richtige ganzen Tafeln Schokolade, die den Aufenthalt in den letzten Wochen so versüßt hat. Ich, Anuschka Brown, lerne zu horten und zu sparen, obwohl ich auch gerne mit vollen Händen austeile und verschenke! Regenwetter. Udo Lindenberg und Nina Hagen singen; "Romeo und Julia". Bin aber auch sehr neugierig, wie sich nächste Woche alles entwickeln wird. Ob ich am kommenden Wochenende noch hier sein werde? Lieber wäre es mir natürlich, dann schon "frei" zu sein und in Wien. Gleich frei gelassen zu werden, auf Kaution, direkt nach der Abschiebung, davon träume ich. Aber eventuell lerne ich auch noch die Wiener Gefängnismauern von innen zu betrachten. Dort soll alles viel toller, besser und fortschrittlicher sein. (Später musste sie feststellen, dass aber der viel Beton und die modernere Ausstattung viel weniger Raum zum Atmen lassen. Nur das man natürlich eine viel besser Disziplin gelernt hat und sich dadurch dann auch besser fügen und benehmen konnte war sofort zu spüren. So zum Beispiel, der Umgang mit Wärtern. Wie man sich zu bewegen hat, wo man stehen und gehen durfte. Das hatte sie tief im Blut und dadurch hatte sie gleich das Wohlwollen der Wärterinnen auf ihrer Seite.) Die Wirklichkeit einer niederen Dimension, wird durch eine Höhere nicht aufgehoben, sondern nur relativiert. Liebe Anuschka, schau nicht traurig, mein Herz ist bei Dir. Einmal möchte ich Dir meine Heimat zeigen. Einmal möchte ich, dass Du bitte mit mir kommst. Du hast einen schönen Gang und so eine tolle Haltung, bitte lächle. Heute ist das Wetter schön. Ich wünsche Dir einen schönen Tag, bis morgen, Küsse, Dein Xaver In Wien, in der Josefstadt, sind 10 Personen in einer Zelle wird berichtet. 1 x pro Woche Kino. Das hat nicht gestimmt, stattdessen Luxuszellen mit Fernsehen, wenn man es sich leisten konnte. Soll ich schweigend beginnen, wenn ich vor dem Richter stehe? Oder so: "Ich bin Katholikin, ich bete um ein gutes Urteil. Ich bitte das Gericht, mir eine Chance zur Wiedergutmachung meiner Schuld zu geben. Dazu brauche ich meine Freiheit und die Möglichkeit wieder arbeiten zu können. "Phantastisch was ich alles für Phantasien entwickeln kann, wieder arbeiten zu können und wie viel Geld, wirklich viel Geld, ich verdienen könnte, das male ich mir aus. Keine Wurstfabrik, aber eine Kleider- und Modeindustrie schwebt mir vor. Anuschkas träume sollen wahr werden. So viele Fragen. Wenn man in einen Hungerstreik tritt, wie lange braucht man zum Sterben? Ich denke wieder am meine Freundin Gitti in Arad und Ihre Arbeit beim Bayerischen Rundfunk. Wie sie sich durchbeißt um ihre zwei Mädchen großzuziehen und ihnen alles bieten zu können, was man so braucht. Die morgige Wirklichkeit holt Anuschka ein: "Anwältin, Staatsanwalt, Richter, ein Dolmetscher und eine Tippse... ich, ein Stuhl, in der Mitte! Werde ich alles richtig machen? Soll ich mich ausliefern lassen? Was habe ich für eine Wahl und was für Möglichkeiten? Streik? Hungerstreik? Danach, leere und Angst. Unsicherheit und Panik. Mein Puls geht schneller! Ich fühle mich so vieler Dinge schuldig. Schuldig, nicht auf mich aufgepasst zu haben. Keine Vorsichtmaßnahmen und Regelungen getroffen zu haben. Nicht gekämpft zu haben. Keine klare Position bezogen zu haben. Nicht kleine Schritte unternommen zu haben, um mich zu retten. Was wird alles auf mich zukommen? Was ist mit meiner Liebe zum Zsolt und einem Leben in Prag, oder eine Ehe mit Felix? Will er vielleicht doch mehr? Wie er mir gefallen hat! Was ich für ein Bauchkribbeln spüre, wenn ich an ihn denke. Wann bekomme ich wieder Post von ihm? Liebe Anuschka, jeden Tag habe ich jetzt Post von Dir und Du bekommst immer auch zwei-drei Brieflein, stimmst. Gut funktioniert unsere heimliche Luftpost! Tausend Luftküsse, Dein Xaver Wer wird mir nächste Woche überhaupt alles schreiben? Post! Das Warten auf Post ist eines der wichtigsten Momente hier, im Zellen leben." Post aus Arad, Post aus Prag, aus Lohe, das freut mich ganz besonders, aber auch aus Kirk und Wien! Post von all meinen Freunden. Die sind alle treu und halten zu mir! Das ist toll! Hätte nie gedacht so gute Freunde zu haben. Danke Gitti, Du bist wirklich eine tolle Freundin, danke, danke, danke... Wenn ich aus diesem Teil meiner Geschichte einen Film machen müsste, dann wäre das ein Songtitel. Danke, danke für die Schokolade in den Knast. Danke Anuschka, für die Schokolade, Du bist lieb, Du teilst sogar Deine Geschenke. Ich hatte keine Schokolade für sechs Monate. Das ist wie ein Fest, Du bist sehr lieb. Dein Xaver "The clouds will be a daisy chain, so let me see you smile again..." Ich mag zwar Songs wie, Danke, danke für die Blumen von der Tanke von der Barbara Schöneberger, aber auch das; "Ich will keine Schokolade, ich will einen Mann, ...“ von diesen Blue Velvet Jungs, deren Konzerte ich so sehr mag. Danke, danke Gitti, für die Schokolade, den Kaffee und das Shampoo in den Knast. Danke, Deine Pakete waren immer die wundervollsten. Immer eine neue Lektüre und immer Schokolade und Kaffee. Danke, Danke für das Horten lernen und die Menge an Schokolade, die mir viele Wochen versüßt haben, die ich teilen konnte und mir wie Gold vorkamen, danke Gitti, ich werde mich immer daran erinnern. Nun habe ich aber Angst, Angst vor der Abschiebung und das Wissen, das ich dann wieder ohne Hab und Gut dastehen werde. Man wird mir wieder alles wegnehmen. Die ersten Tage ohne Pakete im neuen Gefängnis, ohne Post, die werden wieder die kältesten sein. Ohne Schokolade und Lektüre im Gefängnis, aber danke Gitti, "Danke, danke für die Schokoladen in den Knast". Nun betrachten wir einmal die Realitäten. Jetzt könnte ich eine Mediation gebrauchen. Lieber Gott, hilf mir bitte, ich drehe durch ohne Deinen Segen. Keine Messe, kein Pfarrer. Jetzt habe ich schon wochenlang darum gebeten. Wann ich endlich einen Priester zu sehen bekomme. Ich will beichten. Ich brauche eine Erlösung. Fühle mich für so irre viele Dinge schuldig und so gemein angeklagt. Bitte lieber Gott, mach dass ich bald beim Priester einen Beichttermin bekomme. Anuschka: "Morgen ist mein Prozess hier, hoffe dann bald nach Wien transportiert zu werden. Werde meine Bücher der Bibliothek hier stiften, oder mitnehmen, ich weiß es noch nicht. Es gibt keine deutschen Bücher. Das werden die ersten sein. Also lasse ich einige da und andere nicht! Im Angesicht des Feindes; Der Vorleser; „Mein Herz so weiß.“ Kein deutschsprachiger Mensch soll hier je wieder eine solche langweilige und schwierige Anfangszeit haben, wie ich! Hoffe sie lassen die Bücher auch im Bestand und geben sie nicht weg. Man spürt immer noch diese Feindlichkeit gegen alles Deutsche." Ich erfinde die Geschichte von Anna von Hagedorn... (Soll ich diese auch veröffentlichen, oder nicht? Das ist noch die Frage!) Endlich holt mich ein Pfarrer ab. Es wird behauptet, mit ihm kann und soll man Sex haben. Es ist der einzige Mann, mit dem man einmal ungestört und unbeobachtet länger in einem Raum ist. Ich bin nervös, habe Sorge und Angst genötigt, oder sogar vergewaltigt zu werden. Irgendwie scheinen mir diese Geschichten aber auch so ungeheuerlich und gruselig, eben damit man nicht mitgeht mit ihm. Er wird angeprangert, wie der Teufel. Nun ist so viel Zeit vergangen, nun will ich auch mit ihm sprechen. Er nimmt mich bei der Hand, wir gehen ewig lange Gänge entlang. Dann werden Türen aufgeschlossen und plötzlich sind wir in einem Trakt, der sich total vom den für Häftlinge unterscheidet. Wir sind in einem Zimmer alleine. Fast eine Stunde. 5. April, Pavlina erzählt uns gerade wie schlimm Ihre Mutter ist und war. Sie heult sich richtig aus. Wir halten es kaum aus und haben alle eigentlich gar keine Lust Ihre Seelentröster zu sein. Uns ist sie sehr anstrengend. Andererseits ist sie auch etwas sympathisch, wie sie so beginnt darüber nachzudenken, warum sie hier gelandet ist. Aber das ihre Mutter schuld sein soll. Das mögen wir nicht. Liebe Anuschka, wie lange wirst Du noch hier sein, hast Du eine Idee, weißt Du schon etwas? Dein Xaver Ich wollte noch erzählen, wie meine Beichte zu Ende ging. Ich habe große Hoffnungen in ihn gesetzt und darin, dass er mir hilft Hilfe in Tschechien zu bekommen und von all den wichtigen Menschen die ich kenne. Ganz persönliche Sachen und Trauma habe ich berichtet. Aber auch das so schlecht über ihn gesprochen wird. Er hat mich nicht angerührt, aber mir auch nicht geholfen. Er hat gar nichts für mich getan. Hätte ich mich anbieten müssen? Nun, jedenfalls war es ein Highlight meiner Tage und eine enorme Abwechslung und Aufregung! 6. April. Meine Freundin Sabrina trifft mich mitten ins Herz. Sie schreibt mir von einem Telefonat mit meiner Mutter. Diese ist sehr traurig und sehr deprimiert. Sabrina meint, sie wäre kaum zu trösten. Es tut mir leid, wie schön wäre es, wenn sie zu Besuch käme, dann könnte ich sie sicher trösten. Mir geht es hier nämlich jetzt ganz gut. Fühle mich stabil und erwachsen. Habe nicht einmal so große Angst vor einer langen Gefängnisstrafe. Die soziale Sicherheit und das Versorgt sein sind nicht schlecht. Das gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit. Draußen habe ich das nicht. Der Kampf um das tägliche Überleben ist zu groß. Ich schwimme da draußen nicht nur in einem Haifischbecken, wie man so sagt, sondern fühle mich oft sehr verlassen und einsam. Das Leben außerhalb der Zelle ist einfach viel härter. Mein Tempo, welches ich immer zulege ist aber wohl mein Hauptproblem. Bin fast ein Nurd im Internet geworden. Cyberspace, Du machst mir wirklich Angst und Sorge. Wie komme ich jetzt darauf? Lese den Roman von Henning Mankell "Die weiße Löwin." Was ist wenn man verschwindet. Ich komme mir auch so verschwunden vor. Träumte heute Nacht davon zu heiraten. Aber vorher habe ich selbst aus mir eine Ritterin gemacht und mich zum Adel geschlagen. Ganz simpel mit einem Plastikschwert. Ein komischer Traum. 7. April. Vom meinem Ex-Freund, dem Gartenarchitekten geträumt. Habe im Traum unsere Wohnung wieder betreten dürfen. Es war schön. Ich habe das Zusammenleben in Prag mit ihm wirklich geliebt. Dann, als ich aufgewacht bin, war es noch da, dieses Gefühl einen lieben Menschen geliebt zu haben. Mir ist ganz warm ums Herz. Was heute auf mich zukommt. Frühlingswetter! Ständig wechselnde Stimmungen. Von wem ich heute Post bekommen werde? Bin fertig mit dem Strindberg. Brauch dringend wieder Literatur. Theaterleben ist doch sehr anstrengend. Immer diese neuen Engagements und dann wieder neue Städte, neue Mitspieler und Kollegen. Das Theater fordert viel. Bin ich froh, dass ich keine Schauspielerin geworden bin. Schreibe Briefe in Massen. Versuche alle Freunde zu aktivieren und alle Kräfte zu mobilisieren. Hole mir von überall Hilfe. Erzähle jedem mein Leid. Habe Gott sei Dank ein sehr volles Adressbuch. "Protection" Der Name der Rose von Umberto Eco, über ein verschollenes Lachen. Der Teufel ist die Anmaßung des Geistes. Ich tauche ein, in die Welt der Benedektiner Mönche. Und fühle mich recht glücklich. Wieder gutes Wetter. Viel Wind. Nathalie erzählt uns ihre Geschichte. Ich werde traurig. 8.April. Die Tage ziehen jetzt rasend schnell vorbei. Alles dreht sich immer schneller. Ich schreibe und schreibe und habe Gott sei Dank auch genug Briefmarken. Manchmal muss ich haushalten und mir überlegen, an wen ich die aktuellen Briefe zuerst abschicke. Aber dann werden sie nur dicker und länger, wenn sie länger bei mir liegen. Meine Briefe. 9. April Bin ängstlich, unruhig und nervös! 10 April / Györ Große Verzweiflung macht sich in meinem Herzen breit! Heute habe ich mich endlich getraut Abel B. zu schreiben. Irgendwann muss ich das einmal in einer Erzählung zusammenfassen. Diese Begegnung. Diese Reise nach Mallorca. Diese Aufenthalte in Cannes und Nizza. Das große Leben welches ich geführt habe. First Class Flüge, Hotels, Dinners, Gesellschaften und lauter irre reiche Leute! 11. April Aber mein Brief ist dann doch erst heute losgegangen. Meine Geheimnisse, mein Leben. Das ist eigentlich ein Luxus, dass ich bereits so viel erlebt habe. Romane könnte ich füllen und nicht nur von amourösen Abenteuern und tollen Liebesgeschichten, sondern auch politische Ereignisse und historische Zusammenhänge. Fühle mich wie eine Zeitzeugin des 20. Jahrhunderts bzw. des 21., welches jetzt gerade begonnen hat. Lese Stefan Zweig. Wie gerne hätte ich einmal einen Hund! Und einige Reisen muss ich machen: Mit der Transsibirischen Eisenbahn möchte ich einmal bis Wladiwostok fahren und retour. Und dann natürlich die Chinesische Mauer sehen und auf der alten Seidenstraße unterwegs ist. Außerdem nach Timbuktu und in die Südsee. Grönland lockt mich auch und selber zu fliegen. Wie gerne hätte ich damals auf Mallorca meinen Pilotenschein gemacht. 12. April Ist die Idee gut? Mein Traumtagebuch hält mich ganz schön auf Trab. Es belastet mich, was ich alles so träume. Aber es fühlt sich auch etwas so an, als wenn ich meine Vergangenheit verarbeite. Also, wie war das Boot fahren und Rudern gehen in meiner Kindheit hatte ich heute zum Thema und den Traum ein Versteck zu bauen, mitten unter einer recht öffentlichen aber sehr romantischen Brücke. Ein Geheimversteck für uns Mädchen. Fünf Freundinnen, die Abenteuer erleben wollen. Und von einem eigenen Hund träumen. Einem Gefährten. Welche Idee? Was wird passieren? Jetzt bleib mal auf dem Teppich und schweif nicht immer ab! ...ein Hund hier? Auf dem Flur, hab ich einen gehört? Das kann nicht sein? Wirklichkeit, Traum, Visionen und Fiktion beginnen sich zu vermischen. Werde ich verrückt? Muss ich fliehen? Ja, langsam drehe ich durch. Ich entwickle eine Fata Morgana. Ich erfinde wieder Fluchtträume. Über die Dächer. Ein Sprung ins Tiefe und dann ab die Post. "Der Tote Tag" von Ernst Barlach. 13. April Post von meinem Vater, die mich wirklich sehr traurig macht. Interessant, das ich mich hier im Zellenleben so geborgen und so gut aufgehoben fühle. Das liegt bestimmt an den vier super netten Mädchen, mit denen ich hier zusammen lebe. Deren Geschichten, die gehören auch erzählt. Dieser genaue Rhythmus hier und die vielen Regeln, die geben mir ein Korsett, in dem ich mich recht gut bewegen kann. Und so viel Zeit zum Arbeiten, zum Schreiben. Habe ein Buch begonnen mit kleinen Erzählungen. Es geht dabei um die Orte meines Lebens. Im Moment bin ich in New York und berichte, was mir dort alles so passiert ist. Eine große ungeheuerliche Stadt, in der man wirklich täglich sehr viel erlebt, wenn man sich frei und ungezwungen bewegt und neugierig und mutig! Ein Kind verirrt sich im Dschungel der Großstadt und braucht ewig, bis es wieder nach Hause findet. Kein Problem, kein Ärger, niemand hat sie vermisst. Sie darf sich alleine und sehr frei bewegen, sie ist noch keine acht Jahre alt. 14. April, mitten in der Woche. Die Wochentage verschwimmen, aber die Sonne scheint warm und sehr hell. Darling, where are you, I miss you! Jakob Jakob, danke, wieder ein Zettelchen von Dir, beim Hofgang. Habe es bereits irre vermisst! Alles hat hier seine Ordnung. Auch die Liebe. Die Jungs sind ziemlich treu und konstant in Ihren Zuneigungsbeweisen. Ich habe eine Vision. Denke mir aus, dass das hier alles nur ein Film ist und wir am Abend ins Hotel gehen und dann alle wild durcheinander, jeder mit jedem Sex hat. Da alle so nervös sind vom Haftleben, in das sie sich hineinversetzen müssen tagsüber, während gedreht wird. Gerät abends alles ziemlich außer Kontrolle. Das ist eines meiner Lieblingsphantasien. Es ist kaum zu glauben, wie einem die Enge der Zelle nach einigen Monaten auf die Nerven geht! Also ich habe das Buch Quergelesen und sofort begonnen eine eigen To do Liste zu machen und einen Plan. Soll ich mit der Scientology Kirche zuwenden? Was mir Arbeit bedeutet? Kaum zu glauben, ein Freund aus Wien schreibt mir, dass ich mein Schicksal absitzen muss. Das ich sicher schuldig bin und halt dazu stehen muss. Er wünscht mir eine gute Bekehrung und eine besinnliche Zeit der Einkehr und Stille. So ein ... A.! Wie gerne ich arbeite. Mein Dasein hier empfinde ich auch als Job. Und ich schreibe fast mehr als dreizehn Stunden täglich. Soviel könnte man in einem anderen Leben ja gar nicht schaffen. Aber ich habe ja auch wirklich gar nichts zu tun, außer zu schreiben. Also, ist das mein Job. Wenn ich nur endlich eine ganz richtig und normale Arbeit hätte, eine Festanstellung, ein regelmäßiges Gehalt. Frauenarmut ohne Verdienst, das bringt einen um! Adelig sein oder sich als Monarchistin zu begreifen und die Aristokratie als Sozialisierung gut zu finden ist ja heute ein sehr spezielles Thema. Ich will es sein, in meiner Haltung und in allem, was ich tue! Habe mich ja vor ein paar Tagen im Traum erst zum Ritter geschlagen. My baby took my heart from me, she packed it all up in a suitcase Lord, she took it away to Italy, Italy ...5.Kapitel; Ein Rückblick in meine Vergangenheit, meine Liebe zu Italien, gestern und heute. Ich träume schon immer von einem Leben in Italien. Ich liebe die Kunst und das Lebensgefühl dort. Aber auch den Lebensstil und eben das gute Leben. Else Lasker-Schüler begleitet mich in diesen Tagen. Das hat sie schon früher. Ich liebe Ihr gesamtes Werk. Meine Fragestellung in der letzten Woche war, was mache ich falsch um eine Arbeit zu finden und zu halten. Warum behalte ich nie lange eine Stellung? Da sich das nicht nur auf mein Berufsleben bezieht, sondern auch auf meine familiäre Situation und auf mein Privatleben, möchte ich herausfinden, was ich falsch mache. Da ich in Bezug auf meinen Glauben an die katholische Kirche gerade eine sehr große Fragestellung erlebe, habe ich mich der Scientology Kirche zugewandt in der Hoffnung dort Lösungen und Antworten für meine Themen zu finden. Heute Nacht geträumt, ich bin in einer Kirche, die abbrennt. Die Türen waren von außen verriegelt. Keiner konnte hinaus, wir sind fast alle verbrannt und beinahe gestorben, bis wie durch ein Wunder der Brand von einem Gewitter gelöscht wurde. Es gab über dreihundert Tote. Ich habe überlebt und geholfen die Leichen zu vergraben. Ein Horror, aber zurück, zu meinem Thema: So interessiert es mich zum Beispiel dafür, in einer Gemeinschaft von Menschen zu erleben, die sich und die Welt verbessern wollen. Dass das Gute siegt und siegen kann, wenn es sich aufmacht, das Böse zu begreifen und zu schwächen, daran glaube ich. Der Traum wird wahr. Ich erinnere mich an einen Film, in dem waren Juden so eingesperrt, in England, aber es hat keiner überlebt. Gott hat kein Gewitter geschickt. Das war mein Traum. Ich hoffe aber, dass ich diese Hoffnung niemals aufgeben muss. Und das Gute wirklich siegt, eben im Kampf gegen das Böse. Wie schwer mein Herz ist! Nachtwachen! Bonaventura macht mich sehr nachdenklich. Ich komme immer wieder auf verschieden Tollheiten. Schreibe die süßesten Liebesbriefe an Zsolt. Bin so verliebt. Alle anderen Verehrer können mir wirklich gestohlen bleiben. Sein Foto drück ich an mein Herz. Jede Nacht vorm Einschlafen küsse ich es und träume, träume dass er mein wirklicher Geliebter wird. Der geliebte Mann meines Lebens. Sein Briefe sind mir das Liebste und heiligste, was ich hier besitze! Von Tag zu Tag wird meine Laune schlechter. Alles geht mir hier auf die Nerven! Es ist so eng, so eng hier. Die Zellen sie geben jedem nicht einmal zwei Quadratmeter Platz. Ich drehe durch! Da muss man ja Klaustrophobie bekommen. Heute scheint die Sonne! Denke immer wieder an Mutter Courage. Frauen können wirklich stark sein. Als meine erste Herangehensweise war es herauszufinden, wie ich mir eine berufliche Zukunft erträumen würde. Also was sind meine Träume heute? Ich will hier raus! Freiheit! Frei sein, ich will nur noch frei sein. Gefängnis, das ist doch wirklich eine Sackgasse. Endstation Sehnsucht! Die Antwort ist eigentlich neu und doch alt. Also ich würde gerne in die Lehre und Forschung gehen können und universitär einen Fuß hineinbekommen in das Getriebe derer, die denkend die Schüler von morgen dahin bringen können sich besser zu entfalten und weniger Fehler zu machen, als wir bzw. meine Generation es noch getan hat. Dahinter steht auch eine Genderthematik. Als nächstes schaue ich wieder einmal auf die Realität. Und dann bin ich wieder bei Brecht und bei der Arbeit von Peter Zadek am Deutschen Schauspielhaus. Ich bin wirklich eine Zeitzeugin, dieser Zeit. Lulu mit Susanne Lothar und Andi, und all die Gastspiele. Reineke Fuchs von Bogdanov und, und, und wie ich diese Zeit dort geliebt haben. Minks und seine Bühnenbilder. Das Ensemble und die Routine der täglichen Abendvorstellungen. Die Stimmung im Haus mit Paulus Manker und all den anderen wie Uwe Bohm und die Heldinnen, die Frauen" Heute Nacht war ich in der Kunstakademie in Prag, wie wir hinten bei den Bildhauern fotografiert haben und wie ich mich entspannt habe, angelehnt an die Objekte mit der Sonne zu schmusen. Mich unter dem Auge der Kamera zu rekeln. Ich liebe es Model zu stehen. "I am a model..., forever?" Liebe Anuschka, ich weiß Du träumst genauso von Flucht, wie ich. Aber wir müssen hier durchhalten. Mein Traum Dich zu heiraten ist das Beste. Ich liebe Dich und freue mich so Dich getroffen zu haben. Geh nicht weg ohne mir weiter zu schreiben. Ich muss sicherlich noch zwei Monate oder drei hier bleiben. Bitte bleib meine Freundin, ja. Dein Xaver P.S. ich bin sehr eifersüchtig, wegen dem Jungen vom anderen Trakt, der immer sagt wie schön Du bist! Also, in der Schweiz habe ich eine sogenannte ruinierte Position. Meine Karten auch schlecht. So ein schöner Tag. Die Sonne scheint richtig in mein Herz. Ich hatte sehr viel Aufmerksamkeit und Scheinwerferlicht. Alle mögen mich. Wie beliebt ich bin. Das ist wirklich erstaunlich. Und in Arad ist das Niveau so hoch, dass ich kaum mithalten kann, auf der Uni. Dann blicke ich über meinen Tellerrand hinaus und sehe Chancen. Nur diese gehören gut vorbereitet. Und dann sehe ich mein privates und familiäres Leben an und weiß genau, dass ich meine Bindungen erhalten will. Zurück zu den Grundlagen und Daten aus “Probleme der Arbeit!” Franz Kafkas, Prozess und Amerika sind die Werke die gerade meinen Alltag füllen. Heute Nacht habe ich dann davon geträumt, dass ich einen Wald durchqueren muss, ganz allein, der fürchterlich wild und gefährlich ist. Zum Schlafen suche ich mir immer einen großen Laubhaufen und buddle mich ein. Ich vermisse den Wald. Es wäre schön, wenn ich mit dem Job als Dozentin beginnen könnte. Auf dem Land zu leben. das wird mir gefallen. Der Wald am Stadtrand, war ja lange ein wichtiger Bestandteil meines täglichen Lebens. Bäume, Natur, freie Tiere. Ich möchte wieder frei sein. Ich fühle mich im wahrsten Sinne des Wortes eingesperrt! Erst einmal die Lernsystematik und Stundenplangestaltung, was mir sofort Probleme macht, weil ich im Moment meinen Tagesablauf nicht wirklich steuern kann. Dann stolpere ich über das Wort “Beingness!” Also, ich zitiere hier erst einmal die Bedeutung laut dem Buch von Seite 147: Der Zustand des Seins ist als das Ergebnis davon definiert, eine Identität angenommen zu haben. (Aber wer bin ich?) Zum Beispiel den eigenen Namen, der eigene Beruf, die eigenen körperlichen Merkmale. (Wie sind meine?) Blaue Augen, braune Haare, ein hübsches Lachen und sonst? Jedes oder alle könnten die eigene Beingness genannt werden. Eine Beingness wird von einem selbst angenommen, wird einem gegeben oder erreicht.“ Also wen gibt es dann heute? Da benutze ich einmal das ARK Dreieck: 1. Eine Frau die, die Affinität hat zu glauben sie könne die Sterne vom Himmel holen. 2. Eine erwachsene Frau, eine abenteuerlustige Visionärin, die sich auch als Kampagnenentwicklerin für die Theaterszene sehen könnte und als Propagandistin und Sprachrohr für Menschen und deren Meinungen, die zu kurz kommen. So habe ich z.B. heute einmal einen Leserbrief wie folgt entwickelt. (Der ist scheinbar verloren gegangen!) "Just yesterday morning they let me know you where gone. Suzanne the plans they made put an end to you!" “I dream a dream! Ich träume davon einen Förderer zu finden, der es mir ermöglicht alle Bilder meines Lebens zu malen und alle Geschichte zu erzählen, die, welche ich bereits erlebt habe und jene, welche ich noch erleben werde! Zurück zum Thema, wie finde ich mich, wer ich bin und wer ich sein werde: Anna Maria Anuschka Penelope Erika; Hagedorn-Friedrich-Freiherrn von Kleinschmidt und jetzt Radovan im März, wieder in New York die Namen werden geändert, in z.B. Nina und Anuschka Brown geborene Decang, verheiratete von Malzahn, jetzige Erika Sommer-Züp. Heute, an einem Märztag in New York, grau und ernst habe ich mir vorgenommen einmal die Geschichte meiner Ehe mit Peter von Malzahn von der schönen Seite zu betrachten. Eigentlich möchte ich für Maria und Sophia Erinnerungen festhalten, warum es sie gibt und warum sie die Eltern haben, die sie eben haben und warum es auch keine anderen hätten sein können, aber das habe ich bereits erzählt! Also, ich bin die Tochter einer sehr verträumten Frau. Meine Mutter hat immer erzählt, dass die Rehe in Ihre Wiege geschaut haben und wie sie über den Berg laufen musste, um in die Schule zu kommen. Im letzten Kriegsjahr ist sie geboren, in Meran. Dieses Bild vom Haus am Waldrand hat sie sich jetzt wieder zurückgeholt mit Ihrem Alterssitz in Zellerndorf. Dazu kommt noch Ihr starker Glaube an die Liebe und an eine Familie mit vielen Kindern. Überhaupt das Glück Kinder mit einem Mann zu haben, den man über alles liebt, dass ist der Grundpfeiler ihrer Überzeugung. Und so ist es eine ewige Tragödie gewesen, dass Ihr erster Mann, Ihre erste Liebe, mein Vater eben nicht dieser Mann war. Sondern Ihr zweiter der Barnim Friedrich. Kunst und Musik, sowie die schönen Dinge, vor allem der schöne Gedanke und der Glaube an eine gute Gesellschaft, das hat sie als wesentliche Inhalte und tägliche wichtige Beschäftigungsfelder geprägt. Wir waren zu Hause fünf Kinder. Ich war die Älteste und meine Geschichte beginnt eigentlich an der Akademie der bildenden Künste in Arad. Meiner ersten Erinnerungen sind der dortige Garten und ein Esel, der darin lebte, dann kommt gleich Felix mit seinen Marionetten und dem Holzbein. Sein Atelier hat mich am Meisten beeindruckt. Danach kommen Erinnerungen an diese irren langen Gänge und diese Hausfassade mit der Treppe. Die Akademie hat mich als Gebäude sehr beeindruckt. Später war ich sehr glücklich dort studieren zu dürfen. Wenn ich durch die Gänge gelaufen bin, fühlte ich mich wieder, wie das kleine Mädchen von damals. Mein Vater sagt er hätte mir den Namen Anuschka gegeben, weil er immer ein kleine Mädchen haben wollte, dass malt. Meine Mutter erzählt von einer Reise nach Prag, kurz vor meiner Geburt in der sie ein Buch in einem Schaufenster gesehen haben, mit dem Titel „Anuschka“. Darauf war ein Mädchen mit einem Pinsel und einer Staffelei abgebildet. Da ich irgendwann kein kleines Mädchen mehr sein wollte, wollte ich auch nicht mehr Anuschka sein. Jetzt bin ich nur noch gerne für die ganz alten Freunde und für die Menschen, welche mich seit der Kindheit kennen, bzw. für die die mich an solche Menschen erinnern, die Anuschka. Meine neue Kollegen und Teamleiterin hier in Arad hat jetzt so nett Anuschka gesagt. Hier in Arad mag ich vielleicht auch Anuschka sein. Na, mal schauen. Also, meine Geschichte für Maria und Sophia, meine Töchter, aufgeschrieben. Für mich ist es ein Horror nicht mit ihnen zusammen zu leben. Neun Tage im Monat, das ist mir einfach zu wenig. Heute lese ich mal wieder Iphigenie. Diesmal die Fassung von Gerhart Hauptmann, "Iphigenie in Delphi". Zwist und Unglück das ist auch der Inhalt meines Lebens geworden. Wie kann man ein Unheil abwenden? Wie kann man seine Hoffnung auf das Menschliche wieder finden? Die Liebe zu meinen Töchtern und meinem jetzigen Freund, sind mein größter Halt. Meine Töchter, die mir so sehr fehlen und die ich so vermisse, die versuche ich mir herzuholen und ihnen nah zu sein, durch meine Erzählung, damit sie wissen, wie sehr ich sie liebe. Ich sitze im Arbeitszimmer von der Katja, ihr Mann Franz sitzt nicht weit auch am Computer. Alle schreiben und rundum ist es sehr kreativ. Normalerweise spielt er am Klavier. Ich kenne ihn eigentlich nur klavierspielend, diesen tollen Pianisten. Und aus Katja ist inzwischen wirklich eine gute Malerin geworden. Als ich klein war, und meine Mutter mit dem Barnim nach Prag gegangen ist, damals bin ich noch zwei Jahre bei meinem Vater und der Katja in Arad geblieben. Mit Katja verbindet mich eine schöne Erinnerung, an eine gemeinsame Reise, nach London, oder sogar zwei und natürlich die Reisen, in ihr elterliches Schloss, nach Heimstadt. Ihre zärtlichen Gutenachtküsse und die Art, wie sie zu mir als kleines Mädchen lieb war, haben mich damals getröstet, dass meine Mutter so irre weit weg gewesen ist. Außerdem war ich irre stolz, dass sie eine Baroness war und die Familie der Freiherrn von Malzahn hat mich sehr beeindruckt. Ebenso wie die Familie der von Reitenach und meine spätere Omi, die Christa Friedrich. Dieser Hang alles Aristokratische so als eigne Welt, in der ich auch zu Hause sein wollte anzunehmen kommt sicher aus all diesen Beobachtungen. Ich wollte immer einen Grafen heiraten. Dieser Wunsch begann mit fünf oder sechs Jahren, als ich die ersten Hochzeiten erlebt. Als ich acht Jahre alt war, heiratete meine Mutter dann den Barnim, das kam mir aber eher vor wie Joko Ono und John Lennons Hochzeit, wenn ich daran heute zurück denke. Sehr exotisch waren meine Mutter und der Barnim mit langen Haaren und Vollbart auch sehr extravagant. Nun, Tanja und ich waren glücklich mit dieser neuen Welt einer eigenen und richtigen Familie, auch wenn wir noch im Studentenwohnheim in Franzensfeste lebten und es keine eigene Wohnung gab. Mittags aßen wir oft in der Mensa und wir waren so richtige Unikinder, mit Kinderladen und vielen Freiheiten. Damals entwickelte ich eine etwas spießige und elitäre Vorstellung von einer feinen Welt in der ich leben wollte. Einer Villa oder einem Schloss und sehr viel Geld. So, wie eben die Friedrich-Großeltern lebten. Mindestens, genauso wohlhabend wollte ich sein. Unsere Welt sah aber anders aus. Nur das ich es liebte, das brave Mädchen in Lackschuhen zu spielen und meine Mutter mir lieber Latzhosen und „Roots“ anzog. Hübsche Kleider mit Schleifen und Schühchen, das mochte ich. So gewöhnte ich mir an, die Chorkleider und das Spitzenblüschen bei jeder Gelegenheit zu tragen. Stundenlang ging ich in die Bibliothek und las alles Romane über sämtliche Königshäuser und Adelsfamilien. Wie man sich benimmt und wie man sich zu benehmen hatte, studierte ich genau. Den Knigge lernte ich im Sommer am Mondsee auswendig. Ich weiß noch wie mich Annette und Barnim erstaunt fragten, als wir da so in der Sonne lagen, warum ich mich dafür interessiere und ich sagte, ich würde jederzeit auch in der Lage sein wollen, einen Prinzen oder Grafen heiraten zu können und mich gut in der Etikette auszukennen. Denke an den Roman von Ernst Jünger: "Auf den Marmorklippen"! Was bedeutet uns heute die abendländische Idylle. Und die Haltung der Adeligen? Ich weiß noch wie ich später einmal mit bekam, wie meine Schwiegermutter am Telefon einem ihrer Brüder erzählte, wie gut ich mich auskennen würde und wie geschickt ich wäre in allen Handhabungen und Gewohnheiten. Also, dass ich Ohrstecker mit Perlen tragen wollte und Perlenketten, wie meine Friedrich-Omi, dass wusste ich ab dem Tag als wir sie kennenlernten. "Einsamkeit ist besser, als schlechte Gesellschaft!" Überhaupt waren die Besuche in Stuttgart in der Hohenzollernstrasse mit all den Schätzen aus früheren Jahrhunderten, den Damast-Servietten und silbernen Servietten bei jedem Essen genauso wie das Meissner Porzellan in Regensburg für mich ein „muss“! Nur habe ich nie begriffen, warum sie so wenige Freunde hatten und kein gesellschaftliches Leben pflegten. "Das Sinnreich der Erde!" von Konrad Weiß, ein Buch aus der Bibliothek meiner Großmutter. Sie war sehr belesen. Ich glaube sie hatte mindestens 12 Meter Bücherregale in allen Salons und Fluren. Das Ringen um das Lyrische ich und um Gotteszusammenhänge und das persönliche Weltverständnis, das war ihr Leben. Ihre Biografie sollte man irgendwann veröffentlichen. Ich habe sie sehr bewundert. "Zeugen sind besser als Urkunden." Darum lieb ich es jetzt auch so beim Urliopa Gerlach, es ist als würde ich mir meine Großeltern zurückholen, nur dass bei ihm alles ganz eng ist und zusammengerückt. Aber das Harendy Porzellan und all das Silber genauso, wie die ganzen Vitrinen voll mit Erinnerungsstücken sind für mich die Schätze der Großeltern, die irgendwann auch einem einmal gehören sollten. "Stille des Herbstes und Haus des Lebens" von Albin Zollinger lese ich gerade. Der Einfluss von Hölderlin und Rilke ist spürbar. Ich nehme ihn als Vorbild. Erinnerungen, Träume, Landschaften und Ereignisse miteinander zu einem Zeitzeugendokument zu verflechten. "Wer anderen hilft wird nicht arm sein, wenn er stirbt!" Mit sechs Jahren zog ich von Arad nach Prag, weil mein Vater ein Stipendium für Japan bekommen hat. Dieser Wintertag an dem er mich in die Fremde brachte war der traurigste Moment meines Lebens. Ich werde nie vergessen wie ungern ich ihn verließ und was es für mich für eine Katastrophe war, zu meiner Mutter, die ich zwei Jahre nicht gesehen hatte und gar nicht mehr kannte zu kommen. "...eine Katastrophe!" Ich liebe es Nina Hagen dieses Wort verzerrt in dem Song: „Romeo und Julia“ mit Udo Lindenberg. Überhaupt zwei Sänger und Stars, die ich total liebe. Ich kam mir vor wie ein Aschenputtel und habe jahrelang darüber geweint, dass ich meinen Vater nicht mehr sah. „Weine nicht, Anuschka!" Zwar war es nett plötzlich eine Schwester zu haben aber ansonsten habe ich gar keine gute Erinnerung. Ich fühlte mich sehr hässlich, sehr im Stich gelassen und sehr verlassen. Dieses Gefühl holt mich immer wieder ein und passiert mir immer wieder in meinem Leben. Wobei ich zwar versuche etwas selbst zu analysieren um mir zu erklären, warum mir was passiert im Leben, aber ich glaube nicht wirklich zu begreifen was eigentlich wie zu begründen ist. Es kann auch sein, dass ich indirekt meiner Mutter einen ewigen Vorwurf mache, dass sie mich bei meinem Vater gelassen hat bzw., dass sie sich von ihm getrennt hat. Mich mit anderen Rollen und Personen zu identifizieren, das hätte eigentlich auch eine gute Schauspielerin aus mir gemacht. Aber ich wollte ein größeres Leben. "Liebesgeschichten, die gut ausgehen" von Isabel Allende, Doris Dörrie und anderen, die brauche ich immer wieder und an ein Happy End glauben zu können. Scheidung der Eltern das ist immer ein Drama, für jedes Kind. Ich habe es auch besonders schlimm empfunden. Wenn dem so ist, das ich damit auch noch heute meine Familie vor den Kopf stoße, dann tut mir das leid. Weil ich meiner Mutter ihre Liebe und ihre Ehe mit dem Barnim wirklich gönne und denke, dass sie sehr glücklich ist. Perspektiven, wie man etwas betrachtet und in welchen Zusammenhängen vergangene Ereignisse bewertet werden haben immer auch eine Bedeutung für das Heute. Daher möchte ich klug sein und niemanden verletzten und schon gar nicht die Zukunft meiner Kinder irgendwie negativ beeinflussen. Mut zur Wahrheit, bedeutet eben auch sich nicht zu scheuen vor der Kritik und den Gemeinheiten der Allgemeinheit. Dem hässlichen Gerede zum Beispiel. Ich liebe es, wenn ein zartes Band gesponnen wird, zwischen Ereignissen, Gedanken und dem Wollen und Träumen. Was das für schöne Namen sind: Isamu, Reiko, Goro, Nomi, Shidzue. Was ist das, ein japanische Identität? Denke immer an den Kimono, den meine Mutter getragen hat. Das muss doch eigentlich ein Geschenk meines Vaters aus Japan gewesen sein. Die Bilder, das Wörterbuch und all die Pakete und Geschenke, die aus Japan kamen, wie ich sie mochte. Wie ich mich nach einem Leben in Japan gesehnt habe. So gerne hätte ich meinen Vater dorthin begleitet, so gerne wäre ich bei ihm gewesen. Julie Shigekuni, die die Brücken der Sehnsucht geschrieben hat, berührt mich sehr. Ein neues Leben in San Francisco zu leben, als Japanerinnen. Das ist bestimmt schwer gewesen. Ich identifiziere mich immer mit den Kirschblüten und dem Sushi-Essen. Vielleicht liebe ich daher den Frühling in Meran so sehr. Von den Buchverlagen in Arad ist mir der Diana Verlag eigentlich ganz fremd. Ich würde am liebsten für den Deutschen Buch Verlag schreiben. Bei dem gefällt mir alles. Das Layout und die Auswahl der Autoren und Geschichten, die klassische Präsentation und die Qualität. Ein neuer Tag, Franz Leslie arbeitet an den drei Beethoven Sonaten Nr. 1 A-Dur, Nr. 9 A-Dur und Nr. 10 G-Dur für das Konzert am 17. Januar in der Münchner Residenz im Max-Joseph Saal mit Andrea Gajic. Katja schreibt und ich sitze nach einem schönen Frühstück in dieser kreativen Atmosphäre und denke an meine Mädchen in Kirchdorf, die jetzt aus der Kirche kommend glücklich mit der Gerlach-Cousinage spielen. Zu mindestens hoffe ich das. Ob sie im großen Haus sind, oder bei den Großeltern? Dietrich Dörner, "Die Logik des Misslingens", strategisches Denken in komplexen Situationen. Das beschäftigt mich immer und immer wieder. Es ist schon eigenartig gewesen, wie sich alle aus dem Gutshaus zurückgezogen haben, als ich dort das Revier übernommen habe. Weil ich so viel verändert habe, weil ich alle Erinnerungen zerstört habe und neue Räume und Welten entstanden sind. War es Rivalität oder Ablehnung, ich mochte sie im Grunde alle gleich gern, meine Schwägerinnen. Und haben auch jetzt noch so schwesterliche Gefühle, geprägt jetzt von negativen Erinnerungen und auch wirklichen Verwunderungen und Schmerzen. Nun gut, das ist ein anderes Kapitel. Man soll eben keine Experimente machen. Es braucht immer eine Situationsanalyse, um eine Realität zu begreifen. Fern- und Nebenwirkungen dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Negative Reaktionen werden falsch interpretiert und dann scheitert man an der Realität. Hier geht es um meine Erinnerungen an den Vater meiner Töchter und unsere gemeinsame Zeit. Wie es begann. Nun es begann an einem Szecheny–Cocktail im Johanns Club in Wien. Ich lerne damals meine Schwiegermutter kennen, eine geboren Szecheny, Veronika F. .Irgendwie gefiel ich ihr und eindeutig war sie auf der Suche nach einer passenden Frau für Ihren Ältesten. Also sie lud mich ein, einmal auf Besuch in das Dorf und ihr Gutshaus zu kommen. In der Folge wurde ich zu einem Sommerfest von Xaver, meiner späteren Schwägerin eingeladen, die nach England zum Studieren ging. Auf diesem Fest sahen wir uns zum ersten Mal. " Mir träumt von einer Liebe sogar, einer schweigsam schönen und reinen, wie jene erste, heilige war, und ich kann noch um sie weinen." Gedichte von Hesse, habe ich in der Hand. Jedenfalls erinnere ich mich kaum mehr an dieses Sommerfest. Nur das uns auch die Gegend gezeigt wurde, wir Retz und seine Kellerwelten kennenlernten und sehr viele Gäste auch aus Deutschland da waren. Zuweilen "Wenn mich der fernen Kindertage, Gedächtnis plötzlich überfällt, das ist wie einer alten Sage, von Dichtersang verklärte die Welt. Dann muss ich still die Augen senken, und jener hellen Zeit, beklommen und wie einer denken, der einer schwere Schuld bereut." Diese erste Reise über die Wachau und die Dörfer im Mühlviertel wird mir immer in Erinnerung bleiben, weil ich die besonders lieben gelernt habe. Habe ich ja später oft im Auto gesessen, zwischen Arad und Kirchdorf, querfeldein. Sehr malerische Himmels- und Landschaftsbilder haben sich mir so eingeprägt und ein große Liebe zur Natur des Weinviertels. "Bist allein im Leeren, glühst einsam, Herz, Grüß Dich am Abgrund dunkle Blume, Schmerz. Reckt seine Äste, der hohe Baum, Leid. Singt in den Zweigen, Vogel, Ewigkeit. Blume, Schmerz ist schweigsam, findet kein Wort, der Baum wächst bin in die Wolken, und der Vogel singt immerfort." Ich habe eine große Affinität zu Landschaften. Meine Zeit mit Alfred, als wir uns Brandenburg angesehen haben und meine Ferien und der Lüneburger Heide und im Teufelsmoor, die haben die Liebe zu der Ruhe in der Natur und dem Blick über die Felder geprägt. Fontane ist auch einer meiner liebsten Schriftsteller. Ich lese sie immer und immer wieder seine Werke. Besonders der Stechlin hat es mir angetan. Die Herzenskonflikte und das Nachdenken, sind alles nur Plaudereien und Dialoge, in denen verschiedene Charaktere irgendwie gemalt werden. Es gibt kaum eine Geschichte, kaum eine Handlung und doch so viel Poesie und Sprache und was alles zwischen den Zeilen steht! Wenn man so z.B. Wand an Wand wohnt, wie ein Häftling und den auf der anderen Seite nur beim Hofgang sieht, dann mag man das. Man klagt seine Not und das reicht um sein Dasein als Figur in einem Buch zu rechtfertigen. Im Theater ist das anders, da braucht es den Widersacher! Weiter in meiner Geschichte: Später wurde ich zur Hochzeit von der älteren Schwester Theodora mit dem Anton Fugger eingeladen. Von damals gibt es bereits ein schönes Foto von mir im Park und bei den Sonnenblumenfeldern, ebenso Bilder wo Konrad und ich an einem Tisch sitzen. Wir sind uns aber nur freundlich begegnet, weiter nichts. Im Jahr x haben wir uns dann auf einem großen Fest in Zürich wieder getroffen. Damals bat ich ihn spontan, weil er so verloren in der Gegend stand, ob er nicht mein Tischherr sein möchte. Wir saßen dann an einem Tisch, an dem uns keiner kannte und wurden gefragt, ob wir ein Ehepaar seien. Wir lachten, schauten uns an und er meinte, was nicht ist kann ja noch werden. Damit begann unsere Romanze. Wilhelm Schmid steht in meinem Regal zu der damaligen Zeit: was jeder einzelne für das Leben auf dem Planeten tun kann, "Ökologische Lebenskunst“. Ich bin begeistert. Wir haben eine neue Lebenserwartung. Ich liebe offen Grenzen und Beziehungen. Die Unsterblichkeit wird zum Thema und das sich verewigen. Der imperativ lautet: Handle so, dass Du die Grundlagen Deiner eigenen Existenz nicht ruinierst." Dazu brauchen wir aber Analysen und Zusammenhänge. Also weiter, was ist aus meinem Leben geworden? Wir verbrachten einen sehr schönen Abend und ich trennte mich mit dem Versprechen ihn einmal im Sommer zu besuchen, meinen zukünftigen Ehemann. Ich arbeitete damals für die Prager Werkstätten bei Arad und lebte aber in Prag. Damals bauten wird die Kaffehauskette Einstein und ich war zudem in ein Kaufhausprojekt involviert für das ich die Einrichtung visionierte und zeichnete. Ich musste daher für die Werkstätten Betreuung einmal im Monat hin und her reisen. Bei so einer Fahrt machte ich dann einmal Stopp in Kirchdorf. Und wir hatten das erste Mal Zeit etwas miteinander zu plaudern. Er war sichtlich verwundert und erfreut, dass er das Gefühl bekam ich könnte mich für ihn ernsthaft interessieren und begann mir zu schreiben, nachdem ich wieder in Prag war. Im Sommer nahm ich mir dann Zeit für eine Woche nach Österreich zu kommen. Das war aber genau die Erntezeit und so sah ich von meinem angedachten Verlobten eigentlich gar nichts, außer Staub und Dreck. Seine Eltern hingegen, gaben sich große Mühe mir eine schöne Zeit zu machen und zeigten mir die ganze Gegend. Györ hat mir besonders gut gefallen. Keine Bücher im Haus, aber alte Möbel und einige Erinnerung an das Schloss, welches am letzten Kriegstag abbrannte. Samt berühmter Klimt Bilder und anderen. Ich schlief in einem altmodischen hübschen Gästezimmer, welche für immer mein Lieblingszimmer in diesem Haus werden sollte und aus dem ich später dann einmal die Küche machte, weil ich immer dort sein wollte. Ich liebte den Blick aus dem Fenster auf die Kastanie und hatte lauter schöne Gefühle und Emotionen, wenn ich dort hinaus blickte. Franz de Montaigne, Tagebuch einer Reise nach Italien war damals meine Lektüre. Man reist um sich frei zu machen. Das stimmt. Ich reise schon lange immer von Prag nach Wien und dann über Arad wieder zurück. Ich kenne ganz Deutschland und ziemlich viel von Europa. Mit meinem Vater war ich öfters in der Toskana. Die habe zu lieben begonnen, seit wir unsere Maturareise dorthin unternommen haben. Florenz und die Offizien sind fest eingeprägt in mein Herz. Alle berühmten Gemäldegalerien auf der Welt möchte ich gerne einmal bereisen. Mein 1. Ehemann sollte nicht viel mit mir reisen. Mein 2. hingegen wollte unbedingt nach Genf und ganz Europa sollte ich im Zeigen. Er kam aus Kairo und war in Europa verliebt und in das Reisen. Briefeschreiben als Ventil der Erlösung und der Kommunikation? "Meine zukünftige Frau, Du weißt das ich Dich fragen werde und das unsere Verlobung bevorsteht, aber willst Du das wirklich? Mir ist es recht, wenn Du Dir Zeit lässt. Du musst nicht gleich Dein Zuhause im Schloss aufgeben. Lass Dir Zeit, ich werde warten. Dein Peter. "Das tat er auch sehr nett und ich fand ihn sehr liebevoll und süß. Er kam dann zweimal nach Prag. Einmal noch vor der Verlobung, das war eine echte Brautschau und beim zweiten Mal für die standesamtliche Hochzeit, die wir in Prag machten, weil ich so hoffte, dass die Friedrich Familie dazu kommen würde und irgendwie Anteil nehmen würde. Aber sie kamen nicht, nicht einmal zum Hochzeitsessen und gratulierten uns auch gar nicht. Ich weiß nicht einmal ob wir sie besucht haben, als frisch Verheiratet. Ich glaube nicht, das Verhältnis war damals recht angespannt, weil mein leiblicher Vater der Brautvater sein sollte und wir schon mitten in den Vorbereitungen für die Trauung im März in New York steckten. Donner Summer, back in love again. Soll ich es wagen, diese Ehe, ohne Liebe? Ich war nicht besonders glücklich und beschloss für zwei Wochen ins Kloster zu den Klarissinnen zu gehen um für diese Ehe zu beten. Das hätte ich dann wohl auch während der Ehe regelmäßig machen müssen, damit sich all die Schwierigkeiten und Probleme, die dann kamen nicht so ausgeweitet hätten. Jedenfalls gelang es uns eine wirklich feierliche große und elegante Hochzeit zu haben. Ich war irgendwie berührt von der Anteilnahme und der feierlichen Prozession mit immerhin dreißig Paaren, die vor uns in die Kirche einmarschierten. Immer wieder lese ich: "Die weiße Löwin" von Henning Mankell. Ein toller Krimi, der in Südafrika spielt, der Prolog aus 1918, dann Schweden heute. Ein 500 Seiten Werk. Eigentlich sind sie lang, diese großen Romane. Gefühl und Vernunft und was ein gutes Leben so ausmacht. Also platonisch verliebt zu sein, dass ist mir schon immer passiert. Und garantiert nicht den zu bekommen für den man schwärmt, ebenso. Aber wer ist dann der Auserkoren und warum und was macht ein gutes Leben so aus? Die Basis ist sicher das geliebt werde und um sich herum Menschen zu haben, die man lieben kann und darf. Also vermisse ich das Zusammenleben mit meinen Töchtern, aber es vergeht kein Tag an dem meine Liebe zu ihnen nicht gelebt und ausgedrückt wird. In welcher vor auch immer. Dann kommt schon ein Lebensgefährte, jemanden, mit dem man durch den Tag geht, etwas isst, vielleicht auch das Bett teilt. Diese das Bett teilen ist vielleicht ein sehr wichtiger Aspekt, weil, wie schön ist es eng umschlungen einzuschlafen und aufzuwachen. Den anderen so richtig gut riechen zu können. Das erste am Tag sollte die Liebe sein, das ist meine Meinung, und damit beginnt das gute Leben. Wie glücklich ist man da mit einem Morgengebet oder sonstigen Anbetungen und Andachten schon ganz in der Früh. Das gute Leben macht genau das aus, dass man den Tag beginnt, mit einem Lächeln im Gesicht und mit dem Gefühl sich darauf zu freuen, was einen heute erwartet und was man zu bewältigen hat, bzw. welche tollen Fische man angeln wird. Daher ist sicherlich in mir auch eine leidenschaftliche Jägerin verloren gegangen. Zu schade, dass die Jäger im Wald mit einer Frau nicht allein sein können ohne amouröse Gedanken zu entwickeln. Am Ende dann den Tag glücklich zu beenden und zufrieden zu sein mit seinem Tageswerk das ist der nächste wichtige Punkt. Wie schade mit Sorgen einzuschlafen und ein Glas Wein zu brauchen um zur Ruhe zu kommen und Frieden mit der Welt zu finden. Warum werden, welche Entscheidungen gefällt, das frage ich mich oft. Ich denke, dass es wichtig ist an das Gute zu glauben und nicht zu vergessen, dass Gott auf uns schaut, was wir so tun und unterlassen zu tun. Warum ich nicht an die Treue geglaubt habe und sie mir doch immer wieder vornehme, kann man hier vielleicht zum Thema machen. Also aus Großstadtkind aufgewachsen war das erste was ich gelernt habe, dass Männer immer nur das einen wollen und Mädchen nie das bekommen was sie sich wünschen. Der Kompromiss ist sich zu nehmen, was man kriegen kann und es fallen zulassen, wenn man etwas Besseres bekommen kann. Da man immer nach etwas Besserem Ausschau hält, wenn man etwas Gutes hat, dass liegt vielleicht in der Natur des Menschen. Auch das Wissen, das wir die Augen offen halten müssen, wenn wir etwas erreichen oder haben wollen. Das ist ebenfalls klar. Genauso, wie der Hauptbahnhof Zürich, Zürich ja nur in 10 Minuten mit dem Rest der Welt verbindet, kommt man doch in sage und schreibe nur 10 Minuten schon zum Flughafen! Also diese Mobilität und die daraus resultierende Möglichkeiten Abwechslung zu suchen und sich die ganze Welt anzusehen, lässt und die Phantasien der Männer ausweiten und auch uns Frauen wählerisch werden. Können wir doch herum schauen und haben was wollen, wenn wir uns nehmen, was uns so geboten wird. Also stimmen die alten Moralvorstellungen nicht mehr, dass man nur einen Mann im Leben haben kann. Flexibilität ist natürlich vorausgesetzt und die weite Welt. Im Reich der Liebe sieht es anders aus. Da gibt es Gewohnheiten und Gefühle, sowie das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit und dieses Vertrauen hat man nur, wenn man sich einlässt auf Innigkeit und Gottvertrauen, aber auch auf Nähe und Hoffnung. Der jähe Moment von Tod und Krankheit zerstört solche Dinge. Stirbt einer, dann ist es aus. Macht einer Selbstmord oder hat einen Autounfall, dann war es das! Aus und vorbei, keine Hoffnung mehr. Das ist in der Mitte meiner Ehe geschehen. Zwei gute Freundinnen haben Ihre Männer verloren und ich war allein, ohne Partner, ohne Zukunft ohne Halt und Ruhe. Kein eigenes Geld, ewige Schulden und keine Perspektiven. So zog ich aus und wollte wissen, was ich noch wert bin, auf dem Arbeitsmarkt und ob ich noch Karriere machen könnte. Strengte mich an, visionierte herauf, meine Träume als Berufsanfängerin von einer Intendanz oder der Universität. Machte das Rennen mit um den Rektoratsposten der Universität in Regensburg. Musste mir gleich anhören, dass das Leben in der Hölle der Löwen sehr schwer ist und was ich da suchen würde. Gut es war eh zu kalt dieses Karrierewasser und ich wurde wieder schwanger! Super, so ein Glück! Und Sophia kam auf die Welt, fiel in Marias und Peters Arme und war geborgen und hatte ein zu Hause. Ich nicht, wie sich später herausstellte. Aber ich habe mich sichtbar zu sehr engagiert. Eines meiner Hauptprobleme war, das ich zu viel tue und alles immer zu schnell umsetzen will. Mit zu wenig Zeit nehme, andere langsam mit meinen Ideen vertraut zu machen. Ob ich das je ändern kann? Erotische Erinnerungen an mein Ehe-Haus, also die beginnen im Gästezimmer. Jungfräulich und klösterlich unschuldig versuchte ich in diese Ehe zu gehen. „Gier" und andere Publikationen von Elfriede Jelinek begleiten mich. Unterhaltungsromane haben mich immer weniger interessiert, wie historische. Sich Zeit nehmen und sehr zurückzuhalten. Sich einlassen auf einen neuen Anfang und einen Beginne eines ersten Liebesleben mit einem Mann, der der letzte sein könnte. So liebte ich die scheuen und vorsichtigen ersten Küsse. Lies mich ein, auf etwas sehr unschuldiges, etwas was ich nicht kannte. Alles neu und ungewohnt und sehr beglückend. "Die Lust am Text" von Roland Barthes, macht mir Mut. Die Euphorie im Schreiben als reine Lust zu entdecken, das habe ich bereits als sehr junges Mädchen entdeckt. Der Kummer verflossener Hoffnungen und Lieben versiegte in der Idee der Unschuld. Etwas komisch wurde ich betrachtet von seinen Schwestern, was so attraktiv wäre an ihrem Bruder. Und mir hat genau das gefallen, dieser Anfang, als wenn es vorher nie etwas gegeben hätte. Wieder ganz jung zu sein, sich zu fühlen als wenn man gerade erst entdeckte Frau zu werden. Ehefrau zum ersten Mal und sehr verliebt und sehr glücklich. Woran die Gesellschaft auf dem Dorf und in aristokratischen Kreisen leidet, ist sicher die Konfrontation mit Frauen, für die Emanzipation und Gleichberechtigung selbstverständlich ist. So habe ich bald zwei gleiche Persönlichkeiten zu Freundinnen gefunden, die ebenso, wie ich aufs Land geheiratet haben, einen Grafen bzw. Baron mit Landsitz, Schloss bzw. Gutshof und die mit Ihren Ansprüchen in einer Situation landeten, die uns nicht bekannt ist und von der wir auch nicht wussten, dass sie noch existiert. Mein Schwiegervater sagte bald, nachdem ich in Kirchdorf einzog, ich solle mich aufs Kinderwagen schieben konzentrieren und alle anderen Ideen aus meinem Kopf heraus lassen. Meine neue Mami sagte mir, er kann schon für Dich sorgen und gab mir ein Startgeld, ein Auto und kleines Wirtschaftsgeld, jeden Monat. Das Startgeld sollte ich Ihr aber spätestens nach der Scheidung zurückzahlen. Eine Scheidung war schon vorprogrammiert, mit Ehevertrag und Gütertrennung. Für mich war das undenkbar und daher völlig irrelevant. Wirtschaftlichkeit und die Idee einer Haushaltsführung waren schnell an ihren Grenzen angekommen. So dachten alle, ich hätte gut und reich geheiratet. Ich hatte aber gar nichts, außer viel Arbeit. Im ersten Jahr begann ich mit der Gartenarbeit und kochte groß auf. Dreizehn Mitarbeiter hatten wir, weil wir in der Bauphase der Stromerzeugungsanlage steckten. Ich kochte immer drei Gänge und stand in dieser alten Wirtschaftsküche. Ein gleichaltriger Autor, Thomas Glavinic begann gerade seine Karriere beim deutschen Taschenbuch Verlag. "Carl Haffners Liebe zum Unentschieden" wurde zum Buch des Jahres gewählt. Ich bin eifersüchtig. Den Roman "Das bin ich" habe ich jetzt auf meinen Nachtkasten liegen. Es gefällt mir, wie er seine Dialoge einflechtet. Das werde ich ihm nachmachen. Moral und Sex gab es ganz historisch in meinem Kopf. Ab jetzt war ich Ehefrau und hatte auch die Pflicht meinem Mann zu dienen. Also hatten wir unseren ehelichen Begegnungen auch ohne Spaß, halt, wie er wollte. Ich verweigerte mich nie und war im Grunde sehr brav. Moralisch fühlte ich mich eingeengt war ich doch verschiedensten Attacken ausgesetzt. Aber da gab es klare Regeln, war ich doch gerne in der Position zu denken ich wäre die First Lady dieses kleinen Dorfes, keiner sollte sich etwas denken. Das war mir wichtig. Das ich ab gar nicht mehr sprechen durfte, mit dem männlichem Geschlecht und dass ich alleine auch nicht unterwegs sein durfte ohne ins Gerede zu kommen, das wollte ich nicht wahr haben. Kirche und Gemeindeleben bedeuteten, dass das Dorf einen sehen wollte, am Sonntag, pünktlich um 8.30 in der Messe und das man danach ins Wirtshaus ging und die Frauen kochend nach Hause. Ich konnte mich damit nicht anfreunden. Mit dieser Trennung der Geschlechter und schon gar nicht damit, dass am Wochenende keine Ausflüge gemacht wurden, man in keine Ausstellungen ging, nicht Essen oder Einladungen gab. Mein Wunsch immer Gäste zu heben erfüllt sich auch nicht wirklich. Stank es doch zu sehr bei uns. Nun gut. Was mir gefallen hat war der Kirchgang, die Messe und die Predigt vom Pater Johannes. Kurz und bündig machte er seine Dorfgemeinde auf die wesentlichen Aspekte und Gedanken der jeweiligen Kirchenwoche aufmerksam. Was ich mochte war auch, dass man die Menschen und Gesichter der Gemeinde kennenlernte und wenn ich daran denke, dann ist das der Ort, an dem ich mich wirklich zu Hause fühle und als ein Kind Gottes, die Kirche im Dorf. Jetzt, wenn Maria ministriert, dann freue ich mich sie zu sehen und Ihre Gewohnheiten und Das sie gerne mitmacht. Freunde und Bekannte aufs Land zu locken ist uns eigentlich nur zu den Taufen und zur Kommunion von unserer Tochter Maria gelungen. Früh musste ich mir anhören, dass ich nicht einladen soll, weil die anderen das als Nötigung empfinden würden. So ließ ich es irgendwann bleiben, obwohl meine immer wieder neu gerichteten Tische und Dekorationen für die verschiedensten Einladungen sicherlich meine liebsten Erinnerungen sind und ich sehr traurig bin, dass ich meine Tafeln nicht fotografiert habe. "Alle Höllen Mächte sind los in Strasbourg." Die Schwester ist mit ihrer Familie inzwischen von Genf nach Strasbourg gezogen. Meine Töchter sind jetzt in Gedanken gerne dort. Der Roman von Franz Bulgakow, "Der Meister und Margarita" ist ein Buch, welches man wie in einem Rausch liest. Ich kann nicht aufhören. Ich verspreche den Mädchen eine Reise nach Strasbourg. Ich habe selber große Lust dazu. Geschichte und Realitäten so zu vermischen, das Fabeln, Legenden und groteske Phantasien daraus entstehen. Das bewundre ich unendlich. Das will ich auch können. Nun, es gibt ein Gästebuch aus dem man sehr wohl sieht, wie viel Menschen ich in unseren Eheidylle empfangen und bekocht habe. Und so waren solche Einladungen hoffentlich der Beginn von so mancher Freundschaft, wie z.B. zwischen den Künzels und den Windisch-Graetz. Wichtig ist und beliebt in meinem Leben James Joyces, Ulysses. Diese fehlenden Übergänge, dies Segmentierung und Zerteilung des eigentlichen Erzählstoffes, das entspricht der Art, wie ich denke. Multitasking. Immer auf mehreren Bühnen und Ebenen gleichzeitig. "King in my Empire...", im Hintergrund. Coole Töne, eine große Welt. Prag ist wieder ganz nah. "I love you, wie klingt denn das?" Nur meine liebe Freundin Alexandra kam nie, zu mir. Warum, das weiß ich nicht und verwundert mich noch heute! Moralische und ideologische Aspekte aus Wald, Forst und der Landwirtschaft Kirchdorfs, die sind für mich sehr wesentlich. Bin ich im Herzen doch eine richtige Landfrau und habe es als Kind schon geliebt als erstes in der Früh in den Stall zu laufen, bzw. über die Moorwiesen zum Kühe melken des Nachbarn. Warum gibt es nur im Kino Happy Ends? Ich liebe es doch, das Glückliche Ende. Diese Suche nach der Natur, die Lust von mir durch den Wald zu laufen und das Bedürfnis auf dem Traktor zu sitzen, die steckt ganz tief in mir. Warum, kann ich nicht sagen. Meine Mutter jedenfalls, hat sehr viele Wanderungen mit uns gemacht und immer dafür gesorgt, dass wir uns draußen bewegt haben. Die Arbeit mit den Pferden und die Ritte durch den Wald, am Stadtrand, waren ein Teil meiner Jugend und sind mir mit die Liebsten Erinnerungen an meine Vergangenheit. Ebenso wie Leben im Landhaus, im Moor. Flucht nach vorne ist eine meiner Lebensdevisen. Thomas Mann, als Erinnerung rückwärts. "Lotte in Weimar." Wieder bin ich auch in Stuttgart. In der schönen Villa in der Hohenzollern Straße. Goethe, wie wichtig! Sagt man doch, dass man nichts Neues beginnen kann, wenn man nicht zurücklassen kann. Abschließen und beenden, sowie sich nicht zurückwenden. Immer nach vorne gehen, immer neue Segel hissen und immer neue Ufer anstreben, hab ich mich deswegen Penelope genannt, weil ich doch immer an den Odysseus geglaubt habe!? Nein, das ist eher ein Spaß! Der Aufbruch zu etwas Neuem und das Brücken abreißen hat seine Vor- und Nachteile. Irgendwann bleibt das Herz stehen, und trauert nur noch, und auf einmal kommen alle Erinnerungen an alle schönen Orte, an denen man war und alles was man erlebt hat, hervor aus dem Unterbewusstsein, und da ist die Sehnsucht nach dem Vergangen da ist die Trauer, um alles was vorbei ist und alles, was man geliebt hat! Träume von einer Reitanlage, für meine Töchter und sehr guten Dressurpferden, der Wunsch nach Frieden und Glück in uns. "Das Wunschkind", von Ina Seidel nehme ich aus dem Regal. Beide, meine Töchter, sind absolute Wunschkinder und wie gerne hätte ich noch einen Sohn bekommen, wie gerne! Hier gibt es nun eine Lücke. Leider ist dieser Text hier an dieser Stelle verloren gegangen, aber das halt vielleicht den Grund, dass dies eine ganz eigene Geschichte ist und ebenso einmal erzählt gehört. Jedenfalls habe ich fast drei Jahre gebraucht, bis ich mit dem Architekten Klaus Wedekind zusammen diese Bilder entwickelt habe. Ich weiß gar nicht so recht, wo ich da anfangen soll. Jedenfalls sind mir meine Schwägerinnen alle sehr unsympathisch geworden. Steinigungen und Geburtstagsfeiern und andere sehr grässliche Vorkommnisse. Wenn man in die Polizeiakten schaut von Finkdorf, dann wundert man sich nur noch. Ich räume all meine alten Bücherschachteln auf bekomme der "Berlin, Alexanderplatz" in die Hände, von Alfred Döblin. Das Buch meiner Schulzeit, ein Buch meiner Vergangenheit. Jedenfalls habe ich auch den Schlosspark sehr geliebt und war er auch irgendwie eine Spielwiese für meine Gestaltungsbedürfnisse und ein Betätigungsfeld für Verschönerungen aller Art. Der Park war für mich verzaubert, wie in einem Dornröschenschlaf und ich sah mich ihn wieder wecken und mit Menschen füllen. Eine Plattform für Begegnungen und eine Bereicherung für die Gegend, sollte er sein. Mit Konzerten, Ausstellungen und Kunstspaziergängen habe ich versucht dem Dorf ein bisschen Flair einzuhauchen und natürlich von einem schönen Dressurviereck geträumt. Außerdem von einer Vegetation, wie ich sie jetzt in Meran und seinen Gärten gefunden habe. Farne und Blumen wünschte ich mir, Schaukeln und einen Spazierweg am Teich. Den Anfang machten herrlich Steinbänke von dem Gartenarchitekten Hartwig Temel aus Graz, einem alten Freund! Stefan Zweigs, "Sternstunden der Menschheit" lese ich dort. Maria habe ich dort gestillt und geträumt vom Leben im Schlosspark. Im Gutshaus ist plötzlich eine gewachsene Bibliothek, ich liebe alle Bücher und lese so viel, dass es wöchentlich mehr werden. Heimito von Doderer, Kafka, Thomas Mann, Musil, Ina Seidl, Brecht, Zuckermayer, Franz Werfel, Stefan Zweig, Felix Carossa, sowie Ernst Toller, Fritz von Unruh, Karl Kraus und Ernst Barlach, um nur einige zu nennen wurden zum Bestandteil unserer Abendstunden. "Ich glaube fest an den Mythos der Psychoanalyse", beginne auf der SMFU in Wien Vorlesungen zu besuchen. "Das Universum eines jeden ist universell“, sagt Eugéne Ionesco. Ich glaube das auch. Viele andere Aspekte und Gesichtspunkte. Warum ich es nicht geschafft habe wirklich einen Freundeskreis aufzubauen und warum Fixpunkte, wie unser jährliches Picknick irgendwann beendet waren, weiß ich nicht. Jedenfalls fühlte ich mich geliebt, geborgen und auch irgendwie angekommen, irgendwo zwar, in der Fremde, doch an einem Ort, wie ich in mir vorgestellt habe. Nun suche ich wieder und habe wiederum gefunden und doch nicht. Jedenfalls war ich froh als Pater Johannes sagte, er lädt mich weiter ein, die Kommunion zu besuchen. Für mich wäre eine Annullierung meiner Ehe mit Konrad Freiherrn von Kleinschmidt eigentlich ein totaler Widerspruch zu meinem Glauben. Ich kann auch die Vorwürfe, die gegen mich erhoben werden so gar nicht akzeptieren. Ich bin sehr gesund und munter. Ich bin oft traurig und verzweifelt, weil ich so viel Ärger um mich herum entwickle und ich frage mich, was all diese Ärgernisse auf sich haben und warum sie entstehen. Ich verstehe auch nicht warum keiner der Sophia zuhört, die eindeutig mit mir zusammen leben möchte, und so gar nicht damit einverstanden ist, ohne Ihre Mutter zu leben. Ich habe immer noch große Lust nach Brüssel zu gehen die ganze Scheidung grundsätzlich anzufechten, weil ich genötigt wurde und mich gezwungen sah, sie so schmerzvoll zu unterschreiben. Ich fühle mich als Opfer. Als Missbraucht von sehr vielen Menschen. Allen denen die sich an unseren Pferden bereichert haben und all jenen die mich bluten ließen. Und die auch jetzt noch mit Dreck nach mir werfen. Es strengt mich an mich ständig sauber zu waschen gegen all die bösartigen Verleumdungen. Ich träume ständig vom Gefängnis. Meine Vergangenheit holt mich ein. Ich werde immer wieder verhaftet. Habe Streit mit anderen Häftlingen. " Die meisten Leute, die ihre Träume erzählen versuchen, interpretieren, erklären sie und greifen ein." Ich träume ständig davon dass meine Ex-Schwiegermutter Gesellschaften gibt und ich bin irgendwie dabei und erlebe die eigenartigsten Szenen. Oft auch gibt es ein Schloss, in dem ich nichts anfassen darf, aber in dem unglaublich viele Schätze und Reichtümer gesammelt wurden. Von außen sieht es aus, wie eine Ruine und innen ist es ein Paradies. Ich möchte unbedingt dort leben, mit meinen Kindern. Es ist nur ein Traum. Diese ständige Angst vor Bestrafung und ungerechten Verurteilungen liegt mir schon im Blut. Haftschäden, die nie aufzuhören scheinen. Denke an die Geschichte der Familie Marek. Und so befinde ich mich im Geiste auf der Flucht vor dem Bösen und vor der Willkür der Menschen und Ihren Machtbedürfnissen. Ich freue mich, auf den neuen Papst und bin gespannt, wie sich die Kirche entwickelt. Ich bin für das Beten und für ein Leben in der Gemeinschaft von Gläubigen. Ich bin für die katholische Kirche und der Überzeugung dass sie sich gut modernisieren kann. Dass sie es schafft eine Chance für ein Umdenken im Glauben und in den Praktiken der Kirche zu realisieren. Es gibt für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft mit der Kirche, die Möglichkeit der Toleranz, denke ich. Vielleicht auch die Idee, Scheidungen zu akzeptieren, aber meine Kinder deswegen zu unehelichen Kindern zu machen und mich einfach zu streichen aus ihrem Leben, das geht nicht. Und so plädiere ich für die Ehe und für die Liebe, und gegen die Einmischung von anderen, vor allem von Verwandten, Freunden und Eltern. Jeder soll selbst bestimmen können über sein Leben und wenn eine Familie einen Plan hat und über viele Generationen etwas aufbauen und erhalten möchte, dann ist das gut, aber jeder muss auch darin seinen Platz finden und seine Anerkennung. Aber ich möchte nicht den Platz als die Mutter von Maria und Sophia aufgeben und auch nicht, dass Ihnen Ihre Vermächtnis genommen wird. Angeekelt von den Menschen, begeht Iver Selbstmord. Ich befinde mich in dem Roman: "Der arme Vetter" von Ernst Barlach. Es entsteht eine neue Welt, die Welt der Geister. Ich muss in die Klinik, Verdacht auf Selbstmord. Bad Hall, ich werde wieder gesund und kämpfe ums Überleben. Sophia wird eingeschult. Es ist kein Platz für Streitigkeiten und Feindschaften, aber es muss das Haus und der Hof von Maria und Sophia bleiben, weil ich sie in diesem Haus geboren habe. Meinen Töchtern ein wirkliches Geburtshaus zu schenken, das der Grund, warum ich sie im Haus zur Welt gebracht habe. Es ist und bleibt Ihr Heimatboden und so sollen für immer ihre Wurzeln dort lassen können, darum bete und bitte ich! Ich könnte einen zweiten Brief an den Papst senden. Hier mein 1. : ..., den ich später noch kommentieren werde. Ach, Liebster, lass uns eilen, wir haben keine Zeit mehr, es schadet das verweilen, uns beiderseits! Liebe Anuschka, bleib noch etwas. Hoffentlich bleibst Du noch in dieser Zelle. Es wäre schrecklich für mich, wenn sie Dich verlegen. Bitte bleib mir so nah, wenigsten noch eine kurze Zeit. Aber Deine Zeit hier ist schon lang, sicher hast Du bald Deinen Gerichtstermin. Ich habe meinen Morgen. Ich habe Angst. Bitte drück mir die Daumen. Ich liebe Dich, wie am ersten Tag. Du gefällst mir so gut! Dein Xaver Denn alles was wir haben ist ja so vergänglich! Die Zeit sie rinnt dahin und am Ende sind es nur noch vergangene Geschichten unserer Begegnung unseres Glücks, ach Liebster, wo ist unsere Zeit geblieben. Nein, besser entwickle ich Kampagnen und verbessere die Welt z.B. als jemand der zuhört und auffängt was so zwischen den Zeilen gesagt wird, was man so denkt auf der Straße und in der Stadt: z.B. solche Geschichten, Denkansätze, Aufforderungen und Reden: Rettet das Theater... "Zurück in meine berufliche Vergangenheit! Wie ich die Arbeit am Theater geliebt habe. Ich werde sie immer vermissen. Ich weiß auch nicht was ich tun soll. Ich will dort einen Platz für mich finden und doch nicht. Brasilien hat mich komplett aus allem herausgerissen. Ich bin doch recht verändert durch die Zeit auf den Pferden. Mit Pferden zu arbeiten ist doch wirklich schön. Ob ich einmal einen Grand Prix reiten kann? Ich wünsche es mir so sehr und Küren möchte ich machen!" Martha hat Geburtstag! Geburtstag im Knast. Super - ohne Kuchen, ohne Kerzen. Aber wir singen für sie. Alle! Der ganze Knast 1000 Häftlinge. Das geht mitten ins Herz. Wir halten zusammen. Eine Revolution wäre leicht umzusetzen. "Happy birthday Martha, happy birthday, birthday girl! I am sorry I can´t be there for that party, birthday girl!" Ich will auch Geburtstag haben. Aber so lange möchte ich nicht mehr im Gefängnis sein. Aber es ist wirklich schön zu spüren, wie hier alle zusammenhalten. Wir sitzen alle in demselben Boot der Sühne. Keine Komödie ist das. Macht Theater, denn Theater machen darf nichts kosten, sondern soll Erkenntnis bringen. Liebe Anuschka, heute war ich sehr traurig. Liebst Du mich nicht mehr? Liebst Du jetzt Jakob? Du schreibst ihm, wird erzählt. Alle reden von Dir Du bist eine der schönsten Frauen hier in Haft. Im Knast! Ich bin stolz auf Dich, das alle Deine Freunde sein wollen! Aber bitte schreib mir, nur mir am besten, weil ich sonst sterbe vor Eifersucht! Dein Xaver Warum gehen Sie nicht ins Theater? Kafka, Marcel Proust und James Joyce, die können erzählen. Kann ich das auch. Ich würde auch so gerne die nüchterne Erzählkunst mit einem abstrakten Realismus konfrontieren und gleichzeitig eine analytische Sachlichkeit in Form von Zeitzeugenberichten liefern. Später werde ich viele Gefängnisschicksale aufschreiben. Ich werde immer gegen den Knast sein und kämpfen. Ich glaube das diese Art der Machtausübung eines Staates immer gefährlich ist und das unendlich viele Lebensläufe dadurch zerstört werde, genau, wie meiner! Anuschka: " Gerne würde ich einmal eigene Theaterstücke schreiben. Ganz politische, von den Frauen, denen Unrecht geschieht und von den Menschen die straf verfolgt werden. Von Macht, Glück und Leid und von der Liebe. Von der Liebe im Gefängnis. Die ist die schönste und stärkste, welche man erleben kann! Ich liebe das Theater und alle Menschen die Theater machen und erfinden!" Wie viele Theaterkarten kaufen Sie pro Jahr? "Wenn ich am Theater arbeite, bin ich auf jeder Probe und am Liebsten auch in jeder Abendvorstellung. Ich kann Stücke mindestens 10-mal sehen. Aber auch einfach jede Vorstellung. das liebe ich. Die Veränderung von Abend zu Abend und das unterschiedliche Publikum!" Wenn ich Kampagnen für das Theater entwickeln würde, dann würden die mit solchen Interviews und Fragen beginnen! Was bringt Ihnen das Theater? Welches. Das geschrieben, das gespielte, das reale. Ich denke wir bewegen uns auf der Bühne des Lebens und schreiben unser ganz persönliches Stück für die Geschichte. Wie viel Theater braucht der Mensch? Paul Simon: " You take two bodies and you twirl them into one Their hearts and their bones... And they won´t come undone.“ Haben Sie nicht schon genug Theater zu Hause und im Beruf, als das Sie noch Theater am Abend wollen? Wir sind alle verschieden. Mindestens so verschieden wie Paul Simon und Carrie Fisher. Große Liebe, große Gefühle und alles nur Theater. Aber die Show must go on. Wir lieben die Aufmerksamkeit und die Obszönitäten. Denke wir doch an den Manker. Oh, ich hab ihn geliebt. Eine Liebe, die nie versiegt. "Hey Negrita, hey now move your body, move your mouth, shake lady, way down south...!“ Ist es nicht entspannender gemütlich vor dem Fernseher zu sitzen, als ins Theater zu gehen?Ich will glücklich heiraten. Ich will berühmt sein. Sehne mich nach Prominenz und nach dem Glück. Die Rollings Stones haben viel bewegt. Ich bewundere vor allem Bianca Jagger. Theater in der Schule und auf der Straße finden sie das gut? Filme bestimme heute unser Leben. Wir brauchen kein Theater mehr. "For those looks they seemed to say you ain´t nuthing-go away You´re just a face in the crowd, so I went home and I vowed I ´m gonna be somebody -somday..." Welcome to the club. Das ist aber ein eigenartiger Club. Der Club der Looser. Man fühlt sich hier wirklich auf der Schattenseite des Lebens. 18. April Der Schwerpunkt meines Lebens spielt sich jetzt nachts in meinen Träumen ab. Xaver muss heute vor Gericht. er sagt, dass er sicher schuldig gesprochen wird. Wie lange ich noch warten muss. Wolken am Himmel. Ein laues Lüftchen. Keine Vögel sind zu hören. Kein grün zu sehen. Kein Halm, gar nichts. Manchmal wächst an der Mauer in Hof ein Halm. Diese Halme liebe ich abgöttisch. Lieber Gott hier zählt und jedes grün, jedes Insekt, jedes Vogelgeräusch. Jedes Lachen, jeder Sonnenstrahl die sind die Höhepunkte eines Tages. Obwohl man sich hier so reduziert fühlt sind wir aufmerksam und geschult für die kleinste Veränderung. Wir sind süchtig den Wechsel der Jahreszeiten zu erleben. Weil dann die Zeit vergangen ist und das Ende näher rückt. Das Haftende. Braucht man Theaterleute und Künstler, um die Welt besser verstehen zu können? Muss man im Gefängnis gewesen sein um über das Gefängnis schreiben zu können? Ich glaube schon. Jedem hier könnte man ein Theaterstück widmen. Es sind alles so irre tragische Geschichten und jeder hat recht angehört zu werden. 20. April, meine 7 Woche geht hier zu Ende. Heute wieder so intensiv geträumt. Mein Traumtagbuch füllt sich schneller als diese und auch die Aufzeichnungen über die Vergangenheit. "Gepriesen seist Du, mein Herr.... Lobet und preiset den Herrn! Ist eine Reflektion des Weltgeschehens für Sie interessant? Natürlich. Alle sollen wissen, was mir gerade passiert. ich will sicher darüber berichten und schreiben. Es aufzeichnen, diese Ereignisse der Unschuld. Festhalten wie weit auseinander Gesetzt und Wirklichkeit sind. Um das Leben und die Menschen besser zu verstehen, braucht es da Theater? "Jetzt heißt es für mich, so gut wie möglich tschechisch zu lernen, damit ich mich unterhalten kann." Wozu also z.B. ein Stadttheater? Ich mag es einfach das Theater! It ain´t me babe... "Werde ich jemals am Burgtheater arbeiten. Für mich war das immer selbstverständlich dieser Gedanke. Aber nun ohne einen Regisseur als Freund, der brillant ist!? Was wird aus meiner Theaterkarriere? Wie lange werde ich unterrichten und wie lange werde ich als Dozentin arbeiten? Werde ich noch Kinder haben? Bob Dylan und Joan Baez sind so wichtig, warum hat man sie nicht ins Theater geholt. Ihre Lebensgeschichte ist so viel bedeutend für die moderne Musikgeschichte für so viele Emotionen und Gefühle. Etwas alt fühle ich mich jetzt schon. So alt und zu gedemütigt. Ob mir die Zeit hier im Gefängnis schaden wird? Sicher. Aber wie? Wie wird sich meine Familie verhallt. It ain´t over; til it´s over! Liebe Anuschka, was ist los? Warum schreibst Du mir nicht? Warum schaust Du nicht zu mir? Liebst Du mich nicht mehr? Du hast das ja nie geschrieben, aber ich habe das geglaubt, weil Du mir jeden Tag geschrieben hast, so langen, so viele Wochen! Dein Xaver, bitte schreib mir wieder. Theater für die Touristen? Aber wenn es den Wiener Bürger nur so viel Geld kostet? Wenn wir nicht mehr genug zum Leben haben, dann können wir auch auf Theater verzichten, oder? "Je t áime moi non plus..." "Lámour physique est sans issue. tu es la vague, moi l óle nue. Je vais et je viens, entre tes reins." Immer öfter passiert es mir, dass ich morgens ganz feucht aufwache. Soviel Sinneslust in den Träumen durch das isoliert sein. Bauchkribbeln in den Träumen. Die Protagonisten total austauschbar. Das Gefühl bleibt. Die Lust auch. Unterhaltung und Amüsement bringt uns das Theater ja eh nicht und wir wollen auch nicht immer provoziert werden. Theater ist langweilig. Es macht mich wütend, dass sie so viel Geld ausgeben. Ich muss auch dafür sorgen, dass ich meinen Lohn bekomme und kann nicht mehr ausgeben als ich verdiene, warum dürfen das die Theatermacher? Ich finde das Theater gehört geschlossen. Empörte Bürger wehrt Euch, gegen Geldverschwendung und Bereicherung! Sollen die Schauspieler lieber zu den Einsamen und Kranken Menschen auf dem Land und in der Stadt gehen und Ihnen tröstende Geschichten erzählen, oder zu denen, die sich langweilen! Ich brauche das Burgtheater nicht! Wir brauchen Stars und Idole zum Durchhalten. Oh doch! Maggie May und Rod Stewart: "Wake up Maggie, I Think I got something to say to you, It´s late September and I Really should be back at school!" Die Jazzszene mit Kenny Ball und anderen, was das für eine Lebensstimmung ausgemacht hat. Wozu ein Theater machen, wenn die Politik schon genug Theater macht. Die Weltbühne ist sowieso die beste Performance! Immer diese Menschen, die sich wichtigmachen, wir brauche die nicht, wir brauchen die Sicherheit, dass wir unsere Wohnungen und Häuser finanzieren können und genug zum Essen haben. Wer hungert hört auf zu denken. Was meinen sie wie viele Menschen gerade frieren und hungern hier in Ungarn. Ich denke, jeder Dritte! Wenn wir unseren Kindern keine Freude mehr machen können und wenn wir nie genug bekommen können, an den wichtigsten und grundsätzlichsten Dingen, die man zum Leben braucht, dann denken wir, wir spinnen. Was meinen Sie warum wir keine Ausländer wollen, weil wir niemanden brauchen mit dem wir unsere wenigen Ersparnisse und hart verdienten Sachen teilen müssen. Wir wollen und können gar nicht teilen. Wir haben selbst nicht genug um unseren Alltag bewältigen zu können. Wenn ich nicht jede Woche ein paar Euro beiseite stecken kann, dann geht es mir sehr schlecht! In schlechten Zeiten steht man auf sich alleine, da hat man keine Freunde nur Feinde. Wenn es nur eine Tafel Schokolade für 10 Kinde gibt, dann wir nicht geteilt, sondern dann wird diese versteckt! Wenn wir unsere Frauen verstecken müssen, weil ihnen junge attraktive Ausländer das Blaue vom Himmel erzählen und sie kurz glücklich machen, dann wollen wir die hier nicht. Wir brauchen keine Konkurrenz wir brauchen auch Hilfe! Lieber Xaver, sei nicht böse, Du bist lieb, aber ich bin jetzt genervt. Ich habe schlechte Stimmung und außerdem viel Ärger. Ich hoffe immer dass ich zum Gericht komme und es Termine geben wird. Aber ich muss warten und warten. Mir ist die Zelle wirklich schon viel zu eng. Ich will nicht mehr. Denke immer nur daran, wie man hier heraus kommen könnte. Alles Liebe, Deine Anuschka Wieder Musik, die Radioberieselung den ganzen Tag ist recht angenehm. " Baby I ´am a man and maybe I´m Lonely man, who´s in the middle of something, that he doesn´t really understand." Paul McCartneys Liebe ist irgendwie spürbar. Ich liebe diesen Song. Schließt das Burgtheater und macht daraus eine Schule für Arbeitserfinder! Eine Lehrstätte für Traumentwickler und Phantasten, die mit beiden Beinen auf der Erde stehen und die Realität nicht aus den Augen verlieren. Der Kapitalismus ist am Ende, der Sozialismus bringt und auch nicht weiter, lässt und zu Philosophen wird und das Denken lernen! Wer nachdenkt, wundert sich, warum wir ein Theater brauchen, wenn wir uns nicht einmal die Fahrkarte dorthin leisten können! Ein Bett und tolle Kinder! Ein zu Hause, eine Heimat auf die ich mich verlassen kann. Gute Nachbarn, keine Bösen und tolle Politiker, keine Alleingänger. Ein Zusammenhalt, einen Plan und ein gemeinsames Ziel, das brauchen wir hier, wir brauchen auf der ganzen Welt kluge Köpfe, die gute Pläne machen für alle Menschen, damit alle Menschen dort glücklich leben können, wo sie sich zu Hause fühlen! Vertreibung und Krieg sind das Letzte was wir brauchen und auch keine Theater, die uns das sagen, sondern Bürger, die Theater machen und Politik machen! Jeder sollte jetzt Theater machen…. warum gibt es nicht mehr Suppenküchen und Notquatiere, Frauenhäuser und bessere Kinderheime sowie Krankenanstalten. Warum leben so viele Menschen alleine und sind einsam, wenn andere gar nichts zum Leben haben, nicht einmal ein eigenes Dach über dem Kopf!? Die Steuerzahler wollen ein schönes Wien, ohne Bettler und Penner, die ihnen ihr Elend vor Augen halten. Eine glückliche Stadt mit Platz für jeden und einem Theater, welches Spaß macht und nichts kostet. Ein Theater welches unterhält und Träume sowie Hoffnungen weckt! Wir haben schlechte Zeiten, wir brauchen kein Theater dass uns das sagt, sondern eines, das uns hilft und nicht unnütz Steuergelder verschleudert, welche besser für Grundnahrungsmittel, Sozialisationen und Wärmeteestuben ausgegeben werden sollte. Warum gibt es keine Aufenthaltsräume im Winter in der Stadt für alle, die frieren? Keine Gratissuppenküchen und Teestuben? Macht alle leer stehenden Häuser auf, macht dort Theater, wo Raum ist! Theater im Theater, den ganzen Tag…Schauspieler, lest uns vor, wir hören zu! Wir brauchen keine gigantischen Bühnenbilder, wir brauchen Menschen, die Zeit haben für uns Menschen aus Wien, Österreich, Europa und weltweit! "Ich schreibe wie die Antworten verschiedenster Interviewpartner aussehen könnten. Es macht mir Spaß in die Rollen anderer hinein zu schlüpfen. Wir haben hier zwar immer das Radio laufen, aber fast nie deutsche Sprecher. Wie sehr sehne ich mich einmal eine Tageszeitung zu lesen oder überhaupt Nachrichten mitzubekommen. Fühle mich total weggesperrt vom Rest der Welt!" Plötzlich Regen. wir bekommen Mäntel für die die trotzdem hinausgehen wollen. Ich gehöre immer dazu. Ich gehe zu jederzeit und bei jedem Wetter hinaus. Diese tägliche halbe Stunde im freien, die ist mir das Wichtigste. Die Atmosphäre der Luft. Das tief durchatmet und in den Himmel schauen, gibt einem einen Moment die Chance sich frei zu fühlen und Gott ganz nah. Dann ist man nur eine eingesperrte Kreatur, sonst gar nichts. Ich bin dafür dass nachgedacht werden sollte, wie in Amerika einmal alle eine Auszeit bekommen. Schließt alle Theater für 1 Jahr und macht stattdessen Lesungen und führt Gespräche, am Ende lernen wir alle Theater zu machen! Ich mache es täglich. Mein Leben besteht nur aus theatralischen Szenen. Liebe Anuschka, schau einmal ich habe ein Geschenk für Dich, eine Kette. Freist Du Dich? Ich liebe Dich. Ich denke immer an Dich. Ich vermisse Dich total. Du bist so weit weg auf einmal. Schreibst nie und wenn dann nur kurz. Was ist los? Bist Du beleidigt, weil ich auch Paula schreibe? Sei nicht traurig. Ich muss mich einfach ablenken und etwas beschäftigen. Dein Xaver Eine Welt in der die Theater machen, die aufschreien müssen, weil sie so nicht leben können, wie die Welt das steht, ein Stadttheater ein Theater auf dem Land, wo jeder mitmacht, und jeder etwas zu sagen hat, das wäre ein Volkstheater! Das sprengt aber wahrscheinlich diesen Aufsatz. Ich habe jetzt eine Stunde daran gearbeitet und mein Plan ist es ihn jetzt zu beenden. Als Fazit möchte ich sagen. Ich habe gerade erst begonnen und denke, dass ich den Kurs jetzt einmal beginnen sollte. Also ich habe diesen Aufsatz geschrieben, bevor ich die Fragen alle schriftlich beantwortet habe und ich bin jetzt gespannt, wie so ein Aufsatz in ein paar Tage aussieht! Lieber Xaver, nein ich schreibe Dir so wenig, weil ich eine Arbeit begonnen habe. Ich muss jetzt jeden Tag einen Aufsatz schreiben. Ich mache das gerne und hoffe mich so gut zu Recht zu finden. Ich denke auch an Dich und bin natürlich eifersüchtig. Ich denke mir, typisch Mann. Na ja, so ist das, deswegen werden wir sicher nie heiraten! Deine Anuschka Vielen Danke fürs Lesen und Ihre Interesse. Auf ein Feedback freue ich mich sehr! Danke, ich danke all meinen zukünftigen Lesern. Ich muss noch durchhalten. Denke an Prag! Es ist nicht leicht sich mitzuteilen und äußere Realitäten auszuhalten. Mädchen unter sich, 3. April Wir lesen weiter im Tagebuch der Anuschka Brown: "Lilija, Lumica, Petra und ich haben gestern im Dunkeln, nur, beim Schein der glühenden Zigaretten, eine richtige Lagerfeueratmosphäre entwickelt. Draußen, ein schöner Sternhimmel, unser Fenster ist noch leicht geöffnet. Das lieben wir, wenn die Luft hereinkommt. Im Minimalismus wird man stark, hier im Leben in der Zelle. Jede Kleinigkeit wird gigantisch in der Romantik und in der Wirkung. Mädchen sind unter sich! Das Glück, welches wir miteinander erleben. Dieses irre Nähe und das familiäre Gefühl. Diese Vertrautheit und Nähe, dieses feine aufeinander achten. Keiner kann das beschreiben, der es nicht selbst erlebt hat, wie Leid einen zusammenschweißt! Das gibt uns eine menschliche Geborgenheit, wie man sie nirgendwo sonst wahrscheinlich auf Erden erlebt. 12 qm für 5 Frauen und das schon seit gut 5 Wochen... und viele Wochen sollen noch folgen. Wir sind sehr glücklich mit uns selbst. Es ist wirklich besonders schön! Schreiben, schreiben, keiner spricht dieselbe Sprache wie ein anderer und doch gibt es kaum Kommunikationsprobleme. Abschiebehaft. Junge Frauen, die träumen, die etwas von der Zukunft wollen, die sich ein besseres Leben aufbauen möchten. Die zeitlose Gegenwart aller Daseinsmöglichkeiten ist hier besonders deutlich. Eintönigkeit gestört durch neue Zusammensetzungen in einer Zelle auf 12 qm. Fünf Menschen so dicht und doch so weit auseinander. Der persönliche Weg jedes Einzelnen als Momentaufnahme, festgehalten in der Gemeinsamkeit des Zellenlebens. Heute entsteht draußen schon früh die Unruhe der Abendessenausgabe. Es ist der einzige Tag in der Woche, an dem es keine Suppe gibt, sondern nur Brot! Zum Frühstück gibt es sonntags nur Gebäck und Kakao. Wie ich das Kaffeetrinken vermisse! Fast vier Monate sollten es werden, die sie in U-Haft bzw. in der Abschiebehaft in Györ im Gefängnis verbracht hat. Eine Zeit der Einkehr, des Nachdenkens und des Verarbeitung aller Ereignisse. Das Leben bleibt stehen, wird leer, die Tage und Stunden zu Ewigkeiten. Kein Tag kann länger sein als eingesperrt, nichts tun dürfen, meistens ohne Bücher und Schreibutensilien. Selten einen Gesprächspartner, der ein paar Worte der eigenen Sprachen kann. Pläne für Romanfiguren und Geschichten entstehen fast täglich in Ihrer Fantasie. Unverständnis und Einsamkeit, etwas durch welches man am Ende Stärke gewinnt und ein Selbstbewusstsein dafür, dass man immer alleine ist und alleine dasteht. Dann eine Prozess, unschuldig, keine Haftentschädigung. Besser verzichtet man darauf, dann fällt das Urteil dem Richter leichter, meint man. Diese Frauengeschichte ist nicht so ungewöhnlich, aber selten gibt es jemand, der von jedem Tag berichtet, alles aufschreibt, alle Gefühle und Gedanken einem Tagebuch mitgeteilt. Später, fast 14 Jahre später wird sie feststellen, dass sie bleibende Haftschäden hat. In den ersten Monaten nach der Freilassung waren die natürlich spürbar. Keine Lust unter Menschen zu gehen. Immer allein sein wollen. Nicht ins Kino, nicht in ein Restaurant. Bloß keine Freiheiten und Luxuserlebnisse. Nur froh arbeiten zu dürfen und froh Arbeit zu haben. Essen, schlafen. Nichts keine Männerbekanntschaften, keine Freundinnen, keine Familie. Das konnte erst langsam wieder entstehen. Aber dann später, plötzlich wieder eine Strafverfolgung. Diesmal auf freiem Fuß, aber wieder wegen Schulden und wegen Luftschlössern, die in sich zusammengebrochen sind. Und was bleibt, die Sorge und Angst, wieder ins Gefängnis zu kommen. Nie mehr eingesperrt werden zu wollen. Nie mehr das Opfer der Justiz zu sein und nie mehr diese Ausgrenzung und Ablehnung der Gesellschaft draußen zu spüren. Sympathie für andere Häftlinge aus Prinzip, Lust unter anderem auch ihnen dieses Buch zu widmen. Oder Briefe zu schreiben, an Häftlinge. Nun, ich atme einmal durch. Die Selbstentfremdung des eigen Erlebten und dann der Versuch in die Rolle des Erzählers zu schlüpfen und zu behaupten, das hat eine andere, eben diese Anuschka Brown erlebt. Die Geschichte der Anuschka Brown, eine Story aus der Realität, ohne Verschönerung und ohne Ausschmückung. Von dem Glück der Mädchenstunden, der unschuldigen Frauen, welche spüren das sie zwar kämpfen für ein neues Europa mit offenen Grenzen und Möglichkeiten, die aber wissen das es eben noch Mauern und geschlossene Türen gibt. Die wissen, dass der Tag an dem man nur noch auf Geräusche achtet, weil man weggesperrt ist ein Tag, eine Woche, ein Monat oder ein Jahr sein wird, welches man nie mehr aus seinem Realitätsbewußtsein löschen kann." 16.April. Gott sei Dank habe ich immer Lust zum Schreiben! Das ist eigentlich mein größtes Vergnügen. Danke, danke ich danke Dir von Herzen, lieber Gott! Post! Ich habe ein klassisches Posteingangsbuch in dem ich alle Briefe, die ich bekommen und alle, die ich schreibe eintrage. Gott sei gedankt, von meiner Freundin Birgit. Sie hat begonnen die Karrieren von gleichaltrigen Studienkolleginnen von uns zu recherchieren. Es ist erstaunlich, wie viele doch gestrandet sind mit Ehe, Kindern und Haushalt. Und ich total gestrandet. Im Gefängnis. Super. Aber es macht mir Freude die Interviews zu lesen und zu korrigieren. so habe ich wenigsten einen kleinen Job als Lektorin. Ist doch toll. Bin ich eigentlich in Haft und hab ich doch Arbeit. Sie will dem Buch den Titel geben, Frauen die schon weit gekommen sind. Na, da bin ich ja wirklich die richtige Lektorin. Es geht ihr um die Auswahl. Ich soll sie beraten, wen sie in das Buch aufnehmen will. Sie möchte es etwas streuen. Der Ueberreuter Verlag hat genaue Vorstellungen. Zirka 20 Frauen aus den verschiedensten Berufen, aber alle ca. 30 Jahre alt, sollen ausgewählt werden. Sabine, auch eine Freundin aus unserer alten Runde, soll die Fotos machen. Mir gefällt das Interview mit Dorit Margreiter, einer Künstlerin und Franza Opel. Aber auch die Offizierslaufbahn der Andrea Linauer ist beeindruckend. 18.4. Besuchszeit 10.00 h; war nervös, wer kommen wird, niemand! Bis zum geht nicht mehr nervös und angespannt. Und dann todtraurig, weil keiner gekommen ist. Ich hatte noch nie Besuch. Heute lese ich die Interviews zu der Polizeichefin Franza Pfeifenberger. Sie hat Jus studiert und ist Jahrgang 1972. Uniformen die sehe ich hier auch täglich. Unsere Anstaltskleidung ist peinlich. Wir bekommen immer irgendetwas. Nie stimmen die Größen. Die Socken sind sicher immer verschiedenfarbig und haben auch verschieden Materialien. Hat man endlich passende Schlapfen, gibt man diese nie mehr her. 2x pro Woche ist Wäschewechsel. Jogginganzüge in pink. Schrecklich! Und nie passt etwas. Man muss sich freuen, dass man überhaupt saubere und frische Sachen bekommt. Nach einigen Wochen habe ich erfahren, dass es das Recht gibt die Anstaltskleidung zu verweigern. Aber dann braucht man draußen jemanden, der einem 2x pro Woche frische Kleidung bringt. Das hat hier fast niemand. Nur die ganz kriminellen aus Györ direkt. Also am Gewand erkennt man wie schlimm einer ist. Je besser angezogen, umso schlimmer und krimineller. Denn hier sind nur die Györer echte Straftäter, alle anderen sind auf Abschiebung und in U-Haft und ziemlich unschuldig. Wir haben hier nur Wärterinnen um uns. Anscheinend gibt es die Regelung, dass im Frauentrakt nur Frauen arbeiten sollen. Was das wohl alles schon vorgefallen ist. Bei der Wäscheausgabe sind sie immer sehr eilig und schluderig. Keiner hat die Chance etwas Passendes zu erwischen. Man muss am besten immer diejenige sein, die die Wäsche durch die Luke entgegennimmt und in der Zelle verteilt, weil man dann wenigsten etwas Einfluss hat selber etwas Gutes herauszupicken. Oft haben die Kleidungsstücke auch Löcher und sind erst zu reparieren. Aber Nadel und Faden bekommen wir schon, nur keine Schere. Als Zähne zusammenbeißen und durch. Diese Gleichmachung im Gefängnisdress ist ein Teil des ein „Niemand“ Werdens. Auch Schmuck ist schwer zu haben. Manche bekommen etwas. Sich Schön machen geht nur durch Haltung bewahren und einen guten Auftritt. Auf dem Hof zeige ich den Mädchen, die mit mir sind, wie man lernt schön zu gehen und zu stehen. Das man sogar in Fetzen schön sein kann, wenn man eine Gute Körperhaltung hat. Dass die Schönheit überhaupt vor allem daher kommt. Die anderen sind begeistert und wir üben Schöngehen, wie die Mannequins und machen uns einen Spaß daraus. Die Jungs sind begeistert und wir haben viel Applaus. Nun ja, das Leben ist eine Niederlage! 20.April Meine 7. Woche geht hier jetzt zu Ende....Xaver schreibt mir täglich. Das ist wunderbar! Heute Nacht habe ich ein paar Mal die Wände geküsst. Die Fragen aus dem Interview: Ich beginne auch meine Zellenmitbewohnerinnen zu befragen. Es fällt mir schwer, weil ich alle Fragen erst übersetzen muss. Und dann die Antworten! Was soll einem nie passieren? Natürlich eine Bestrafung mit Gefängnis! Warum ist jemand interessant für andere? Weil jemand Charakter hat und etwas zum Erzählen. Welchen Luxus leistet man sich? Also hier ist es schon Luxus, Seife zu besitzen, Toillettpapier und Kaffee. Ganz toll sind natürlich Schokolade und Bücher. Oh, ich bin reich! Ich habe jetzt schon 20 Bücher, meistens Kaffee, Seife sowieso und Toillettpapier kann ich mir meistens kaufen. fast nie muss ich Zeitungspapier benutzen. Das ist unser Luxus! Wenn ich frei Wäre, dann wäre es ein eigenes Pferd und eine Liebesgeschichte. Ein Mann, den man sich leisten kann, einen von dem man nichts braucht. Bei welchem Mann würden Sie schwach werden? Bei jedem im Moment. Mir ist es egal, Hauptsache Sex. Ich werde noch ganz verrückt ohne Libido. Wär ich nicht eingesperrt, dann müsste er gut aussehen und sehr romantisch und lieb sein. Außerdem erfolgreich und sexy! Wovon hätten Sie gerne mehr? Bewegungsraum! Schon 1 qm wäre toll! Haben Sie Marotten? Ja ich schreibe gerne und bekomme gerne Post. In welcher Epoche würden Sie gerne leben? Egal. Heut ist eh Ok, aber nicht hier. Nicht so zurück versetzt ins letzte Jahrhundert. Wer oder was wollen Sie im nächsten Leben sein? Mami und frei. Was soll man Ihnen einmal nachsagen? Das ich Charakter habe und eine tolle Haltung! 4.02.1981 22.4. Also, Gefängnis Leben. Mein Professor aus Wien, schreibt man könne sich daran gewöhnen. 23.4./Ostern im Gefängnis, in Haft, ein Häftling! Ein tolles Paket mit vielen Ostereiern von den Dürremats bekommen. Fühle mich wie eine Kaiserin, werde von allen beneidet, teile aber natürlich, alles. So haben wir ein richtiges Fest! "Auf dich allein ich baue, da ich auf Dich vertraue, Du lieber treuer Gott, verlass mich nicht in meiner Not. Du, Herr, kannst mich Erlösen aus Sünde und Gefahr. Errette mich vom Bösen, dein Recht mach offenbar." Gott Vater, steh uns bei und mach uns aller Sünden frei!" Bete andauernd; Gepriesen seist Du oh Herr... 24.4./Györ Habe an meinen Richter und an meinen Staatsanwalt einen Brief geschrieben, mit der Bitte um baldige Freilassung! Ich halte es nicht mehr aus ein Häftling zu sein. Xaver, ich drehe durch, bitte schreib mir wieder und lass Dich am Fenster sehen. Ich halte das sonst nicht aus. Ich brauche hier einen, der mich liebt, damit ich durchhalten kann. Ich bin sonst so einsam! Keiner kann deutsch. Ich bin wirklich total ausgeliefert. Deine Anuschka Auch nicht das Vogelgezwitscher durch das geschlossene Gefängnisfenster, welches immer aus Milchglas ist und einem sogar den Blick nach draußen verwehrt. Habe Lust tagelang Liebe zu machen, immer mit dem gleichen Mann, für immer nur noch mit einem, möchte endlich so gerne heiraten! 27. April /immer noch im Györer Gefängnis... Mittlerweile habe ich mich an das Gefängnisleben gewöhnt. Ich kann mich jetzt als unschuldiger Häftling akzeptieren und bin ein ich geworden, welches sich zwar bemitleidet, aber versucht einzurichten und das Schlimmste anzunehmen. Auch dass schuldig gesprochen werden, nehme ich innerlich an. Ich selbst habe mich wiedergefunden in einer obskuren völlig irrealen Welt. Wie in einem Roman von Kafka oder so. Aber ich bin ja weder Handke noch Kafka, auch wenn ich beide so sehr verehre. Mascha und Petra machen mir Vorwürfe, weil ich zu viele Brieffreunde habe! Sind sie eifersüchtig, oder geht es um meinen Ruf? 30.4. Jakob hat jetzt mein Herz erobert. M. Stastny aus Györ. Lese 7 Theaterstücke von Tankred Dorst, bin ganz in meinem Element als Gestalterin. Sehnsucht nach einem vernünftigen Leben mit einer vernünftigen Arbeit. Lieber Xaver, ich frage mich, wer liebt mich wirklich? Ich frage mich, liebt mich meine Familie? Was ist los mit mir? Warum lebe ich ein so seltsames Leben? Wo ist eine klare Linie? Eine Zukunft? Ich verzweifle? Ich liebe bald nur noch die Wände meiner Zelle. Stell Dir vor ich beginne sie schon zu küssen. So sehr fehlt mir die Lieb und ein Mann, der mich Arm hält, in der Nacht. Ich vermisse Küsse! Bitte schick mir wieder viele Luftküsse, Deine Anuschka 1. Mai /12.00h/Neue Zelle/alles neu, neue Menschen, neue Verhältnisse! Mittlerweile habe ich nicht mehr so eine große Angst davor eine große Gefängnisstrafe zu bekommen. Ich dachte immer Gott wäre für uns und eben auch für mich Zuflucht und Burg. Jetzt aber ist das Böse in meinem Leben so präsent, das ich den Glauben bald verliere. 2.Mai /Györ Nun wünsche ich mich wirklich woanders hin! Ich fürchte mich vor jeder Nacht und vor jeden Tag! Merke, dass ich nichts zähle, dass ich ein niemand bin, von einer Zelle zur anderen. Plötzlich werde ich getreten, nur weil ich zu strak aufgetreten bin. Ich hatte Achtung und jetzt habe ich das Elend der Machtlosigkeit. Zellenwechsel!? Aber ich habe mich so an meine Nische gewöhnt. Vogelsang. Träume von einem kleinen Bauernhaus. Nur weg, weg endlich hier weg aus dieser Hölle von Grausamkeiten. das Menschen sich das Leben so zur Hölle machen können. Kein Lachen mehr. Nichts. Nur Finsternis. Es hat mich voll getroffen! Nichts ist mehr wie am Anfang, und es nimmt kein Ende diese Gehässigkeiten, diese Bösartigkeiten und dieser ewige Kampf und Streit um alles und nichts. Alles nehmen sie einem diese zwei Teufel hier in unserer Zelle. Sie stehlen, sie buhlen, sie hehlen und sie sind so abgrundtief hässlich. 3. Mai / An der Seite kein Blick in den Hof mehr. Bin froh in meiner neuen Zelle, aber nur für eine Minute, am Morgen. Jakob ist ein Schatz, morgens weckt er mich immer mit seinen Gesängen von der Liebe, die durch den ganzen Hof schallen. Alle hören es! Ob wir uns in Freiheit einmal sehen werden? Technisch Stunde, lerne die einfache Kommunikation und Fragen zu stellen mit Bianca. Alle verflossenen Geliebten verfolgen mich im Schlaf. Gott hat uns nicht für das Gericht seines Zornes bestimmt, heißt es, Pustekuchen. Das hier ist das Jüngste Gericht. Keine Chance zu entkommen. Keine Ruhe gibt es mehr. 5. Mai /mit Blick auf Györ. In drei Posttagen ist wieder Besuchstag, wie würde ich mich freuen, wenn jemand käme! Mein Anwalt Herr Meier klingt in seiner Post immer sehr distanziert. Dera Anuschka, I love you my princess. You are the queen of my heart. I have you seen so near today! Three meters away! You are so beautyful! My love...love me...please I want to become your real friend! 26.4. Rückblick auf die Börsenzahlen... 8.Mai / Neue Aussichten/Ständige Fluchtgedanken Die Tage vergehen jetzt zum Glück immer schneller. Die Briefe von Jakob sind ein Traum. Dialogübung: "Kisses.... " I hope to see you outside!" "I think I could live and work in Praha, do you like to live with me?" "I would like to try every dream and any ideas to be with you!" "I love your smile, your face, you are the beautyfulest girl of the world! Please be with me. Nun habe ich wieder ein neues Gefängniskapitel kennenlernen müssen, von der Ruhe in die Hölle! Ich versuche gute Miene zum bösen Spiel zu machen. 10. Mai, Leider habe ich keinen Besuch bekommen! "Bevor die Sonne sinkt, will ich das Sorgen lassen..." Wenn ich das nur könnte. Ich muss mir einmal Zeit nehmen und diese Situation in der ich hier jetzt lebe wirklich gut zu beschreiben. Zwei teuflische Hurenweiber, hässlich bis zum geht nicht mehr und eine alte, sehr liebe hagere Frau, Jana, und ich. Die Zelle scheint mir die kleinste und dunkelste. Vielleicht 9qm und nur Schatten. Weil sie so in einer Mauernische ihr Fenster hat, ganz eingedrückt in zwei Eckbänke. Die Hölle eben. Bianca und ich schlafen oben. Aber wir brauchen auch nicht zu glauben, dass wir unser Bett ohne Genehmigung verlassen dürfe, Auf die Toilette, das geht nur gleich nach dem Hofgang und Wasserkochen, davon träumen wir nur noch. Ha, der gehört uns nicht, den dürfen wir nicht anrühren, den Wasserkocher. Auch unsere Sachen brauchen wir nicht mehr, denn die sind in den Schränken verschlossen. Unsere Schlüssel, einkassiert. So haben wir nur noch 3x am Tag etwas zu trinken und ansonsten sitzen wir oben gefangen auf unseren Nischen. Bewegungsverbot und dann Schläge und Tritte und Schimpfe, den ganzen Tag! Hier in der Zelle ist ganz schön dicke Luft. Trotzdem gelingt es mir, dank Jakob, von der Liebe zu träumen. Ich möchte endlich den richtigen Treffen und gut gewählt haben. Bitte keinen Liebeskummer mehr und keinen Schmerz! Landluft kommt hier in die Zelle-ich bin jetzt auf der Seite mit Blick auf die grünen Hügel. Das ist eigentlich viel schöner als immer nur in den Hof schauen zu können. Dafür kann man aber mit viel weniger Zellennachbarn plaudern. Links ein Kraftwerk und rechts zwei Hügel mit Villen. Wie gerne hätte ich einen Stadtplan von Györ. Als ich hier ankam, Mitte März, da waren die Bäume noch alle ohne Blätter! 12. Mai Habe ganz schlimm geträumt. Nämlich das sich niemand um meine Verteidigung kümmert. Es ist verhext, diese Waterei! My love, how are you. Do you like my lovesongs in the morning? I am so deep in love to you. I have a deep phantasie. I love the idea to have sex with you. A never ending night an day. Minimum 24 hours. Are you glad to be my princess. The queen of my dreams? In love Jakob 14. Mai, Hoffentlich mein letzter oder wenigstens mein vorletzter Sonntag hier im Györer Staatsgefängnis. "Ich will den Herrn allzeit preisen, immer sei sein Lob in meinem Mund!" Ich ersticke fast am schlechten Charma in unseren vier Wänden und an der dicken Luft! Heute habe ich schon wieder ein Buch fertig gelesen. Ich lese fast jeden Tag eines, manchmal sogar mehr. 15. Mai, Morgen wird Jana vielleicht entlassen. Jana die Sklavin hier in unserer Zelle, die nur gedemütigt wird. Es ist die Hölle! Nachmittag; Heute waren wir im ersten Korridor ganz hinten. So war ich ganz nah bei Jakob und konnte sein Gesicht gut sehen. Wie zärtlich er ist und wie toll er aussieht, wie James Dean! Am besten ist im Moment das Träumen. Das Leben in der Nacht macht mir richtig Spaß. Alles was hier fad ist gleiche ich mit den aufregendsten Träumen im Schlaf wieder aus. 18.30 h Von meinem tollen Professor und Freund habe ich ein Super Paket mit 10 Büchern und Quittenbrot bekommen. Ich danke, ich danke für die Lektüre! 17.5. Heute Nacht war ich sehr untreu. Die ganze Nacht in den Armen meines Lieblingsverehrers verbracht, im Traum, aber so wahr. Mein Herz bebt. Hier ist wieder Ruhe eingekehrt. Beim Einschlafen gestern überlegt, wie friedlich das Leben auf so engem Raum sein kann. Wie sehr es dem Menschen möglich ist, sich zu reduzieren. " I am crying...!" 19.5. Irre Träume, erzähl ich später! Jetzt zwitschern die Vögel durchs Zellenfenster herein, das ist schön! Ich träumte vom Sohn einer Gräfin, der mich ganz liebevoll begleitet hat. Nun eine Vorahnung vielleicht? 20.5. Ivana geht es sehr schlecht. Sie muss die ganze Zeit kotzen, während wir frühstücken. Das Frühstück ist nett, wie immer. Schlechter Kaffee, aber Salzstangerl, sogar mit genug Butter! "den Frevler wird seine Bosheit töten, wer den Gerechten hasst, muss es büßen!" Schande über diese elendigen Weiber. Ein Bordell sollen sie geführt haben, ein illegales mit Mädchen aus dem Osten. Halleluja! Emotionale Katastrophe. Wenn nur endlich die Auslieferung wäre und mein Prozess. Glaub es kaum. Bin schon drei Monate Häftling. Und endlich wieder Arbeit. Bekomme von Scientology ein Buch geschickt: Also ich habe das Buch Quergelesen und sofort begonnen eine eigen To do Liste zu machen und einen Plan. Meine Fragestellung in der letzten Woche war, was mache ich falsch um eine Arbeit zu finden und zu halten. (siehe meinen Aufsatz, oben!) Jakob, you are really Sweets. For Sure i am am the happiest girl of the world, becoming your dream and beeing the princess of your heart. Kisses Anuschka Vielen Danke fürs Lesen und Ihre Interesse. Auf ein Feedback freue ich mich sehr! Danke… 22.5./Györ Soviel Tage sind schon vergangen, aber der Hauptakt kommt erst. My biegest love,...Jakob Du machst mich crazy! Mein letzter Tag hier!? How are you my most beautyful girl! Jakob, Deine Briefe werden mir unvergesslich bleiben. Ciao Györ. I never want to see you again. Hallo princess of my heart. Halbzeit geschafft! Hier tönen die Kirchenglocken wie Musik zum Fenster herein. Bin sehr ernst und spüre so richtig die Härte des Lebens in Seele und Körper. Gottesdienst: Als wenn das Leben wieder Stück für Stück zurückkommt. Zum ersten Mal seit über drei Monaten wieder mit mehr als 5 Menschen in einem Raum. Lieber Xaver, ich bin hier gut angekommen. Hast Du schon Nachricht? Wie lange Du noch in Györ sein wirst. Ich werde Dir einen Brief an Deine Adresse in Moldawien senden und dann verlieren wir und sicher nicht. Freu mich schon sehr Dich wirklich kennenzulernen und auch, Dich einmal zu umarmen. Du hast mir wirklich geholfen diese fast vier Monate in Györ gut durchzuhalten und sie sogar auch noch in schöner Erinnerung zu haben. Ich glaube der Mensch kann immer und überall lieben und glücklich sein. Stimmt´s!? Ich wünsche Dir alles Gute! Drück mir die Daumen, dass ich morgen auf Kaution frei komme. Hoffentlich wird sie nicht so hoch sein. Herzliche Grüße, Deine Anuschka Ich wurde nicht entlassen. Ich muss bis zur nächsten Haftverhandlung bzw. sogar wahrscheinlich bis zum Prozess hier bleiben. Also bin ich froh, wenn ich arbeiten darf. Normalerweise dürfen das U-Häftlinge nicht. Aber ich habe darum gebeten, mit Dringlichkeit, weil ich schon 14 Wochen Haft hinter mir habe und durchdrehe, mich immer alleine beschäftigen zu müssen. Gestern, ein ewiger langer und irre stiller Sonntag. Bobby, mein erster Kontakt zu einem männlichen Häftling. Diese intensive Suche nach Liebe, diese irren heißen Wort. Eine Gefängnisbraut zu sein ist gigantisch megacool! Geträumt dass ich einigen Arbeitskollegen erklären muss, dass ich mich nicht alleine in einem Raum bewegen kann. Das ich nicht selbst entscheide, wo ich gehe und stehe. 16.30 h "Mein Mund ist erfüllt von Deinem Lob!" Der Tag begann mit einer Messe. Ich war ziemlich berührt. Spazierengehen im Hof, ist heute ausgefallen, weil es regnet. Bobby´s Brief ist ganz lieb. Heute durften wir schon einkaufen. Ich hatte 1.000,- ÖS von meiner Freundin Alexandra bekommen. Super nett, ich danke Ihr das für immer. Das wichtigste hier ist sauberes Wasser einzukaufen, weil im Trinkwasser und im Waschwasser ganz viel Brom ist, welches sie uns geben. Auch im Tee und Kaffee. Es schmeckt abscheulich und macht dick und krank. Ich rufe zu Gott ich schreie, endlich sauberes Wasser! Danke Ein neuer Tag- Distanz ist angesagt, hatte fast einen Streit mit schlimmen Ausgang. Wäre beinahe sehr arg verletzt worden. "Lasset uns beten- seinen Mund hat er nicht aufgetan. Jesus schweigt 27. Mai/ Wien/ Justizvollzugsanstalt Josefstadt, Wien Ausgeliefert. Was folgt sind 2 Monate Untersuchungshaft mit am Ende einer Freisprechung. Unschuldig! Das Gefängnistor öffnet sich ein Wochenende auf einem Landschloss wartet. Und die besten Freunde. Die Geschichten und Erzählungen aus der Zeit in Wien, aus dem Gefängnis in der Josefstadt, die hebe ich mir auf für meinen großen Roman, mit allem Briefen und Tagebuchaufzeichnungen, den ich dann irgendwann einmal schreiben muss. Oder wird ihn jemand anderes schreiben? Wird es einen Film geben. Lieber würde ich einen Film machen über meine Freundin Katahrina, die immer noch in Venedig in Haft sitzt. Unschuldig. Ein Opfer von einem mächtigen, sehr mächtigen Mann. Sie hat 21 Jahre bekommen und das ist 15 Jahre her. Sie hat noch 6 Jahre Haft vor sich. Jahre später: Sehr geehrter Inspektor Maurer und Amen, da ich gestern aus unserem Gespräch heraus gehört habe, dass gegen mich ermittelt wird und weitere Anzeigen und Klagen vorhanden sind, möchte ich dazu Stellung nehmen. "Die Wiederholungen" von Peter Handke machen mich an. ich will mich wiederholen, und alles immer und immer wieder aufschreiben. Ich will es hinausschreien in die Welt und protestieren. Ich liebe meine Kinder und ich glaube an die Ehe. ich bin gegen Scheidungen und für die Freiheit seinen Liebespartner auch wechseln zu dürfen. Ich bin nur für die Treue als Liebesbeweis in der tiefen Verbundenheit. Wenn die Verbundenheit gestört wird, dann ist das eben ein Riss und einen Riss kann man nur mit Küssen kitten, oder eben nicht. "Liebe in der Nacht." eine Erzählung von F. Scott Fitzgerald, macht Lust aufs lesen. "Sie waren irgendwann während des frischen, goldenen Aprilnachmittags in den Sinn gekommen, (Die Worte, Liebe in der Nacht...)!" ich mag den April. Im April hat meine Mutter Geburtstag und im Aprilentscheidet sich die Liebschaft des Jahres! "Die englische Liebe am zerbrechlichsten und romantischsten vor- ein weißes Kleid und darüber ein verwischtes Gesicht mit Augen wie Brunnen aus Licht!" Was für ein Satz. Seit dem Jahre damals, seit ich mich mit meinem Ex-mann streite und ich psychisch und wirtschaftlich enorm unter Druck gekommen bin, hat sich meine Lage zunehmend verschlechtert. Die Sanierungskonzepte und all meine Idee und Versuch meine persönliche Existenzsicherung und meine wirtschaftliche Zahlungsfähigkeit wieder selbst auf die Beine zu stellen, ist im Grund aus heutiger Sicht gescheitert. Dick bin ich geworden. Ich erinnere mich an all die Knödel in Györ. Wenn man arm ist macht man Knödel, man kann sie immer und immer wieder verwerten, all die Reste, die plötzlich wieder schmecken. Statt arbeitsfähig zu bleiben und fit, bin ich nun nervlich und körperlich an meinen Grenzen angelangt. Dazu kommt die bedrohende Sorge, wegen meiner Verurteilung in Haft zu kommen, bzw. wegen meiner Nerven auf die Psychiatrie. Diese Angst möchte ich gerne verkleinern und bitte darum um Ihre Hilfe und Unterstützung, indem ich den Antrag auf eine Bewährungshilfe aussprechen möchte. Außerdem möchte ich eine Selbstanzeige machen in Bezug auf all die Gläubiger, die ich im Zuge der letzten Monate und dem Versuch in Arad einen Konkurs zu eröffnen nicht anschreiben konnte. Da ich mich privat und beruflich immer wieder überfordere, und Arbeit annehme, die mir dann auch wiederum jede Erledigung meiner Angelegenheiten zurückwirft, und ich mich nun auf das Wichtigste konzentrieren zu muss, damit ich wenigsten die Ferienwochen im Juli mit meinen Töchtern verbringen kann, gebe ich folgendes bekannt. "Der Matrose von Gibraltar", aus dem Französischen von Marguerite Duras erzählt ja wirklich mühelos und sehr lakonisch das Elend einer Existenz. Nehme ich das zum Vorbild? Nein, ich schaffe es doch wirklich jedem Tag auch ein Glück abzugewinnen. Der Mühsal des Lebensweges, wie bei Franz Büni, der seine Wahnvorstellungen und Sinnestäuschung so gut beschreiben kann, und so leicht, der ist im "Am Ende aller Tage" so leicht und trostlos beschrieben, das ich mich mühelos selber wieder finden kann. Ich habe während dem Versuch mir eine neues Leben in Italien aufzubauen immer wieder auf der Straße gestanden und nicht gewusst, wie ich weiter kommen, aber immer in der Hoffnung doch zahlungsfähig zu werden. So habe ich einmal am Brenner eine Benzinrechnung nicht zahlen können, aber versprochen das sobald wie möglich zu tun. Dem Mitarbeiter von dieser Tankstellen, "Josef", dessen Telefonnummer ich dann verloren habe, schulde ich bis heute das Geld für eine Tankfüllung. Am Brenner selber schulde ich einer Pension. In Lienz in einem Stadthotel konnten ebenfalls einmal meine Übernachtungskosten nicht zahlen. Schön wäre es, wenn ich endlich in der Lage wäre all diese offenen Rechnungen zu bezahlen. Meine Mietrückstände in Italien, sind bis heute rückständig, ebenso Kosten bei der Müllabfuhr und den Stadtwerken. Privat schulde ich auch Kautionsrückzahlung. In Arad habe ich Verkehrsstrafen nicht zahlen können und alle weiteren Gläubiger müssten bei meinem dortigen RA aufgelistet sein. Privat schulde ich verschiedenen Freunden kleinere Summen. Wenn Erzählungen Erforschungen werden, dann denke ich an Handke und sein Werk. Arbeits-Titel: „Assoziationsketten die als Zusammenfassung meines persönlichen Gedankenraumes zu betrachten sind.“ Ich möchte festhalten was ich denke, als Erinnerungen an eine, die das Denken nie aufgab. Diese Arbeit widme ich zuallererst natürlich meinen Eltern und Vorfahren, wie wichtig diese für meine Leben sind und waren, bekomme ich jetzt so richtig zu spüren! Weiterhin widme ich diese Arbeit den liebsten Menschen meines Lebens, unter anderem Zsolt V.-H.; Brunhilde R., Julia F., Ingrid und Wolfram S., Annette P. und Ihrer Familie, vor allem Ihren Eltern Anneliese und Raimer, Svenn G., Boris W., Till W., Anja B.- sprich all m,einen Kinderladenkomangnions ……; meinen Geschwistern, meiner ganzen Familie, Trude R., Fritz und Klaus G., sowie Ihren Nachkommen, Dr. Sabine G., dann Walter G., Alfried H., Tama S. und Ihren Erben, Pater G., Ulla und Michael, meinen Töchtern Clara und Louisa, Miriam L. und Ihren Kindern, der Familie Nasseh und dem Radi Klan, sowie allem Menschen die mir in schlechten Zeiten geholfen haben, wie Rudolf K., Milade Z. und Martha M., den Freunden und Familien aus unserem Dorf, der Münchner WG vom Bahnhofsplatz und dem Architekten Tilman G. sowie dem Rechtsanwalt Otto K.. Es könnten mir noch einige weitere einfallen, wie Siegfried und Magreth S., die mich einige Zeit meines Lebens liebevoll begleitet haben, auch geliebt Männer, wie Ramin Y. und Anrdás Z., aber heute fallen mir vor allem die ein, ich gerne wiedersehen würde und die ich mir an mein Grab wünschen würde, wie z.B. bereits Verstorbene, in Memoriam an Wolfgang B.-K. und Hans Peter Bunz, oder Julia. Auch Watanabe und Martin B. sind Menschen die ich um Versöhnung bitten möchte. Dann soll diese Arbeit aber auch Menschen wie Shakespear, Peter Zadek, Peter Brook, P. Manker und anderen Theatermachern, wie Thankred Dorst und vielen mehr gewidmet sein. Besonderen Dank gilt Menschen, wie der ganzen Familie von Gregor R., Philipp G. und Alexandra G. geboren L., sowie Ihren Familien und Freunden. Beten tue ich für meine Großmutter Maria Gartler und Barnim Lentz. Denke tut ich auch immer wieder an Erwein G. und Martin W., sowie Franz V. in einer Zeit der Suche nach dem richtigen Mann. Besonders liebevoll denke ich an Loki und Stephanie Z. ebenso, wie Harry R. in Südtirol und Michael B., sowie all den Obdachlosen aus unserem Caorle Projekt. Meine Zeit am Österreichischen Theatermuseum und Max-Reinhard Seminar sind mir in glücklicher Erinnerung ebenso, wie die Zeit an der Schaubühne Berlin, dem Zadek Ensemble aus Hamburg mit Paulus Manker, Ulricht Tukur, Susanne Lothar und Eva Mathes aus dem tollen Ensemble von Peter Zadek, die gar nicht wissen, wie viele Vorstellungen ich mitbekommen habe, und wie sehr ich ihnen dadurch nahe geworden bin. An das Düsseldorfer Schauspielhaus und weiter Etappen, wie dem Theater in der Josefstadt denke ich gerne zurück und an mein Leben in München and der Kunstakademie und das Universitätsleben an der FU Berlin, an der Universität Wien und an der Akademie der bildenden Künste vom Schillerplatz, an Erich Wonder, Professor Liesmann und Bernd Rieken. All diesen Menschen möchte ich diese Arbeit widmen, als Andenken an mein Leben und Denken. Meine Themen für meinen weiteren Lebensweg lauten nun: Wirtschaftliche Zusammenbrüche und Ereignisse, sowie Katastrophen, die die Welt erschütterten: Rohstoffe und Ausbeutung der Kolonien weltweit und Ihre Folgen heute. Menschliche Schwächen und Ruine als Beispiel von Lebenswegen Tuplenfieber und Goldrausch Staatsfinanzen, Gauner und andere Kriminelle Steueroasen und Geldverstecke Großbritanien und der Südseeschwindel 1719 Entwertungen, Entmachtungen und Plünderungen, sowie Inflationen Börsenstürze Wirtschaftskrisen und Ihre Folgen Arm und Reich, die Kluft zwischen den Welten und Kontinenten Religiöse Kriege und Auseinandersetzungen Hunger und Überfluss Kriegsgrauen und Greultaten Massenmord und Vernichtungssysteme Rüstungswahnsinn und Militär Bürgerkriege und Zukunftsvisionen Glaube und Sünde Fronten und Zermürbungen Atomarer Blödsinn Kalter Krieg und Balance der Angst Grausamkeit und Menschliche Schwächen Persönlichkeiten, Märtyrer, Päpste und Staatsoberhäupter Kreuzzüge und angehäufte Reichtümer Qualen und Folterungen Erpressungen und Wahnsinn Sklavenhandel und Kinderarbeit Diskriminierung und Rassenkult Naturkatastrophen, Krankheiten und Schrecken Machthaber und Wahlkämpfe Soziale Stände, gesellschaftliche Schichten und Kulturen Völker, Kulturen und Länder Kontinente und Mächte Wirtschaftsvorhaben und Strategien Amerika und China Politische Häftlinge und Gefangene Umweltsünden und –Verschmutzungen Meere und Tiere Natur und Mensch Wasser, Luft und Erde Glück und Leid Glaube, Liebe und Hoffnung Bedrohungen und Sorgen Pläne und Visionen Ziele und Ideen Chemie und Physik im technischen Fortschritt Raumforschung Verkehrsbedürfnisse Mobilität und Flexibilität Müll und Entsorgung Arbeit und Zukunft Technischer Fortschritt und digitale Möglichkeiten Google und der Kontrollwahnsinn Geheimdienste und Verbotenes Menschenrechte und Grundrechte Feminismus und Kinder Grundsicherungen und Mindestansprüche Sozialstaaten und Ausbeutung Sozialschmarotzer und Sozialtouristen Hilfsorganisationen und Scientology Infektionen und Krankheiten Landwirtschaft und Ernährung Häuser und Heimat Menschen und Menschliche Probleme Beobachtung und Sicherheit Big Brother und Speicherdaten und vieles mehr, wie Menschenrechte und Toleranz, Weltfrieden und Gerechtigkeit! Und eine Vorstellung, wie man ein sinnvolles Studium absolvieren kann, mit der Aussicht sich auch eine Nische zu schaffen auf dem Arbeitsmarkt., beziehungsweise einer Form der Honorierung um leben zu können. Der Gliederungsentwurf ist im Moment noch etwas chaotisch, da es noch wenig Material gibt nur viel Erkenntnis. Das vorläufige Literaturverzeichnis ist in Arbeit und braucht noch viel Zeit. Einem groben Zeitplan gibt es, der kann aber durch persönliche Hindernisse und Tragödien noch einmal komplett umgeworfen werden. Hier beginnt ein Dialog zwischen einer Anwältin und: Wie heißen Sie? ... Interviews und Personenportraits von Kreativen aus Berlin-Wien-München 1990-2013, wobei die Arbeit von Pina Bausch und ihr Lebenswerk der Unterhaltungsgegenstand sein soll. Qualitative Analyse der Lebensplanung und Gestaltung, sowie Betrachtungen über die Realität von Künstlerinnen und kreativen unter feministischen Aspekten von den Jahrgängen 19960-2013 in Berlin-München-Wien, im Vergleich. Wobei Wim Wenders und sein Dokumentarfilm zum Leben von Pina Bausch als Diskussionsgrundlage dienen soll. Ebenso das Werk von Wim Wenders. Quantitative Forschung der beruflichen Werdegänge von Absolventen der Kunstakademien in München-Wien-Berlin in den Jahren 1990-2013. Dies könnte eine Form der Statistikentwicklung sein, dient aber vielleicht auch der Diskussion und Interessengewinnung für diese Arbeit, da entsprechend viele Künstler/innen angesprochen werden müssen. Produktive Ergebnistheorien für die akademische Ausbildung und universitären Studieninhalte in Bezug auf die Entwicklung der Universitätsgesetze. Hier möchte ich auch einfach zur Diskussion anregen und Foren einrichten. Viel kann hier virtuell im Internet geschehen und ganz neue Plattformen für den Austausch sind hier ebenso interessant, wie ganz persönliche Begegnungen. Quantitative Abschlussbilanzen in Bezug auf die Lebensbewältigung und der tiefenpsychologischen Aspekte von Kulturschaffenden Künstlern. An Beispielen, wie Ökonomische Analyse mit qualitativen Betrachtungsansätzen in Bezug auf die Krisen und Rückschläge bei Karrieren von Künstlerinnen in den letzten Jahren. Mit welchen wissenschaftlichen Methoden soll das Problem bearbeitet werden? Grundsätzlich habe ich vor die qualitative Aufnahme von Daten im Vorzug, werde aber auch etwas in der quantitaven Datenanalyse eigen Statistiken aufstellen und versuchen zu interpretieren. Der Plan besteht darin 12 Protagonisten, welche nur zeitweise erfolgreich als Künstler tätig sind und immer wieder mit dem Scheitern konfrontiert sind zu beobachten bzw. ein Feedback über ihre letzten 20 Jahre zu formulieren. Übergreifende, gemeinsame Studieninhalte mit fachkompetenten Kollegen aus anderen Fachbereichen, Städten und Nationen sind die Basis für sich ein gegenseitig gut abzuklärendes und kommunikativ aktiv funktionierendes Systems von Zusammenspiel und Zusammenarbeit zu bilden. Konkurrenz, Neid und andere störende Kräfte sind hier zu eliminieren. Die kulturübergeifende Entwicklung beginnend in jungen Jahren, denke ich und ist ausschlaggebend. Hätte ich nicht 7 Jahre meines Lebens, davon 3 von meinem 7.10. Lebensjahr, in Studentenheimen mit internationalen Studentenkreisen gelebt, dann könnte ich nicht behaupten, dass dies nicht der Grundstein für alle Offenheit ist. Eine Kombination der verschieden wissenschaftlichen Methoden und Vorgangsweisen wird hier gesucht, um möglichst viele Nenner zu finden. Da ich selbst noch nicht richtig wissenschaftlich geforscht habe, sondern bis jetzt eher nur eine Beobachterin und Theatermacherin bin. Mich interessiert so erst einmal das simple anwenden von gut erprobten Methoden um folgende Denkansätze zu formulieren: Kunst und Künstlerische Qualität kann nur durch eine politische Reflektion von großen Krisen und Problem wirklich fruchtbare Arbeit erzeugen. Es braucht die Katastrophe und das Damoklesschwert um wirklich Qualität zu produzieren und gut zu arbeiten, In der Not liegt der Reichtum! Nur im Elend gelingt eine Konzentration auf die Wahrheit. Nur nüchtern werden alle Aspekte von Problemen richtig herausgestellt. Ohne Stress und Konkurrenz ist kein überleben als Künstler gewährleistet. Im Scheitern und immer wieder Scheitern liegt der Kern des Sieges und der spannenden künstlerischen Auseinandersetzung. Warum sind die ausgewählten Methoden geeignet, das Thema zu bearbeiten? Das wird sich erst währen der Datensammlung herausstellen. Schauen wir das z.B. auf Künstlerinnen wie Julia Drinnenberg, eine Zeichnerin, Illustratorin und Karikaturistin, dann sind es Ihre Darstellungen die für sich selber sprechen. Ich plane 6 Frauen 6 Männern gegenüberzustellen um auch feministische Aspekte beleuchten zu können. Weiterhin sollen es immer 2 aus einer Fachrichtung sein, so dass von jeder Hochschule jeweils 2 Frauen und 2 Männer ausgewählt werden. Ich könnte mir vorstellen auch eine Umfrage zu machen, wen die Studenten aussuchen würden. Eine Art Kandidatur für die schwierigsten Kandidaten, die am Meisten zwischen scheitern und Erfolg hin und her pendeln. Die Kandidatenauswahl könnte folgende Kriterien haben: Je ein klassischer Maler und ein visueller Gestalter bzw. –innen. Die Ausbildung und die erlernten Grundlagen sollten sich ähnlich sein, bzw. ganz klare Unterschiede sichtbar machen. Erfolge und Scheitern sollen ebenfalls groß und tragische Aspekte haben. Es geht auch um die sozialen Kontexte. Die Familie Drumherum um die ausgewählten Protagonisten und andere Freunde und Angehörige. Familiäre Hintergründe für die „gute Erziehung“… Beispiele für Kränkungen, Verletzungen, Ausgrenzungen, Entwertungen, sozialer Abstieg, Entmachtung, Gewalt und Psychischen Terror… Betrachtung des Ödipuskomplex und anderer Themen aus den Theaterstücken Sophokles! VERFÜHRUNG als Thema der Lustbefriedigung am Theater Die Erhebung mittels standardisiertem Fragebogen wird konstruiert und die anschließende Auswertung mit entsprechender Statistik-Software (z. B. SPSS oder STATA) durchgeführt. Der Fragebogen soll ganz klare Richtlinien haben und ganz deutliche Eckpunkte für die Differenzen.Die Materialsammlung beruht vor allem auf den Interviews und aus den Fragebögen. Beispiel für die Fragebögen: Welche Denker beeinflussen Ihre Sichtweise Denken Sie dass die Weltereignisse Einfluss haben auf ihr ganz persönliches Leben? Was würden Sie machen, wenn eine Atmokatastrophe geschieht, sind Sie darauf vorbereitet? Welche Traumatas aus Ihrem Leben sind für sie von Bedeutung? Was wäre Ihnen lieber, wenn es nicht geschehen wäre, in Ihrem Leben? Wovon träumen Sie? Haben Sie Tagträume? Haben Sie schon einmal Ihre Träume analysiert? Unbewusst oder bewusst reflektieren Sie Ihre Handlungen? Ist Ihnen der Besuch von Tragödien am Theater wichtig? Denken Sie dass es wichtig ist, dass wir uns mit Tragödien beschäftigen? Libidinöse Bindungen und der Umgang mit der Sünde als Wollust und Bereicherung der der sexuellen Revolution im Leben der heutigen Studenten und Freidenker. Welche Informationen müssen noch ermittelt werden, um wenigstens den Mindestanforderungen an das Thema zu genügen? Alle Interviews müssen geführt werden und dann die daraus resultierenden Recherchen gemacht werden. Beispiele für Thesenvermutungen: Konkurrenz, Neid und andere störende Kräfte sind Killer jeden produktiven guten Handelns und Denkens. Wer nicht teilen und geben kann, denkt nicht nach. Was ist wen er selbst einmal auf Almosen angewiesen ist. Soll man krepieren oder hungern, nur weil andere sich nicht öffnen können, und keine Toleranz haben? Ich jedenfalls denke, dass, wer da ist auch ein Recht hat da zu sein, egal, wo er ist und sein mag. Ausgrenzungen und Abgrenzungen gehören verboten. Nur weil jemand ein Kopftuch oder kein Kopftuch trägt gehört er dazu, oder nicht? Beurteilung der Gesellschaft und Kollegen, hier möchte ich Skizzen des „feedbacks“ darstellen. So wie mich es interessiert hat nur mit einem Besucher eine Ausstellungsbesprechung zu machen und diese filmisch aufzunehmen, weil der eine für 100 andere sprechen kann. (Beispiele aus meiner 5 jährigen Ausstellungskonzeptionsarbeit im Locatellikeller und im Schlosspark in Immendorf in Zusammenarbeit mit dem Wienviertelfestival Niederösterreich. Das Scheitern und seine Auswirkungen, als Marketingform für das Darstellen von Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit und Ausharr- Möglichkeiten. Die Realität, wie sich heute darstellt. Ist die zentrale Fragestellung! Wie kann man die Realität und die Lebens- bzw. Karriereaussichten und Berufserfolge von Künstler/innen heute bewerten. Wie wird die Chance auf eine vernünftige Lebensperspektive bewertet. Warum kann man die Ausbildung zum Künstler, bzw. zur Künstlerin rechtfertigen? Und was für Perspektiven haben diese in unserer Welt? Welche Perspektiven bieten wir unserem Nachwuchs? Ein gute Überblick über das zentrale Thema meines Forschungsvorhabens ist leider nicht möglich, da die Freiheit der Entwicklung während der Arbeit inkludiert ist in mein These, dass es ohne Freiräume nicht geht. Und da wir nicht wissen, wie die nächsten 10 Jahre aussehen werden, wenn wir z.B. immer noch Angst vor Atomkatastrophen und anderen Unwettern haben müssen. Siehe Japan, heute! So zu tun, als wenn nicht geschehen wäre geht eben nur für ein paar Jahre, dann holt uns die Realität ein! Deshalb ist es notwendig die einzelnen Gliederungspunkte präzise, leicht erfassbar und mit Bezug zum Thema bzw. der Fragestellung zu formulieren. Eine nach diesen Kriterien erstellte (vorläufige) Gliederung ermöglicht zudem einen rekursiven Rückgriff auf die vorher überlegte Argumentationsfolge und vergegenwärtigt übersichtlich den abgesteckten Themenbereich. Literaturverzeichnis Gesammelte Werke, 17 Bände Hrsg. v. Anna Freud ISBN 3-596-50300-0 Das Lesebuch, Schriften aus vier Jahrzehnten Hrsg. & Komm. Cordelia Schmidt. Fischer, Frankfurt 2006, ISBN 3-10-073302-9 Die Traumdeutung Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse 1917 Das Ich und das Es 1923 Abrisse der Psychoanalyse 1938, ISBN 3-596-10434-3 Die Freuds-Die Geschichte einer Familie Han Israels. Der Fall Freud; Die Geburt der Psychoanalyse… Das Ende der Illusion Jaques Le Rider Ein vorläufiger Überblick über die (schon recherchierte) Kernliteratur zur Thematik, auf der die Arbeit bzw. Argumentation aufbauen soll. Es reicht aus, die für das ausgewählte Forschungsproblem zentralen Quellen anzugeben. Es muss noch keine vollständige Literaturliste vorhanden sein. Toleranz und Freiheit, den anderen Leben lassen und selber leben dürfen sind die Grundlage einer These, wie sich unsere Kulturen zueinander und nicht gegeneinander bewegen könnten. Dieser Satz ist die Grundlage meiner Forschungsrechtfertigung. Gegen Grenzen, gegen Ausländerfeindlichkeiten! Für Offenheit, Toleranz und Transparenz von Absichten! Für ein Welttheater des Friedens und der Liebe. „Anhand des Lebenswerkes von Pina Bausch will ich aufmerksam machen, auf die Wichtigkeit von Freiräumen während eines Kunststudiums!“ Die europäische Kultur: Methode und Kreativität Anhand der Arbeit der deutsch-italienischen Akademie in Meran und Referenten, wie Gertrud Kamper zum Thema : „Über die Kreativität und den Wandel zur Wissenskunst!“ möchte ich beweisen, dass es die Wissenschaften braucht um Kunst zu machen und das die Reflektion von Analysen und Betrachtungsweisen mit Analytikern, wie Siegmund Freud oder anderen heutigen Wissenschaftlern, wie Bernd Rieken, oder Liessmann oder Mario Signore zur Rechtfertigung von Werken neuer Kulturschaffender Bedeutung haben für sämtliche politisch relevanten Fragen und Veränderungen unserer Zeit. Ohne Weltverbesserin sein zu wollen, sondern mit der reine Absicht gute Kunst zu machen und Aussagen zu schaffen, die eben neue Betrachtungsweisen produzieren. Der Suhrkamp Verlag ist einer der Verlage der Neuerscheinungen ich immer sofort lese. "Die Wiederholung" , "Die Menschwerdung", "Auf den Gipfeln der Verzweiflung" und "Das Prinzip Verantwortung" lieben gerade auf meinem Tisch. Marieluise Fleißer´s Gesammelte Werke in vier Bänden habe ich bereits durchgekaut. Patrick Modiano ist mir ganz neu. Ebenso Mendoza. In Serbien bin ich auch einmal auf einer Tankstelle die Benzinrechnung schuldig geblieben. Mein Traum von Hvar wird wohl ewig ein Traum bleiben. Mein hübsches Haus dort verfällt immer mehr und mehr! Ich habe noch heute die Gerüche in der Nase. An "Hommage á Hrabal" denke ich gerne, die Kritiken sind gut. das habe ich damals im Gefängnis in Györ gelesen. All diese Gläubiger kann ich nicht anschreiben und Kontakt aufnehmen, da ich über keine Unterlagen mehr verfüge. Die Rückstände hier in Österreich sind zu meist bereits mit Titeln aktenkundig. Ich beschäftige mich mit den großen Herrscherinnen. Barbara Beck hat dazu ein gutes Buch geschrieben. Sie beginnt mit Galla Placidia, die bewundere ich ganz besonders. Aber Brunhilde, Theophanu, Isabeau von Bayern, Maria von Medici, Anna von Österreich und Liliuokalani, das ist nur eine Auswahl, aber alles sind doch sehr beeindruckende Lebensgeschichten. Ein Anwalt in Innsbruck und meine Scheidungsanwältin in Wien haben noch Außenstände, ebenso ein Anwalt in Bozen. 28.April So zärtlich und so liebevoll seid ihr miteinander umgegangen, in Abschiebehaft. Erzähl das noch einmal, wie war das, wie ging das, wenn Ihr doch kaum dieselbe Sprache gesprochen habt! Ein Anwalt aus St. Pölten, welcher mich bei einem Sanierungsvorhaben beraten hat, klagt glaube ich auch mittlerweile. Meine eigenen Klagen auf Entschädigung gegen meine Ex-Familie, verschieden Pferdehändler und Trainer, sowie Stallbesitzer ruhen alle, da ich das nervlich nicht auch noch durchfechten konnte. 29.April Wie war es mit eine so junge Mörderin in einer Zelle zusammenzuleben? Mein genehmigtes Ansuchen beim Land, um Förderung, habe ich nie eingelöst, da ich die Zukunftsperspektiven und Pläne nicht mehr einhalten konnte. Die Stammwiege der Familie, damit es nie an Nachwuchs mangelt. Also bitte, kein Interesse an Babybetten anderer oder gar neue! Herzlichst Ihre ehemalige Anuschka Freifrau von Kleinschmidt; Schließ die Äuglein, holder Kleine! Schlafe sicher mir im Arm! O, dein Bettlein macht die keine Je so weich, so liebewarm; Mutterliebe wiegt dich ein; Mutterküsse warten dein. Unter tausend, tausend Küssen Aufgewacht, ans Herz gedrückt, Möchtest du nur einmal wissen, Wie dein Lächeln mich entzückt! Engelunschuld lacht mich an; Offen ist der Himmel dann; Wohl dem Herzen voller Treue, Das sich alles darf gestehn! Kleiner Engel! ohne Reue Kann ich dir ins Auge sehen. Immer, immer lächle so! Nur die Unschuld macht uns froh! Autor: Johann Gittirg Jacobi (1740-1814) Titel: Lied einer Mutter ? Weil ich gerade Goethe las, lagen mir diese Zeilen auf den eigenen Lippen, es regnet und schneit...ich bin müde und mache einen Mittagsschlaf! "Oh, wie weh ist mir, bin ich soweit und doch so nach bei den Geliebten.... Jetzt scheint er in unendliche Ferne gerückt! Du König, Du -(suchst jetzt lieber das persönliche Gespräch und hast mich doch nicht gleich wieder zu Dir eilen lassen, warum! Zum Nachdenken?) der Du mich aufnahmst, wie ein Vater, wie ein Geliebter, je mehr ich Deine Liebe und Dein Begehren spüre, umso mehr weiß ich, dass ich zu den Meinen muss... siehe Iphigenie auf Taurus! Die Liebe und die zärtlichen Bande, die zählen, allein, mir fehlt der Mut daran zu glauben und mein Verlangen ist so stark und mein Begehren,...Du Jüngling Du, der Du mich vor Dienstag nicht sehen willst, willst Du, dass ich in fremdem Bette schlafe, fern von Dir. Das kann ich nicht...und doch frag ich mich in welchem Heiligtum ich liege! Und liegen mag... ...hörst Du meine Qualen, hörst Du mein Leid, wie kalt wird mir die Stirn, wenn ich an den Mond denke, der scheint herein...zum offenen Fenster!! Ein neuer Tag, neues Licht, wieder Hoffnung? Jetzt sind die Läden geschlossen und ich verstecke mich in meiner Höhle, ganz allein!“ Sonntagmittag im Februar! Penelope? Ich beginne einmal mit meiner Qualifikation als Mutter und damit für den Wohlstand und die Sicherheit meiner Kinder zu sorgen. Das hat bereits damit begonnen, dass ich sehr lange gewartet habe, bis ich den richtigen Vater für meinen Kinderwunsch ausgewählt habe. Mir war es wichtig in eine konservative Großfamilie hineinzuheiraten, in der ich eine gute Position bekomme, wir einen landwirtschaftlichen Betrieb für die Grundversorgung und ein Haus haben. Außerdem war es mir wichtig einen Mann mit einem guten Charakter und Gewissen, der gläubig ist zu heiraten und die Sicherheit zu haben, dass er eine Familie gründen möchte, Kinder aufziehen will und seine Position als Vater und Miterzieher nie in Frage stellt. Ich wollte für meine Kinder eine echten Vater, der für sie da ist, sich Zeit nimmt und seine Arbeit im Haus hat, so dass sie ihn viel sehen und wir ein glückliches und enges Familienleben mit den Verwandten und Freunden pflegen können. Meine Wahl in die Geborgenheit eines kleinen Dorfes zu ziehen war auch zum Schutz meiner Kinder vor den Übergriffen in die persönliche Freiheit und Entwicklung, die man schnell in einer Stadt von heute erleben kann. Behütet und geborgen sollten meine Kinder sein, ebenso in einem sorgenfreien Haushalt aufwachsen, mit gesunden und glücklichen Eltern. Ich selbst wollte gerne Hausfrau sein und für meine Familie und die Bedürfnisse im Haus sorgen. So bin ich eine Ehe eingegangen mit einem mir unbekannten Mann, der aber äußerlich all diese Dinge bereitzustellen schien. Die Unsicherheiten, Gefahren und Probleme der Situation und der Lage scheinen undurchschaubar verwirrt. Meine Chance liegt im Glauben und seiner Kraft Berge versetzen zu können. Meine Kraft liegt in der Mutterliebe, die wie eine Löwin um Ihre Kinder kämpft und im täglichen Gebet. Soweit einmal eine Zusammenfassung was Mutterliebe ausmacht und warum sie so wichtig ist! Bis auf weiteres, es folgt eine Analyse über Stabilität und Kontinuität..., und vieles mehr! Herzlichst Anuschka? Also heute beginne ich mit der Behauptung, dass ich grenzenlos sei! Stimmt das? Bin ich das? Was bedeutet so eine Aussage und wie gehe ich damit um? Erst einmal interessiert mich was das eigentlich heißt und da stoße ich auf „Humpty Dumpty“, der meint dass der die Macht hat, auch entscheidet was es heißt, wenn er das Wort benutzt. Also das schauen wir uns doch bitte einmal genauer an. Erst einmal gehen wir in die Bedeutung der Ausgrenzungen und den Folgen, nämlich der Ungerechtigkeit: Und genau das ist zu verarbeiten, wenn man aus einem Haus, einer Familie entfernt wird. Auch wenn man Kündigungen erlebt. Beziehungsweise einlädt und keiner kommt Die so schmerzliche Erfahrung, dass ein scheinbares Fehlverhalten bzw. anders sein dazu führt, dass man ausgestoßen, verbannt und entmachtet wird, das ist schwer zu verkraften. Wie kann man das verarbeiten frage ich mich und wie kann man diesen Schaden an Herz, Leib und Seele wieder reparieren um verzeihen zu können? Und um auch sich selbst wieder zu finden, und mit sich selbst ein weiteres Leben, leben zu können!? Hier liegt genau das Problem, nämlich das das Selbstbild zerstört ist und man nur durch eine gute Analyse seiner Lage und eine Betrachtung des Unglücks, welches einen getroffen hat zu einem neuen Frieden finden kann, oder? Der Selbstschutz sich in Sicherheit zu bringen, den anderen Vorwürfe zu machen, all dies hilft nicht. Man dreht sich im Kreis. So fühle ich mich heute genauso betroffen, als wenn das ganze gestern geschehen wäre. 30.April Also, wie war denn das Essen im Gefängnis? Darüber hast Du kaum etwas erzählt. So empfinde ich dann die Angst vor Strafen und vor Urteilen, sowie die Bedrohung mit Gefängnis oder Psychiatrie. Auch das für Verrückt erklärt zu werden, oder abnormal gehört zu Formen des Terrors und der Diskriminierung die sehr schwer zu ertragen sind. Das einem kein Erfolg gegönnt wird, keiner einen unterstützt, man wirtschaftlich ruiniert wird und dadurch in einer Pleitesituation landet in der man sich in eine Wüste versetzt fühlt, ohne Wasser und Brot, das ist plötzlich Alltag. Die Tatsache, dass Gutachter und Richter oberflächlich eine Situation betrachten und nicht die Ungerechtigkeit und die Willkür, die hier stattfindet begreifen macht mich müde und leer. Und doch habe ich das Gefühl, dass ich nicht vergessen darf, dass mir Sophia und Maria seit drei Jahren sagen, Mami wir lieben Dich, Mami wir wollen auch mit Dir leben, geh nicht weit weg, bleib bei uns! Die Soziologie untersucht gesellschaftliche Diskriminierung und differenziert hierbei unter anderem zwischen struktureller, institutioneller und sprachlicher Diskriminierung. Ich wünsche mir ein Paradebeispiel für Fachleute zu werden! Ein Beispiel dafür warum Frauen verrückt werden und so viele Falten bekommen! In Abgrenzung gegen die sozialpsychologische Vorurteilsforschung geht es also um soziale Bedingungen und Ursachen, die nicht auf individuelle Einstellungen reduzierbar sind. Ich bin unschuldig, ich bin ein Opfer und ich brauche Hilfe, das möchte ich in die Welt hinaus schreien. Ich kann nicht mehr, ich will meine Kinder zurück!!!! Nie werde ich mich damit abfinden was mir hier vom Freiherrn von Kleinschmidtklan angetan worden ist! In der Rechtswissenschaft ist der Begriff enger gefasst und bezieht sich nur auf die Differenzierung wegen bestimmter enumerativ aufgeführter Gründe. Wieder Richter mich verurteilt hat, wie er nicht im geringsten versucht hat etwas zu begreifen, oder zu verstehen, dass ich eine Positivistin bin und keine Betrügerin, das ist so hart, das kann ich auch gar nicht verarbeiten! Was nützt es mir aber, wenn ich im Gefängnis sitze, dann kann ich gar nicht mit meinen Mädchen zusammen sein und nur noch weinen. Soziologie und Rechtswissenschaft gebrauchen den Begriff also in normativer Weise. Die "Triologie der Wiedersehens“ von Botho Strauß gefällt mir. Ich mag diese Momentaufnahmen. Ich mag es, wenn man einen abstrakten Film erlebt, der springt, von einer Handlung in die nächste. Von einer Zeit in die andere, von einer Person zu nächsten. Was ist Wirklichkeit und was Fiktion. Dinge einerseits als nackte Wahrheit zu betrachten und andererseits zu vernebeln und in eine künstliche und experimentelle Abstraktion zu verwandeln. Recherchiere über folgende Personen: Frances Knittel, Ilse Benn, Licci Habe, Susanne Hochwälder, Marietta Torberg, Elien O´Casey, Beatrice Behan, Elina Kazantzakis, Jaqueline Pagnal, Rose-Marie Bonsels, Gisele Celan-Lestrange, Charlotte Bergengruen, Hans Leip, Kathrin Bade, Lilli Marleen, Winni Seeburg. Das Finale. Nun habe ich zwar keine Angst, im Moment ins Gefängnis zu kommen, aber ich bin auch nicht wirklich geschützt. Da ich Grenzgängerin bleibe und immer begehrt sein will, verkörpere ich für andere auch immer eine Form von Sehnsucht und Traum. Realität und Wirklichkeit vermischen sich. Die Phantasien, welche ich auslöse sind so unangenehm und stark, so dass ich mich am Liebsten auf einen Berg in die Einsamkeit zurückziehen möchte. Wie träume ich mir heute meine Zukunft. Möchte ich in einer 6 Millionen Villa sitzen, oder auf einem Bauernhof? Oder am Meer in Trient oder auf Hvar? Ich weiß es nicht. Auch der Traum von Cannes oder Marrakesch bleibt in mir. Im Internet virtuell zu reisen und mit der Transsibirischen Eisenbahn zu fahren ist ebenfalls etwas was ich machen möchte. Unter dem Motto, welche Orte man noch gesehen haben sollte, bevor man stirbt. Das Löffellisten schreiben ist und bleibt ja eines meiner großen Leidenschaften.
Donnerstag, 28. August 2014
Nicht nur Fische und Mädchen werden vergewaltigt!
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